Ich habe von einer Französin gehört, die ihrem Baby den Kosenamen „Helmut“ gegeben hat. Weil es immer so röhrende Bäuerchen macht und sie das an deutsche Männer auf dem Oktoberfest erinnert…
Archiv für Mai 2009
Gerade musste ich nochmal im Kalender nachzählen, aber es stimmt. Das Räupchen wird heute 5 Wochen alt. Himmel, übermorgen kommt sie wahrscheinlich in die Schule… Diese 5 Wochen waren wundervoll, aufregend und sind wie der Wind verflogen. Und weil ich immernoch keine Zeit zum schreiben habe, erzähle ich mit den lang versprochenen Bildern (bei Klick grösser):
Erstes Kennenlernen im Kreissaal:
Ein Winteranzug in einer Babyschale fährt nach Hause:
Das erste mal in der Zeitung:
Das erste Bad:
Der erste Ausflug:
Das berühmte Smily abgeholt und gleich ins Herz geschlossen:
Das erste Sonnenbad auf dem Balkon (und gleichzeitig der erste und letzte Tag mit Nuckel):
Der erste Krabbelversuch
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Der erste Sport (ganz wichtig in Finnland!):
Der erste Einkauf:
Täglich ein bisschen hiervon:
Und ein bisschen hiervon:
Und ansonsten einfach immer nur süss ausgesehen:
Gerade sind Oma und Opa (meine Schwiegereltern) aus Deutschland zu Besuch und ich beobachte ein interessantes Phänomen an mir, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Wann immer Oma sich dem Räupchen widmet tobt die Eifersucht in mir. Ich muss mich sehr zusammennehmen um ihr nicht das Kind zu entreissen, fest an mich zu drücken und „MEINS“ zu rufen. Und gerade sind die drei zusammen spazieren und theoretisch könnte ich eine Mütze voll Schlaf nehmen, aber ich wälze mich schlaflos hin und her und komme vor Sehnsucht fast um (der Iso war auch schon öfter allein mit ihr spazieren und ich konnte wunderbar schlafen).
Als Verhaltensforscher finde ich das unheimlich spannend und beobachte mich selbst erstaunt. Ich frage mich ob es anderen auch so geht, was der evolutionäre Hintergrund ist, wie man das untersuchen könnte und ob es genauso wird wenn meine eigenen Eltern kommen?
Das Räupchen hat auch noch andere Kosenamen:
Milchschnitte, Quarktasche, Spuckliesel, Jammerläppchen, Pupsi, Schnarchebär, Grunzeschweinchen, Nies-Ede, neunköpfige Raupe und süsse Maus.
Nachtrag:
Headbanger und Grinsebacke
Ist sie auch schon. Jedenfalls theoretisch. Sie entleert sich nämlich vorzugsweise wenn die Windel gerade ab ist. Also müssten wir ihr eigentlich nur regelmässig die Windel abnehmen und sie auf’s Klo setzen
Ja. Aber ein 3 Wochen altes Baby, welches 2 Nächte hintereinander jeweils 5,5 Stunden am Stück schläft ist nicht nur erholsam, sondern auch unheimlich. Jedenfalls hat sich die junge Mutter jedesmal furchtbar erschrocken und gedacht das Kind verhungert
(Bevor jetzt irgendwo Neid aufkommt, das Räupchen schläft dafür tagsüber nicht. Sie ist nicht wirklich müde aber auch nicht richtig munter und muss deshalb immer wieder bitterlich weinen. Die Arme!)
Seit heute ist der See komplett aufgetaut. An unseren Fenstern fliegen ständig Möwen und Enten vorbei. Die Stadt ist gelb gepunktet (Huflattich). Die ersten Bäume haben grüne Mäuseohren. Und heute habe ich den ersten Schmetterling gesehen. Endlich!
Jedenfalls so viel leichter und schöner als ich mir das vorgestellt hatte. Mit der Geburt. Ich hatte gelesen, dass Wehen den stärksten Schmerzen überhaupt zugeordnet werden. Mir wurde gesagt, dass die Geburt bei Erstgebärenden im Schnitt 12-18 Stunden dauert und ich wusste, dass das bei meinen Schwestern noch viel länger gedauert hat. Ich hatte mich also eingestellt. Und so kam es, dass das Räupchen fast zu Hause auf die Welt kam. Naja. Von unserer Ankunft im Krankenhaus bis zu ihrer Geburt waren es eindreiviertel Stunden. Und von der ersten Wehe an 8 Stunden.
Ich fand die Wehen wirklich gut aushaltbar. Eine Freundin von mir hat mal gesagt, dass es ja ein positiver Schmerz ist und man genau weiss, dass man nicht krank ist. Genauso ist es. Ausserdem weiss man, dass es immer wieder Pausen gibt in denen man Luft holen kann. Trotzdem habe ich bestimmt auch einfach Glück gehabt.
Der Morgen im heimischen Bett war also überhaupt nicht schlimm und ich war mir sicher, dass noch viele Stunden vergehen würden bis ich das Räupchen im Arm halten kann. Erst als ich irgendwann mal ins Bad musste überrollten mich die Wehen heftiger und öfter. „Oh! Wenn ihr jetzt nicht losfahrt, dann ist es bald zu spät“ ging mir durch denKopf. Hatte die Hebamme bei der Krankenhausführung doch Recht gehabt: man merkt wann es Zeit wird aufzubrechen.
Die einzig unangenehmen 15 Minuten waren die im Wartezimmer im Krankenhaus. Das war randvoll mit Schwangeren, die alle zu irgendwelchen Untersuchungen gekommen waren. Und die mussten mir alle zusehen wie ich mich alle 4 Minuten unbehaglich in meinem Stuhl wand. Wo ich im Auto noch genüsslich gegen die Armatur boxen konnte, hatte ich hier das Gefühl mich zusammenreissen zu müssen. Aber dann endlich wurde mein Name gerufen und im Untersuchungszimmer konnte ich wieder tun was ich wollte. „Sieht gut aus“ sagte die Hebamme, die mir gleich sympatisch war. Ein paar Minuten später eröffnete sie mir, dass der Muttermund schon 8 cm geöffnet ist. Mir entfuhr ein „Oh my god“, sie stimmte zu, und dann wechselten wir ziemlich zügig in eins der Geburtszimmer. Der Iso ging das Auto wegfahren, das wir direkt vorm Eingang im Parkverbot abgestellt hatten, und die Hebamme ging den Papierkram erledigen. Wenn sie wieder käme wollte sie die Fruchtblase sprengen.
Kurz nachdem der Iso zurück war kam die erste Presswehe mit der sich auch die Blasensprengung erübrigte. Ich klingelte stürmisch nach der Hebamme. 10 cm geöffnet, es konnte losgehen. Sie fing an recht hektisch irgendwelche Sachen zusammenzusuchen und dann brachte sie mir das Pressen bei. Wir versuchten verschiedenen Stellungen und als die Richtige gefunden war und ich den Dreh raus hatte, war ich erstaunt wieviel Arbeit das macht. Mir war schon klar, dass das Kind nicht einfach so rausflutscht, aber das man so viel Kraft aufwenden muss, hätte ich nicht gedacht. Aber die belesene werdende Mutter wusste ja, dass es im Schnitt nur eine Stunde dauert und das war ja zu machen. Die wunderbare Hebamme feuerte mich an und lobte mich immerzu. Der Iso tupfte mir den Schweiss von der Stirn und erzählte mir, dass schon dunkle Haare zu sehen seien. Und nach 20 Minuten war das Räupchen da. Und wir waren Mama und Papa.
Papa schnitt das Elektrokabel durch. Und Mama kann bis heute nicht in Worte fassen was sie empfand als sie das kleine nackte Wunder auf dem Bauch hatte. Vielleicht reicht es wenn ich sage, dass mir jetzt schonwieder furchtbar glückliche Tränen in den Augen stehen. Oh man, ist das schön!














