Darf ich vorstellen?

Unser neuer Mitbewohner Harry:

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Zu wuselig für ein scharfes Bild.

Der Wunsch nach einem Haustier besteht ja schon eine Weile. Es gab auch mal eine Pause, die aber kürzer anhielt als ich gedacht hatte. Dann hatten wir Urzeitkrebse. Und jetzt, finden wir, hat sich Pauline das lange genug gut überlegt und geht mit fast 10 erstens nicht mehr soo zeitig ins Bett, sodass man auch ein nachtaktives Haustier haben kann, und ist zweitens auch alt genug um sich (mit etwas Hilfe) verantwortungsvoll um einen Zwerghamster zu kümmern. So holten wir also heute endlich ihr heissersehntes Weihnachtsgeschenk ab. Er ist gerade mal 7 Wochen alt und momentan so gross wie eine Rötelmaus (etwa 20 g). Wird aber noch doppelt so gross. Er wirkte kein bisschen ängstlich, sondern wuselte herum und erkundete aufgeregt sein neues Zuhause. Baute an seinem Nest und schleppte die im Laufrad versteckte Haselnuss hinein. Wir sind alle sehr entzückt.

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2018

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Neun. Ein super schönes Jahr.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Alles beim Alten.

3. Haare länger oder kürzer?
Wie immer.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Beides. Jetzt neu mit Gleitsichtbrille.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Gleich.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Immer noch glückliche Fischforscherin.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Vermutlich mehr durch den grossen Urlaub. Der war aber jeden Cent wert.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Weisheit natürlich :)

9. Mehr bewegt oder weniger?
Wahrscheinlich auch gleich. Weitherhin mit dem Fahrrad zur Uni (übrigens, die Spikereifen sind super!), weiterhin im Sommer ununterbrochen auf den Beinen, manchmal Ski fahren, manchmal wandern, manchmal schwimmen, manchmal spazieren.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Keine Ahnung, ein paar Erkältungen.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Keine.

12. Der hirnrissigste Plan?
Vielleicht die Sache mit den Mökkischlüsseln. Als ich bei unserer Abreise lange hin und her überlegte wo wir die Schlüssel hinterlassen – dort wo wir sie vorgefunden hatten oder wie sonst auch üblich IM Häuschen. Ich entschied mich irgendwann für Letzteres und kaum hatte ich die Tür hinter mir zugezogen (finnische Türen sind dann verschlossen), fiel mir die Schranke (mit Schloss) wieder ein. Naja, die Nachbarn waren zum Glück da…

13. Die gefährlichste Unternehmung?
In Länder mit tropischen Krankheiten fahren? Wir haben trotz Vorkehrungen einige Mückenstiche abbekommen, sind aber gesund geblieben.

14. Die teuerste Anschaffung?
Geräuschreduzierende Kopfhörer. Die sind grossartig. Ich bin zwar sehr froh, dass ich nicht mehr mutterseeleallein in dem riesigen Büro sitze, aber bei vier Leuten ist eben auch immer was los. Insbesondere wenn drei davon zur selben Arbeitsgruppe gehören und häufig Dinge zu besprechen haben. Und man jemand ist, der sich beim kleinsten Geräusch nicht mehr konzentrieren kann. Mit den Kopfhörern ist alles gut. Und auch auf Flugreisen sind die Dinger ein Segen.

15. Das leckerste Essen?
Ich habe in diesem Jahr wirklich viele leckere Dinge gegessen, zum Beispiel in Malaysia. Aber besonders im Gedächtnis geblieben sind mir das selbstgemachte Pesto vom Iso und die Besuche auf dem Weihnachtsmarkt.

16. Das beste Buch?
Wieder eins der Büchereizufallsfunde: The Guernsey literary and potato peel pie society. Das fiel mir im Vorbeigehen aufgrund des tollen Titels auf. (Hallo deutsche Übersetzer!?! „Deine Juliet“??? Ist das euer Ernst?) Als ich dann sah, dass es sich um einen Briefroman handelt, habe ich es sofort mitgenommen. Die mag ich nämlich sehr. Und der hier war genau mein Fall. Übrigens hatte ich vorher noch nie etwas über die Besetzung Guernseys durch die deutsche Wehrmacht gehört. Das ist aber etwas, das unbedingt auch nicht vergessen gehört.

17. Der ergreifendste Film?
Von den Kinofilmen war es „Der Junge muss an die frische Luft“. Ein ausserordentlicher  Film. Ich fand übrigens auch, im Gegensatz zu vielen anderen (was man so im Internet liest), das Ende sehr passend. * Sehenswert fand ich auch „Ladybird“. Den sah ich gemeinsam mit einer Freundin und dieses Mutter-Tochter-Ding hat uns beide noch lange beschäftigt. Und zwar in beide Richtungen, als Töchter und Mütter. * Wenige Monate nach Entdeckung des oben genannten Buches kam übrigens zufällig dessen Verfilmung im Kino. Die war nett anzusehen, aber eine Spur zu kitschig. Ausserdem war ich empört, dass die Geschichte mit dem Schwein nicht richtig erzählt wurde. * Ausserhalb des Kinos war es „Le Havre“. Den wollte ich schon seit Erscheinen, also seit 2011 sehen. Aber in der Bücherei war er immer ausgeliehen und sonst fand ich ihn nicht. Kürzlich bemerkte ich zufällig, dass man auf Yle Areena (der Mediathek des öffentlich-rechtlichen finnischen Fernsehens) ALLE Kaurismäki Filme sehen kann. Ich sah ihn also auf Französich mit finnischen Untertiteln und so war es genau richtig. Er war so gut, wie ich es mir schon seit sieben Jahren dachte.

18. Die beste „CD“?
Nichts Neues entdeckt. Nichts besonders häufig gehört.

19. Das schönste Konzert?
Leider, leider kein Konzert in diesem Jahr. Dafür ein wunderbarer Opernbesuch.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Arbeit und Familie.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Der Familie in unserem tollen Urlaub. Wir reden immer noch fast täglich davon.

22. Zum ersten Mal getan?
Eine Schulstunde gegeben. Und zum Beispiel Haarspray gekauft. Für die Auftrittsfrisur des Kindes. Ich stand also vor dem riesigen Regal und guckte wie ein Schwein ins Uhrwerk. Was es da nicht alles gibt! Trockenshampoo (?!?), Haarpuder, Haarglanzzeug und eben Haarspray. Strong. Super strong. Super extra strong. Man lernt nicht aus.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Nach Asien gereist und im Regenwald gestanden. Dort einen Blutegel von meinem Bein entfernt. Ostern in Deutschland verbracht. Weihnachten in Deutschland verbracht. Meine alte Schulfreundin umarmt.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die unendlich vielen Stunden im Auto auf dem Weg von und zur Fischforschungsstation. Insbesondere die 80 km Bonus, die ich wegen Trantütigkeit fahren musste. (Sorry hier nochmals an meine Eltern!)

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Vielleicht, dass man sich Ängsten, bei aller Nützlichkeit, auch mal stellen und sie überwinden muss.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Es zieht eigentlich erst übermorgen ein, aber es gehört Pauline schon: das lange gewünschte Haustier.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Auch wenn es eigentlich verrückt war, aber hunderte Kilometer im Weihnachtsreiseverkehr zu fahren um mich für einen halben Tag zu besuchen.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Let’s have a break!

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich bin sehr stolz auf dich.

30. Dein Wort des Jahres?
Das Unwort vom letzten Jahr: Sommer. Er war genau so wie ein Sommer sein muss und ich habe mich danach wie ein neuer Mensch gefühlt.

31. Dein Unwort des Jahres?
Fängt mit P an und hat was mit Fischen zu tun.

32. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Wie immer Anlass die Blogroll zu aktualisieren.

33. Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
Bittedanke wieder so viel Sonne und Wärme. Und weil es 2018 nicht geklappt hat: mehr Zeit!

(2017, 201620152014201320122011201020092008)

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Weihnachtsferien, Tage 7 & 8

Statt in Papier eingeschlagenen Dingen wollten wir drei Schwestern uns in diesem Jahr einen schönen Schwesternabend zu Weihnachten schenken. Der war gestern und er war wirklich sehr schön. Wir gingen zunächst ins Kino um „Der Junge muss an die frische Luft“ zu sehen. Ich kenne das Buch nicht und hatte – sehr untypisch für mich – nicht mal den Trailer gesehen. Deshalb hatte ich auch keinerlei Erwartungen. Schon lange bin ich nicht mehr so schön überrascht worden. Der Film ist nämlich großartig. Sehr lustig und sehr traurig, mit viel Liebe zum Detail und wirklich wunderbaren Schauspielern. Danach spazierten wir (natürlich) zum Weihnachtsmarkt, wo ich mich noch einmal wohlig seufzend umsah und wir schnatternd ein Abendessen einnahmen. Der Abend klang dann leider mit einem Magen-Darm-kranken Kind aus und lief in eine äußerst bescheidene Nacht über. Für heute wurden also alle letzten Verabredungen abgesagt und das Kinde betütelt, damit es morgen zur Heimreise wieder fit ist. Es sieht gut aus, vor zwei Stunden hat sie nach Gummibärchen verlangt (aber nicht bekommen). Möge ich verschont bleiben, wenigstens bis wir zu Hause sind.

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Weihnachtsferien, Tag 6

Der heutige Tag war aus zwei Gründen ganz besonders. Zum einen schien die Sonne und auf der windgeschützten Terrasse meiner Eltern war es so warm, dass man ein Stündchen ohne Jacke auf der Bank sitzen konnte. Oder eben alternativ auf-den-Händen-laufen üben konnte. Am Nachmittag dann klingelte es an der Tür und da stand meine alte, liebe Schulfreundin, die extra 300 km gefahren war, damit wir uns nach 13 Jahren endlich einmal wieder sehen konnten. Neben ihr stand ihre jüngste Tochter, die ein Jahr älter als Pauline ist, und die beiden verstanden sich augenblicklich prächtig. Wir spazierten durch die Straßen unserer Kindheit und erzählten uns 1001 Erinnerung und später fuhren wir auf den Weihnachtsmarkt, der seit einigen Jahren auch nach Weihnachten noch geöffnet hat, und schlugen uns die Bäuche mit allerlei Köstlichkeiten voll. Schließlich liehen sich die Mädchen Schlittschuhe aus und fuhren emsig Runde um Runde um die Herren Goethe und Schiller. Wir Großen stellten uns an ein wärmendes Kesselfeuer und redeten und redeten. So so schön!

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Weihnachtsferien, Tag 5

 

Der heutige Tag stand unter dem Motto faul sein. Pauline verbrachte also den Vormittag im Bett und beschäftigte sich dann mit einem Weihnachtsgeschenk: einer Staffelei, Leinwand und Akrylfarben. Dabei entstand ein ziemlich schönes Bild mit dem Titel Winternacht. Ich beschäftigte mich mit ihrem anderen Weihnachtsgeschenk: einem Buch über Zwerghamster. Und legte mich ausdauernd in die schöne große Badewanne voller schön warmen Wasser mit Kaugummiduft. Wir spielten ein paar Spiele und lachten uns schlapp dabei. Einmal schnappten wir auch frische Luft. Zum Mittag gab es *piep* (darf ich hier nicht sagen, weil es nicht feierlich genug ist, dabei liebe ich grüne Bohnensuppe). Zum Fotografieren war ich wohl auch zu faul, deshalb eben noch ein Bild von Heiligabend. Als Pauline ihre erste Klavierstunde hatte. Auf einem sehr alten Klavier, mit alten Noten und einer mittelalten Lehrerin (mich).

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Weihnachtsferien, Tag 4

 

Zum Mittagessen an einer laaaangen Tafel in einer Wasserburg niedergelassenen und vorzüglich gespießen. Meine Großtante, selbst kinderlos, beugte sich einmal zu mir und sagte anerkennend „Dein Vater hat eine große Familie.“ Später noch gemütliches Beisammensein an einer laaangen Tafel zu Hause. Viel Familie und viel Essen, so muss das an Weihnachten.

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Weihnachtsferien, Tag 3

Frohes Fest!

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Weihnachtsferien, Tag 2

Ach! Hach! Weihnachtsmarkt!

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Die vermisse ich in der Adventszeit in Finnland am Meisten. Es gibt zwar einen Markt, der sich Weihnachtsmarkt nennt, aber er findet in einer grell beleuchteten, riesigen Messehalle mit Bahnhofscharme statt. Und auch sonst. Man kann dort auch nicht schlemmen und, wie beispielsweise Pauline heute, 3 schokolierte Obstspiesse hintereinander essen. Oder so toller Weihnachtsmusik lauschen. Ach! Hach!

 

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Weihnachtsferien, Tag 1

 

”Wir haben uns alle weiße Weihnachten gewünscht und dann ist das jetzt eben so“, meinte der Pilot als kurz vorm Losrollen die Startbahn wegen Schneefalls geschlossen werden musste. Mit über einer Stunde Verspätung kamen wir dann los, haben trotzdem noch den angepeilten Zug in Berlin geschafft und schon am Nachmittag bei meinen Eltern Plätzchen geknuspert. Draußen sind es genau 20 Grad mehr als zu Hause und es regnet, aber dann ist das jetzt eben so.

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21. Dezember

Dunkelster Tag des Jahres :)

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Ich habe mir heute, nachdem die Woche genauso hektisch weiter ging wie die Letzte und ich am Mittwoch (kein Scherz) im Büro eingeschlafen bin, also da habe ich mir heute, als endlich nichts mehr anlag, einfach mal freigenommen. Ich habe den ganzen Vormittag lang laut Weihnachtsmusik gehört und leise mit Geschenkpapier geraschelt und bin dann zur Mittagsstunde ein bisschen vor die Tür gegangen. Ich weiss gar nicht ob man das nachvollziehen kann, in Mitteleuropa beispielsweise, wie besonders so ein Tag wie heute und ein Stündchen Sonnenschein im Dezember sein können. Ich jedenfalls bin plötzlich hellwach und vibriere ein bisschen vor Glück.

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Weihnachten bei Biologen

Auf Arbeit wird ja auch jedes Jahr festlich geschmückt.

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Eine besinnliche Woche im Advent

Montag: 8 Uhr fährt das Uniauto mit dem Chef drin vor. Ich nehme meinen Rucksack, steige ein und dann fahren wir zum ich weiss nicht wievielten Male in diesem Jahr die 400 km in die Fischforschungsstation. Wir sind beide etwas grummelig, denn diese Fahrt wäre eigentlich nicht nötig gewesen und wir hätten beide durchaus eine Menge andere Dinge zu tun. Dank Wintertempolimit (80) zuckeln wir also 6 Stunden durch die Gegend. Immerhin wird es immer winterlicher je östlicher und nördlicher wir kommen und alles sieht so schön aus. Kaum angekommen vermessen wir eben noch einmal die 420 Fische in der eiskalten Fischhalle, tauen uns danach in der Sauna wieder auf und sitzen dann noch bis fast Mitternacht in der Küche und malen Graphen in den Computer. Wir stellen fest, dass uns dieser ausserplanmässige Besuch richtig gute und interessante Daten beschert hat und sind versöhnt.

Dienstag: 8 Uhr lassen wir uns zur Besprechung nieder. Wenn wir schon mal da sind. Zwei Stunden später sammeln wir die 420 Fische ein um sie nach draussen zu bringen und nun endlich das Experiment zu starten. Und dann läuft es, wie es dort eben immer so läuft. Das Quad springt plötzlich nicht mehr an. Einer holt sein Privatauto, aber da sitzen noch zwei Hunde drin. Eine Minute später spaziere ich mit zwei grossen, aber ausserordentlich gut erzogenen Jagdhunden an der Leine zwischen Fischbecken umher. Gerade wollen wir die Fische in die Becken giessen, da reisst der Techniker die Tür des Wohnwagens, in dem die ganze Technik steht, auf und ruft: Halt! Ich muss eben noch ein technisches Problem beheben.

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11:28 Hellste Stunde des Tages.

Aber irgendwann sind die Fische da wo sie hinsollen, wenig später sitzen wir wieder im Auto und ich vertreibe mir die Zeit mit dem Korrekturlesen von zwei Bachelorarbeiten. Die Familie, soeben auf dem Rückweg von der Turnhalle, liest mich an der Uni auf und um 19 Uhr lassen wir uns am Abendbrotstisch nieder.

Mittwoch: Aus diversen Gründen, unter anderem weil der Bautenzug meiner Gangschaltung gerissen ist und ich weder Zeit noch Lust habe zu laufen, arbeite ich zu Hause. Nebenbei noch die eine oder andere Weihnachtssache erledigen wäre schön, aber ich komme nicht dazu. Immerhin schaffe ich es im mittäglichen Schummerlicht eine halbe Stunde lang frische Luft zu schnappen. Kurz vor 18 Uhr fahren wir mit dem Auto die 200 Meter bis zur Schule. Weihnachtsfeier. Die Drittklässler, die seit wenigen Wochen Blockflöte lernen, flöten uns etwas vor, wir singen gemeinsam Weihnachtslieder, ein paar Jungs erzählen Witze und die Mädchen haben wieder Tanzaufführungen vorbereitet. Fünf Minuten nachdem das Buffett eröffnet wurde stehen wir, noch kauend, wieder auf. Pauline muss noch zur Generalprobe für die Weihnachtsshow des Gymnastikvereins, sage ich entschuldigend zur Lehrerin. Ach ja, sagt sie und lacht, da müsste ich eigentlich auch gerade sein. Der Iso rast mit Pauline ans andere Ende der Stadt, ich laufe nach Hause, setze mich an den Schreibtisch und starre eine Stunde lang die zu schreibenden Weihnachtskarten an.

Donnerstag: 8 Uhr verlasse ich das Haus, fahre im schwersten Gang in die Uni und fange endlich an mein Manuskript zu überarbeiten. Denke, tippe, mache. 15 Uhr springe ich auf und fahre im schwersten Gang zur Fahrradwerkstatt. Von dort laufe ich an’s andere Ende der Innenstadt und lasse mir eine Grippeschutzimpfung verpassen. Als ich um 16 Uhr aus dem Ärztehaus komme piept mein Handy: Dein Fahrrad ist fertig. Eine grossartige Werkstatt habe ich da aufgetan! Ich laufe also zurück und fahre, aaaah so leicht, nach Hause. Dort steht freundlicherweise das Abendessen parat. Dann springe ich wieder auf und bastele Pauline mithilfe von Haarspray, einem Haarnetz und einer Menge Haarnadeln einen Dutt auf den Kopf. Wir steigen ins Auto und fahren zur Weihnachtsshow. Unterwegs schaue ich bedauernd in Richtung Stadtkirche. Dort fängt gleich das Weihnachtskonzert des Lieblingschors, zu dem ich doch jedes Jahr gehe, an. Bei der Weihnachtsshow ist bereits Pause. Gern hätte ich mir alles angesehen, aber das war beim Besten willen nicht zu schaffen. Ich zahle 10 Euro Eintritt um mir die letzte halbe Stunde anzusehen. Die ist allerdings wirklich sehr sehenswert. Paulines Klassenlehrerin sehe ich über die Bühne schweben. Und die Männergruppe, die wirklich sehr lustig sind. Als letztes sind die 9-10 Jährigen dran. Fünfzig Glitzermädchen aus 5 Mannschaften, die gemeinsam eine richtig schöne Aufführung machen. Dann habe ich einen Ohrwurm: Maailma on kaunis…

Freitag: Um 7 Uhr versuche ich das arme Kind aus dem Bett zu pelzen. Morgen kannst du ausschlafen, höre ich mich sagen und dann schlage ich mir die Hand vor den Mund. Äääh, am Sonntag. Nach der Uni habe ich einen Termin beim Optiker. Dort verbringe ich 1,5 Stunden und verprasse meine üppige Steuerrückzahlung für meine erste Gleitsicht(!)brille. Herrje. Noch im Brillenladen fühle ich mich zunehmend matschig, vermutlich die Impfung. Aber wo ich doch schonmal im Einkaufszentrum bin, erledige ich noch eben die letzten Weihnachtseinkäufe. Gegen 20 Uhr bin ich zu Hause und gehe ohne Umwege ins Bett.

Samstag: 6:45 Uhr klingelt der Wecker. Frühstück und erneutes Frisurenbasteln. Ich fühle mich noch matschiger. Der Iso fährt Pauline zur Turnhalle und macht den Wocheneinkauf. Ich erledige Dinge, die schon die ganze Woche über liegen geblieben sind. Als er zurückkommt, klatschen wir uns ab und ich fahre zur Turnhalle. Dort zahle ich 5 Euro Eintritt und sehe mir Paulines Wettkampfauftritt an. Super.

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Und dann! Dann fahren wir nach Hause, ich backe einen Mohnstollen und während ich ihn genüsslich kaue, geniesse ich den Gedanken für dieses Wochenende nirgends mehr hin zu müssen. Und dann wird mir endlich wieder weihnachtlich zu Mute.

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lumiukko

Was in Deutschland „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist hier der Film „Lumiukko“. Jedes Jahr an Heiligabend wird er im öffentlichen Fernsehen ausgestrahlt und für viele Finnen ist er fester Bestandteil des Tages.

Ich kannte die Geschichte zuerst als Buch. Vor einigen Jahren streifte ich in der Adventszeit durch die Kinderabteilung einer deutschen Buchhandlung, auf der Suche nach einem Geschenk. Ich sammelte eine Handvoll Bücher ein und versank mit ihnen in einem weichen Sessel mit riesigen Ohren. Es waren allesamt schöne Bücher, aber „Der Schneemann“ von Raymond Briggs war mit Abstand das Schönste. Ich schlug die erste Seite auf und konnte gar nicht anders als es mir ganz in Ruhe bis zum Ende anzusehen. Eine ganze, richtige Geschichte, die komplett ohne Wörter auskommt. Mit kleinen, feinen Buntstiftzeichnungen, die so gut sind, dass sie einen sowohl froh, als auch traurig machen können.

Ich hatte bis dahin schon oft von DEM Weihnachtsfilm in Finnland gehört, in dem es um einen Schneemann gehen sollte, aber es brauchte noch ein paar Jahre bis ich die zwei in Einklang brachte. Und letztes Jahr in der Weihnachtszeit, da sah ich ihn mir endlich einmal an. Das Buch hatte ich seither nicht mehr angesehen, es war ja wie gesagt ein Geschenk gewesen. Aber der Film trug deutlich dessen Handschrift und funktionierte auch ganz genauso. Nur Bilder und Musik, kein einziges Wort. Mal abgesehen von einem Lied, das von einem Jungen gesungen wird. Und was für ein schönes Lied.

Jedes Jahr im Dezember wird der Film ausserdem in unserem Stadttheater vorgeführt. In Begleitung des Sinfonieorchesters. Und als ich Anfang November Karten dafür buchen wollte, da waren die insgesamt vier Veranstaltungen schon fast komplett ausverkauft. Aber ich ergatterte noch zwei in der ersten Reihe. Da sie eben fast als einziges noch frei waren, dachte ich mir, dass die erste Reihe hier vielleicht nicht die Beste ist. Aber das war sie. Wir sassen direkt vorm Orchester (einen Orchestergraben in dem Sinne hat unser Theater nicht) und hatten sowohl die Musiker, als auch den Film genau im Blick. Und der etwa achtjährige Junge, der nicht nur unglaublich niedlich aussah, sondern mit einer wunderschönen, klaren Stimme „Avaruus“ sang, der stand genau vor uns.

Pauline, die den Film zum allerersten Mal sah, war auch begeistert. Und sie bewunderte den Jungen. Für seine schöne Stimme und den Mut sich vor ein ausverkauftes Theater zu stellen und zu singen. Ausserdem sah sie immer wieder rüber zur Harfenistin, die sie an ihre beste Freundin erinnerte. Wir stellten auch fest, dass es gar nicht mal so einfach ist immer punktgenau zum Film zu spielen. Lichtschalter an – aus – an – aus, das muss man erstmal treffen. Aber das Orchester hat das ziemlich gut gemacht. Hach, es war so ein Abend wie man ihn nur jedem im Advent wünschen kann. So wohlig.

Also, falls ihr den Film noch nicht kennt und mal 25 Minuten übrig habt, dann schaut ruhig mal:

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Winterfest

Es muss im Februar gewesen sein, da rutschte mein Fahrrad mal wieder auf dem vereisten Radweg davon und begrub mich unter sich. Ich begann unflätig zu fluchen, stand auf (und sah mich hektisch um – so finnisch ist man dann schon nach all den Jahren), rieb mir das schmerzenden Knie, trat gegen das blöde Fahrrad, dann gegen das blöde Eis und humpelte, das Fahrrad schiebend und weiter schimpfend wie ein Rohrspatz, die letzten 2 km nach Hause. Denn in dem Moment hatte ich mir geschworen erst wieder Fahrrad zu fahren wenn die letzten Schneeflocke geschmolzen wäre. Und noch etwas schwor ich mir, denn mir war klar, dass ich womöglich nicht mehr lange mit nur einem Riesenschreck und einem Riesen-blauem Fleck davon kommen würde: Bevor ich das nächste Mal im Winter Fahrrad fahre, schaffe ich mir Winterreifen mit Spikes an.

Nun habe mir auch im Jahre 2003, als ich mit Influenza darniederlag und es mir wirklich, wirklich, richtig schlecht ging, also da habe ich mir auch geschworen mich von nun an jedes Jahr impfen zu lassen. Und wie oft habe ich das seither gemacht? Genau. Nie.

Denn wenn ich etwas richtig gut kann, dann ist das prokrastinieren. Abend für Abend auf dem Sofa liegen und missmutig daran zu denken was alles zu tun wäre. Zu überlegen, dass ich doch endlich mal mit den Fotobüchern anfangen sollte, mit denen ich 3 Jahre im Rückstand bin oder, dass ich endlich mal das tolle Futterhäuschen aufhängen sollte, das ich vor 2 Jahren geschenkt bekam. Am nächsten Abend fällt einem außerdem noch ein, das man schon wieder ewig nichts mehr ins Blog geschrieben hat und am übernächsten, dass bald Winter ist und man Spikereifen braucht und dann, dass im Winter immer Grippewelle ist. Und dann wird einem vor lauter zu erledigenden Dingen ganz schwindelig.

Der Iso predigt mir seit 23 Jahren To-do-Listen. Das mag ein schönes Konzept sein, ich habe auch schon mehrmals welche geschrieben. Die nehme ich dann mit auf’s Sofa und lese sie mir immer wieder durch.

Weil ich mir aber langsam selbst auf den Geist gehe, habe ich mir nun das 3-Punkte-System ausgedacht. To-do-Listen, ja. Aber zusätzlich muss ich, und zwar bevor ich mich auf’s Sofa fallen lasse, täglich 3 Dinge davon erledigen. Also, nicht etwa ein ganzes Fotobuch erstellen, Winterreifen aufziehen und dann einen Blogeintrag darüber schreiben, klar. In realistischem Maße. Eine Seite im Fotobuch erstellen, im Internet recherchieren wie man ein Vogelhaus aufhängen könnte, wenn man keinen Ast zur Verfügung hat (die Bäume sind alle zu groß) und mal raus gehen und gucken welche Größe die Fahrradreifen haben. Zum Beispiel. Dann hat man vielleicht 30 Minuten aufgewendet, ist überall einen Schritt weiter gekommen und kann danach auf dem Sofa – weil man nun nicht mehr über den Berg zu erledigender Dinge nachdenken muss – ein Buch lesen. Und Montags hat man frei.

Ich mach das jetzt seit September. Vorsichtshalber habe ich niemandem davon erzählt, falls ich nämlich – und das hätte mich auch nicht überrascht – nicht länger als eine Woche durchhalte. Aber es klappt. Manchmal ist es vielleicht schon Schlafenszeit, bevor ich überhaupt Zeit hätte mit irgendeinem Listenpunkt anzufangen. Dann versuche ich mich an 3 Dinge zu erinnern, die ich an dem Tag schon gemacht habe, und die vielleicht auch zählen könnten. Zum Beispiel fällt mir ein, dass ich eine Maschine Wäsche gewaschen, mit dem Kind Heimatkunde gelernt und für die Familie Abendbrot gemacht habe und gehe dann schlafen. Vielleicht veralbere ich mich so selbst, indem ich Dinge an den Haaren herbei ziehe, aber theoretisch könnten die ja auf der Liste stehen. Außerdem lag ich nicht jammernd auf dem Sofa.

Und: ein Fotobuch steht im Regal, das Zweite ist fast fertig. Das Vogelhäuschen hängt (an einem Laternenpfahl für Gräber), macht Blau-, Kohl- und Weidenmeisen satt und mich glücklich. Das Fahrrad fährt sich mit insgesamt 722 Spikes sehr gut auf 3 mm Schnee (ausserdem ist es geputzt und generalüberholt – nicht durch mich, aber ich habe die Werkstatt ausfindig gemacht und das Fahrrad hingebracht) und der Termin für die Grippeschutzimpfung ist in zwei Wochen. Unter anderem.

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Oh, beach please!

Vorhin stolperte ich über diesen Spruch und er entsprach genau meiner Meinung. Ich setzte mich also an den Computer und klickte mich seufzend durch die Urlaubsfotos. Wieder und wieder und wieder. Hach! Wollt ihr eigentlich auch noch welche sehen?

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Ein Zoobild, aber trotzdem ein Prachtkerl. Mit Prachtnase :)

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Lieblingspark.

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Oh, mountains please!

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Und beach!

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Lustiges Kerlchen.

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Noch einer.

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Ein Kind geht durch Mangroven.

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Oh, rainforest please!

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Der sieht jetzt natürlich auf dem Bild winzig aus.

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Man muss aber bedenken wie gross dort die Blätter sind.

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Der hier hat auch nur gerade so auf’s Bild gepasst.

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Affenperspektive. Mir wird jetzt noch ganz zittrig.

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Bananas please!

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Aus der Reihe: Lustige Strassenschilder. (In den Arabischen Emiraten. In Australien.)

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