Namenstag- , Erkältungs- und Pferdewoche

Letzten Dienstag hatte Pauline Namenstag und als Überraschung hatten wir geplant ihr ihren derzeit grössten Wunsch – einmal auf einem richtigen Pferd sitzen – zu erfüllen. (Dieses Pferdeding hält seit etwa einem halben Jahr an und obwohl ich anfangs seufzend dachte, dass sie wohl keins der Mädchenklischees auslassen kann, finde ich dieses grosse Interesse an Pferden inzwischen ziemlich gut. Denn hey, es geht schliesslich um Tiere. Und was habe ICH nicht schon alles über Pferde gelernt in den letzten Monaten. Gar nicht so uninteressant.) Ich freute mich also schon tagelang auf ihr Gesicht wenn ich am Dienstagmorgen sagen würde “Dieses Mal bekommst du kein Geschenk zum Auspacken, aber dafür hast du heute deine erste Reitstunde.”

Nun wird Pauline ja selten krank, aber wenn dann genau wenn wir im Urlaub sind, oder gerade wenn wir wegfahren wollen, oder eben in der Nacht zum Namenstag. Tja.

Am Mittwoch erwischte es mich dann auch und wir verbrachten den ganzen Tag nebeneinander im Bett, die schmerzenden Glieder von uns gestreckt, die müden Augenlieder über die fieberglänzenden Augen gelegt, ab und zu von Hustenanfällen durchschüttelt ein Bibi und Tina Hörspiel nach dem anderen lauschend. Es hatte fast was gemütliches.

Danach ging es zwar langsam, aber stets bergauf und heute waren alle soweit wieder fit, dass wir Namenstag feiern konnten.

Die Verspätung tat der Sache keinen Abbruch, denn Pauline war zwar zunächst sehr erstaunt darüber wie gross Pferde dann doch sind, aber sehr bald war sie einfach nur glücklich. Nun liegt sie im Bett und träumt selig von dem Pferd, das zufällig fast genauso aussieht wie Flecki, welcher übrigens immer noch bei uns wohnt.

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Wie die gucken…

Pauline, 6 Jahre

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Gedanken zum Klimawandel

Finnischer Mann guckt seufzend aus dem Fenster vor dem es  r e g n e t. Im Januar! Und sagt:

“Das mit dem Klimawandel ist echt schlimm!”

kurze Pause

“Wo ich doch so gerne eisangle.”

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Schule

Dieses Wort fällt derzeit auffallend häufig hier zu Hause, in Gesprächen mit Freunden und in meinem Kopf.

Den ersten Sentimentalitätsanfall bekam ich an Silvester, als ich um Mitternacht mit Pauline anstiess und (unter anderem) sagte: “In diesem Jahr kommst du in die Schule.”

Den zweiten Sentimentalitätsanfall bekam ich letzte Woche als ich zu einem Informationsabend in die Schule lief. Und mir klar wurde, dass Pauline genau diesen Weg ab August jeden Tag ALLEIN laufen wird. Auch dann, wenn es wie an diesem Tag -28° C sind. Mir gefror direkt eine Träne an den Wimpern fest.

Der dritte Sentimentalitätsanfall kam gleich einen Tag später, als der Brief mit den Instruktionen zur Schulanmeldung im Briefkasten lag. Adressiert an mein Baby.

Der vierte Anfall blieb gestern Abend aus. Als ich am Computer das Anmeldeformular ausfüllte, hatte ich mich schon ein wenig an den Gedanken gewöhnt. Ein grosses Schulkind, warum eigentlich nicht.

Die Anmeldung läuft natürlich online, klar. Allerdings musste ich dann dreimal nachlesen und mir die Augen wischen, als es darum ging wie man erfährt ob man den Platz in der Wunschschule und wenn ja mit den Wunschmitschülern in der gleichen Klasse bekommen hat. Das wird nämlich am 13. April ab 12 Uhr an der Schultür ausgehangen.

Und dann werde ich hoffentlich so froh sein, dass ich nicht sentimental werden brauche.

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wach

Auch zum heutigen Montagmorgen wieder super Service: Aufwachwetter!

wach

So erfrischend. Unser Wunsch nach einem ordentlichen Winter wurde bisher übereifrig erfüllt, denn jetzt ist es schon seit zwei Wochen so kalt, dass man fast nichts draussen machen kann. Die letzten zwei Wochenenden standen wir am Wohnzimmerfenster und schauten sehnsüchtig zur Schlittschuhbahn auf dem See. Allein der Gedanke ans Schuhe wechseln, wobei man nun mal nur maximal dünne Fingerhandschuhe tragen kann (und dann hat man ja nicht nur seine Schuhe, sondern noch die des Kindes und den Helm und…) und überhaupt der Gedanke an zwei mal in Tiefkühlschuhe steigen,  liessen uns stehen bleiben und schauen. Bis gestern. Dann sind wir eben einfach losgegangen. Wozu sonst haben die Finnen schliesslich die Sauna erfunden?

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Kinderfernsehen

Ich mag finnisches (staatliches) Kinderfernsehen. Es ist so herrlich harmlos und trotzdem niveauvoll. Derzeit kommt eine Serie, in der ein sechsjähriges Mädchen namens Enni durch’s ganze Land fährt und überall verschiedene Leute trifft, die alle ganz unterschiedliche Sachen machen.

Enni war auch in unserer Forschungsstation und hat einem Mäuseforscher über die Schulter geschaut. Die Aufnahmen haben einen ganzen Tag gedauert und weil ich an diesem Tag viel Zeit hatte, während sich meine Fische an neue Aquarien gewöhnten, und weil ich neugierig bin und selbst viele Jahre ein Mäuseforscher war, war ich teilweise bei den Aufnahmen (im Rücken der Kamera) dabei. Das war letzten Sommer und seither fragte ich meinen Kollegen, aka den Mäuseforscher, alle zwei Wochen wann denn nun der Film käme.

Heute berichtete Pauline ganz nebenbei sie hätte im Eipäd einen Film gesehen, in dem ein Mädchen unsere Forschungsstation besucht. So als wär’s das Normalste der Welt. Aber wahrscheinlich ist es das auch für ein Kind, das selbst schon fünf Sommer dort verbracht hat. Jedenfalls haben wir ihn gleich nochmal zusammen geschaut und wer von euch auch mal gucken möchte wie’s bei uns so zugeht, der klickt hier:

http://areena.yle.fi/1-3105438

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Schneesturm

“Mama, das fühlt sich ja an wie auf den Mount Everest zu steigen.” brüllte mir Pauline heute Morgen zu. Auf dem leicht ansteigenden Weg von der Haustür zum Auto. Und da hatte sie nicht ganz unrecht.

Ich dachte sofort bedauernd an den Iso, der weit vor uns aus dem Haus musste und mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren war. Als nächstes dachte ich an den Chilenen in meinem Büro, der letzte Woche hier in Finnland angekommen war. An dem Tag, an dem es -30 Grad waren. Ob der wohl heute seine Rückflugtickets buchte? Und dann dachte ich an den Zauberer, der heute im Kindergarten auftreten sollte und dafür extra aus einer anderen Stadt anreisen musste. Und bereitete die schon sehr aufgeregte Pauline vorsichtig darauf vor, dass es vielleicht auch nicht klappt. Aber als wir im Kindergarten ankamen (nachdem ich irgendwie den vielen Schnee vom Auto gekämpft hatte – die Hälfte flog nämlich beim Abkehren immer umgehend zurück auf’s Auto, die andere Hälfte in mein Gesicht, wir uns durchgefrässt und auf 3 km 5 Räumfahrzeuge gezählt hatten und trotzdem wie durch Sand schwammen) da war er schon in der Turnhalle und baute auf.

Hui.

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