Mannschaftsabend

Und dann war da noch der Mannschaftsabend (Teambuilding!) von Paulines Gymnastikmannschaft.

Beim Mannschaftselternabend wurde ich gefragt ob ich… na wortwörtlich übersetzt einer der zwei Mannschaftsdirektoren sein könnte. Ich hatte meine Antwort parat, denn ich hatte mir das schon vorher genau überlegt. Der sogenannte Jo-Jo (Fragt nicht! Als zum allerersten Mal, noch in der alten Mannschaft, die davon Rede war, dachte ich es ginge um die Aufführung und die würde Jo-Jos beinhalten. Ist aber nur eine Abkürzung.) ist die Verbindung zwischen Verein und Mannschaft – man kümmert sich um den Informationsfluss von Verein zu den Eltern und umgekehrt, verwaltet die Mannschaftsfinanzen usw. Man muss zum Beispiel zu Versammlungen gehen, dort die wichtigsten Informationen herauspicken und dann an die Eltern weitergeben. Man muss etliche Dinge wie Wettkampfreisen organisieren und dafür jede Menge Telefonate führen. So Kram. Kram für den man möglichst gut Finnisch können muss. Ich verneinte also bedauernd. (Pauline hielt mir hinterher einen längeren Vortrag. Darüber, dass ich immer vorm Finnisch weglaufe, anstatt Herausforderungen anzunehmen, mit deren Hilfe ich die Sprache besser lernen könnte. Tja!) Der andere Jojo, die Mutter die das schon seit Jahren macht, war – berechtigterweise – ein wenig pikiert, denn alle anderen anwesenden Eltern hatten vor mir auch schon aus diversen Gründen verneint. Und dann sagte sie, dass ich dann ja wenigstens den Mannschaftsabend organisieren könnte, dafür bräuchte ich nämlich kein Finnisch. (Haha!). Und dann war die Rede von irgendeinem Laken und ich verstand schon wieder nur Bahnhof.

Sie bemühte Google und zeigte mir bildlich worum es ging. Die Mädchen sollten nämlich am Mannschaftsabend ein „Unterstützungslaken“ (Herrgott, Übersetzer werde ich jedenfalls mal nicht.) basteln. So ein Banner, das bei Wettkämpfen aufgehängt wird um die Mannschaft anzufeuern. (Anfeurungsbanner? Auch nicht besser.) Das hatten sie in der alten Mannschaft nicht und mir waren die auch noch nie aufgefallen. Aber so eins sollte ich jedenfalls vorbereiten. (Unter anderem.) Ich besah mir die Bildchen und nickte ergeben. Prima, sagte die Trainerin, das Thema ist dann Wald.

Zu Hause besah ich mir nochmals die Vorlagen und fing dann an zu malen. Dann schaute ich zwischen meinen Skizzen und den Bildern im Computer hin und her und musste grinsen. Das hatten sie nun davon mir das aufzudrücken. Rosa-glitzer-blingbling ist nämlich eher nicht meine Welt, auch wenn es natürlich die Gymnastikwelt ist. Gebt halt mir nicht so eine Aufgabe, schon gar nicht mit Thema Wald. Ich bereitete also vor.

Dann kam der Abend und als allererstes machten die Sportlerinnen… Sport.

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Was mich ja immer wieder beeindruckt: diese finnischen Kinder. In anderen Teilen der Halle ging es deutlich höher hinaus als im Bild zu sehen und das war dann nicht jedermanns Sache. Aber umso schwerer es einer fiel oder umso ängstlicher sie war, desto mehr Jubel und Applaus bekam sie. Keiner, nicht eine, sagte irgendein abwertendes Wort oder guckte auch nur so.

Nachdem sich die Äffchen dann müde geklettert hatten, chauffierten wir sie in die Vereinsräumlichkeiten und versorgten sie mit gesundem (Sportler!) Essen. Na und ein paar Gummibärchen zum Nachtisch. Und dann ging es ans Laken. Ich stellte meine Ideen vor (auf Finnisch wohlgemerkt), die Mädchen waren begeistert (sie sind alle im besten Harry-Potter-Alter, da kommt eine Eule immer gut.) und dann legten wir los. Es ergaben sich noch ein paar neue Ideen, die mir persönlich nicht soo gefielen, aber es sollte ja ihr Laken werden. Also ermunterte ich sie freundlich. Innerlich war ich etwas angespannt, denn nicht nur war eine der anwesenden Mütter Handarbeitslehrerin, während ich beispielsweise noch nie mit Stofffarbe gearbeitet habe, sondern eben auch wegen der eher anderen Aufmachung. Und prompt: Das ist ja mal ganz was anderes. Das wird aber auffallen. *Pause* Mädels, ich glaube ihr werdet das allerschönste Unterstützungslaken haben.

Ich glaube auch.

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Science rocks

Was mich im September noch so in Atem hielt war die Europäische Nacht der Forscher. Ich weiss nicht wie gross das in Deutschland ist, hier in Finnland und ganz besonders an unserer Uni ist es seit einigen Jahren eine jährlich wachsende und richtig gut angenommene Veranstaltung. Unis und Forschungsinstitute laden an einem Freitagabend im September die Allgemeinheit zu sich ein und stellen ihre Forschung vor – zum Anfassen, Mitmachen und Verstehen.

Normalerweise kommunizieren wir über unsere Arbeit nur mit anderen Wissenschaftlern. Seit einigen Jahren wird uns aber immer mehr bewusst wie wichtig es ist darüber hinaus zu gehen. Da ein Grossteil unserer Forschung durch Steuergelder finanziert wird, müssen wir transparent sein und Verständnis schaffen. Gerade in Zeiten, in denen Forschungsgelder überall auf der Welt immer weiter zusammengekürzt werden, brauchen wir die Leute auf unserer Seite, müssen wir ihnen zeigen wie wichtig das ist was wir machen. Und nicht nur uns wird das Geld immer knapper, sondern auch den Schulen. Da Bildung aber nach wie vor die beste Investition in die Zukunft ist, müssen wir die Ärmel hochkrempeln und eben selber Bildung anbieten. In Zeiten von Klimawandel und Artensterben mehr denn je. Dafür ist diese Nacht der Forscher da.

Ich gehörte in diesem Jahr zum Organisationsteam und wir haben seit Monaten an der Vorbereitung gearbeitet. Am Abend selbst waren allein bei uns Biologen knapp 90 Wissenschaftler und Studenten auf den Beinen um ihr Wissen zu teilen. Es gab schon am Morgen workshops für Kindergarten- und Schulgruppen, die spielerisch lernen konnten wie Bakterien resistent gegen Antiobiotika werden. Oder wie neue Arten entstehen, am Beispiel von Pokemons. Am Abend gab es unzählige verschiedene Stationen, eine cooler als die andere. Wir hatten verschimmeltes Brot unterm Mikroskop, es gab echt gifitige Giftfrösche, man konnte mit Fruchtfliegen ein Experiment machen, Bärtierchen bewundern und erfahren warum die schon im Weltall waren, mit einem lustigen Spiel lernen warum sich invasive Arten so schnell verbreiten, Proteinkristalle in allen Farben bewundern, die Welt mit den Augen von Schmetterlingen und Bienen sehen und noch viel mehr. Es gab mehrere Vorlesungen (Die Evolution furchterregender Dinosaurier – für Kinder) und ein Quiz bei dem es tolle Preise zu gewinnen gab (Basilikumsamen zum Beispiel). Und das waren nur wir, es gab ein fast ebenso so tolles Programm bei den Chemikern, den Physikern, den Nanowissenschaftlern, den Musikern, den Sportlern und ich weiss nicht wo noch. (Insgeheim gibt es natürlich einen Wettberwerb wer von uns die meisten Besucher anlockt. Wir waren Zweite dieses Jahr und das Ziel für nächstes Jahr ist klar.)

Und das Wunderbarste? Die Leute kommen. Sie kommen in Strömen. Sie sind neugierig, aufgeschlossen und interessiert. Sie warten geduldig an den Mikroskopen bis sie dran sind (sagte ich, dass es voll war?) und bedanken sich am Ende begeistert. Kinder stehen mit grossen Augen vor uns und hängen uns an den Lippen. Sie flitzen fiebrig von einer Station zur Nächsten um wirklich alle Quizfragen zu lösen. Im Dinosauriervortrag konnte meine Kollegin irgendwann aufhören zu erzählen, weil die Kinder selbst so viel wussten und sich eifrig mitteilten. Ich rannte den ganzen Abend hin und her, sah nach dem Rechten, wies den Weg, löste Probleme. Aber einmal kurz hielt ich ganz still, liess die Besucher um mich wuseln und speicherte mir den Moment unter besonders glücklichen Erinnerungen. Ich war unfassbar gerührt über all die Leute die zu uns gekommen waren, all die Leute mit richtigem echten Interesse. Zweitausend Menschen nur bei uns Biologen. Über 14 000 in der ganzen Uni. Für eine mittelgrosse finnische Stadt ist das überwältigend.

Ich bin den ganzen Tag über nicht zum Fotografieren gekommen, aber hier gibt es einen prima Eindruck:

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Stupor!

Vielleicht weiss ich jetzt wie es sich anfühlt wenn man vom Schockzauber getroffen wird.

Es sind Herbstferien. Ich habe leider keine freien Tage mehr. Der Iso aber schon und so brachen Vater und Tochter heute in den Urlaub auf. Es kam schon zwei oder drei Mal vor, dass ich über Nacht alleine zu Hause war, aber noch nie EINE GANZE WOCHE lang. Ich winkte dem Auto noch nach, als es schon lange nicht mehr zu sehen war und irgendwann schloss ich die Haustür hinter mir und stand da wie vom Donner gerührt. Da war eine Mischung aus einer grossen Portion Traurigkeit, einer Mittleren Schreck und einer kleinen, zugegeben, Vorfreude. Ich habe in der letzten Woche lauter Dinge aufgeschrieben, die ich diese Woche über machen könnte. Und da sind nicht nur lästige Erledigungen dabei, für die jetzt endlich Mal Zeit wäre, sondern auch richtig schöne Sachen, wie ein ganzes Buch am Stück von vorn bis hinten durchlesen oder Kutschenfilme gucken. (Kutschenfilme nennt der Iso das Genre, welches ich am liebsten sehe, weil in der Regel als erstes eine Kutsche vorfährt.) Aber für eine halbe Stunde war ich wie gelähmt, wollte überhaupt gar nichts machen und starrte verwirrt aus dem Fenster. Dann begann ich automatisch die Küche aufzuräumen und dann griff ich mich an den Kopf. Aufräumen!?! Stattdessen spazierte ich in unser „Lager“, pustete den Staub von der Kiste mit den DVDs und nach etwa dreissig Minuten Jane Austen liess der Schockzauber nach.

(Apropos Schockzauber, ich mag auch unbedingt Filme, in denen Zauberstäbe geschwungen werden. Gleich mal noch auf die Liste schreiben.)

Und apropos Kutschenfilme. Ich war in dieser Woche auch schon im Kino. Nun fahren in Downton Abbey eher weniger Kutschen, aber im Grossen und Ganzen passt es doch ganz gut in die Kategorie. Ich bin übrigens kein Fan der ersten Stunde. Im Grunde bin ich überhaupt kein Fan von Serien. Nichts gegen gute Geschichten die endlos weiter gehen, aber genau deshalb sind Serien oft nicht sooo gut gemacht. Und es macht mich wahnsinnig, dass in jeder Folge unbedingt irgendetwas passieren muss, um des Passierens Willen, und es mit fortschreitenden Staffeln immer abstruser wird. Ich schaue also quasi nie Serien. Anlässlich des Kinofilms hat das finnische Fernsehen alle Staffeln in diesem Jahr wiederholt und ich hatte schon so viel Gutes über Downton Abbey gehört und mag die 20iger Jahre wirklich sehr. So ergab es sich. Tatsächlich gab ich fast zu Anfang auch gleich wieder auf, weil Mr. Pamuks Tod ein solcher an den Haaren herbeigezogener Quatsch war. Aber es war ansonsten eben doch ziemlich gut gemacht und so wenig ich selbst aussehe, als würde mich Mode interessieren, so sehr gucke ich mir doch gern schick angezogene und aufwändig frisierte Leute an. Und jetzt dann also der Kinofilm. Es war sehr schön viele Charaktere wieder zu sehen, es traf genau meinen Humor, war mit Liebe zum Detail gemacht und am Ende war (fast) alles gut. Der Film war wie eine grosse Schüssel warmer Griessbrei mit Zucker und Zimt.

Danach dann durch die Frostnacht nach Hause radeln, über den glattgestrichenen See in dem sich die Stadt und der Mond spiegelten, das war auch ziemlich toll.

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(Das lila Dings ist übrigens kein Ufo. Sondern ein Wasserturm.)

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Fisch-Finale

Der Grossteil unserer diesjährigen Experimente war ja bereits im Sommer gescheitert, aber ein paar Fische schwammen noch im Dienste der Wissenschaft umher. Und so machten wir uns im September noch einmal auf in die Fischforschungsstation. Noch zwei letzte Wochen in diesem Jahr Fische fangen, wiegen, messen und manche auch sezieren. Es ging hoch her und wir hatten lange, verrückte Tage. Am letzten Abend entkorkte der Chef eine Flasche Wein um das Ende der Feldsaison zu feiern. Und ich seufzte erleichtert „Morgen wird peanuts“ hervor, denn es war wirklich nur noch ganz wenig zu tun.

Murphy und so. Oder halt Pechjahr. Jedenfalls bemerkte ich am nächsten Morgen, dass in unserer Datei (und zwar in allen Sicherheitskopien) ein Teil der Daten fehlte. Wie genau das passiert ist weiss ich nicht. Es hat wohl was mit ‚im Eifer des Gefechts die Datei in die falsche Richtung überschrieben‘ zu tun. Jedenfalls waren viele wichtige Zahlen verschwunden. Dass wir wirklich müde waren bemerkte man daran, dass nun eine Person anfing Dinge durch die Gegend zu werfen und eine andere Tränen zu vergiessen. Als wir damit fertig waren bissen wir die Zähne zusammen und machten die Arbeit halt noch mal. Immerhin war das möglich. Immerhin dauerte es nur sechs Stunden. Und an Weihnachten, glauben wir, können wir womöglich darüber lachen.

Die ganzen zwei Wochen lang war übrigens herrlichstes Herbstwetter. Einmal ging ich  „kurz“ nach draussen um ein Foto von den Aussenanlagen zu machen. Für das Poster, das ich nebenbei auch noch eben erstellte. Und dann verzettelte ich mich ein wenig in der Sonne.

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Fischtransport

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Ach, hallo!

Ach, hallo, Blog! Ich hatte in den letzten 4 Wochen enorm viel um die Ohren und keine Zeit hier vorbeizuschauen. Aber ab genau heute fahre ich wieder in ruhigeren Gewässern und kann alles Unerzählte nachholen.

Ach, hallo, Schnee! Sehr schön dich zu sehen. Noch ist der Boden zu warm für dich, aber die Ameisen, immerhin, können schon Schlitten fahren.

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Industrietourismus-Wochenende

Geplant war das nicht, es ergab sich so. Am Freitag Nachmittag, nach einem langen Tag Homeoffice mit angestrengtem Nachdenken, brauchte ich frische Luft. Also spazierte ich zur Kläranlage.

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Ich kann nicht sagen, dass es rund um die Kläranlage gut riechen würde. Aber irgendwie gehe ich gerne dort spazieren. Natürlich auch, weil man von uns aus erst einmal eine Weile durch den Wald laufen muss um hinzukommen. Aber ich finde, das sieht alles hochspannend aus. Und wünsche mir immer, ich könnte da mal reingehen und jemand würde mir alles erklären. Ich könnte mir sogar vorstellen da zu arbeiten wenn es irgendwann in der Uni nichts mehr für mich zu tun geben sollte. Irgend etwas laboriges. Nach vielen Jahren erst mit Mäusen und dann mit Fischen bringt mich so ein bisschen faules Ei auch nicht mehr um.

Heute dann Fahrradausflug. Seit Wochen schon schlägt der Iso immer und immer wieder eine Tour unter dem Motto „Entdecke wo du lebst“ vor. Ich hatte auch heute wieder keine Lust, aber man kann ja nun nicht immer ’nein‘ sagen. Wir fuhren also zum Heizkraftwerk.

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Das ist noch gar nicht soo alt, jedenfalls waren wir vor ihm da. Ein bisschen spannend sieht es auch aus, aber ich glaube, ich muss nicht noch mal wieder kommen. Den 140 m hohen Schornstein sieht man sowieso von überall. Von unserem Hausstrand, zum Beispiel.

Ein bisschen Natur gab’s zum Glück auch noch.

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Stockholm

Der diesjährige Geburtstagswochenendausflug des Isos ging nach Stockholm. Wie auch schon letztes Jahr hätte ich das Wochenende zunächst lieber unter der Bettdecke verbracht, weil IMMER muss ich verreisen. Aber natürlich wurde es dann doch wunderbar. Was für eine tolle Stadt!

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21:00 Uhr. Turku malt uns zum Abschied schöne Farben an den Himmel. Um Mitternacht spielen auf der Fähre noch Poets of the Fall. Wäre sicher schön gewesen, wir schlafen allerdings tief und fest. Oder naja, wie man auf so ’nem Boot eben so schläft.

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6:30 Uhr Ankunft in Stockholm. Vater und Tochter planen den Tag (im Freizeitpark gegenüber).

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Aber vorher gehen wir noch frühstücken und besuchen das Rathaus. So früh am Morgen sind nur wenige Touristen unterwegs und man hat die Chance einen Blick auf die heimische Fauna zu werfen.

DSCF8749 2Wir besteigen den Rathausturm und gucken einmal rundherum.

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Das Glück mit dem Wetter grenzt an Unverschämtheit.

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Dann trennen sich unsere Wege. Die Familie lässt sich in Gröna Lund durchschütteln und ich spaziere durch die Stadt. Einige andere Menschen kamen auch auf die Idee.

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Ich laufe und laufe. Kaufe ein bisschen ein. Und kehre in einem Libanesischen Restaurant ein. Mir geht’s vielleicht gut!

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Abba-Land!

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18:30 Uhr. Ich hole die Familie im Freizeitpark ab, sie wirkt leicht abgekämpft, hatte aber auch einen tollen Tag. Wir tuckern mit einem kleinen Bötchen zum grossen Pott und schaukeln zurück nach Finnland. Tschüss Stockholm! Danke, für den schönen Tag!

Am Sonntagmorgen steht die Mäusefamilie heroisch noch vor 8 Uhr auf um uns zum Frühstück zu empfangen. Danke auch dafür :)

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Anekdote der Woche

Ein Mann beobachtet den Iso bei der Verrichtung seiner Arbeit. Dann will er einen Scherz machen und sagt (auf Finnisch) „Du machst das aber ordentlich und penibel, du bist wohl Deutscher, hehe.“

Hehe.

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Darum

Letzte Woche war ich auf Tagung in Turku. Eintausenddreihundert Evolutionsbiologen aus aller Herren Länder trafen sich zum Austausch. Wissenschaftlich war es erstklassig und auch sonst. Beispielsweise war die Tagung, wie hier schon erwähnt, plastikfrei. Es gab nur an zwei von sechs Tagen Fleisch zu essen (wenn man mal von den Grillen im Salat absieht). Die Lebensmittel waren alle regional. Es gab eine kostenlose Kinderbetreuung. Drei von fünf geladenen Programmrednern (? keynote speaker) waren weiblich. Weil Studien gezeigt haben, dass die Identität des ersten Fragestellers nach einem Vortrag beeinflusst wer sich noch traut eine Frage zu stellen, wurde darauf geachtet, dass dieser jung und/oder weiblich war. Auch dann wenn Koryphäen gleich vorn in der ersten Reihe ungeduldig mit den Armen wedelten. Weil viele Leute aus vielen verschiedenen Gründen nicht an der Tagung teilnehmen konnten, wurden alle Vorträge (mit Einverständnis des Redners) live gestreamt. Es wurden Schulklassen eingeladen um zu gucken wie so eine Tagung vor sich geht und um Wissenschaftler kennenzulernen. Weil sowieso gerade Pride week war, gab es eine von der Tagung organisierte LGBTQ Veranstaltung. Weil Teilnehmer mit Kindern abends eher schlecht in die Tagungsbar gehen konnten (dort gab es übrigens extra spezielles Bier für uns, mit dem Namen ‚beer reviewed‘ hehe), gab es auch ein geselliges Beisammensein der Familien auf einem Spielplatz. Wer sein Poster nicht wieder mit nach Hause nehmen wollte, konnte es zum recyceln geben. Die Schlüsselbänder (für die Namensschildchen) wurden für die nächste Tagung wieder eingesammelt. Und nicht zuletzt fand das abschliessende Festessen im Muuminland statt.

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Ein Finne, den ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, kam während der Woche auf mich zu und rief halb belustigt, halb erstaunt: „Du bist doch immer noch hier! Was gefällt dir denn nur so an Finnland?“ Hm, mal überlegen…

Hier auch noch eine gute Antwort:

(Und der Akzent natürlich <3)

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Ach jo!

Den kleinen Maulwurf und sein Seufzen habt ihr im Ohr? Genauso habe ich mich in den letzten 1,5 Wochen, seit die Schule wieder angefangen hat, auch oft angehört. Das Hamsterrad läuft noch etwas unrund.

Das frühe Aufstehen! An einem Morgen letzte Woche habe ich dem Wecker ziemlich deutlich meine Meinung gesagt. Und dass obwohl ich morgens sonst gar nicht gesprächig bin. Jeden Tag habe ich etwas anderes Wichtiges vergessen mitzunehmen. Den Schlüssel, das Handy, das Mittagessen… Auf Arbeit prasseln unentwegt Emails aus zwei Listen auf mich ein. Die eine von allen acht Beteiligten eines riesigen Langzeitexperiments (3000 Lachse, 3 Jahre), für das ich – schnell schnell – bevor wir entscheiden wie genau es weiter geht, schon mal die ersten Daten analysieren sollte und wozu jeder noch irgendetwas anderes analysiert haben will: „Mach mal schnell noch dies!“ „Hier, bitte sehr!“ „Nein, so doch nicht!“. Die andere Liste vom sechsköpfigen Organisationsteam der diesjährigen Nacht der Forscher Ende September (in der die Uni die Öffentlichkeit einlädt und wir unsere Forschung vorstellen) wofür es noch abertausende Dinge vorzubereiten gibt. Die vielen Termine des Kindes, die koordiniert werden müssen – drei Kindergeburtstage in einer Woche, zusätzlich zu Hobbys und Schule und… Ach jo!

Falls das überhaupt möglich ist, fällt Pauline das frühe Aufstehen noch schwerer als mir. So ziemlich jeden Morgen brüllt ihr Wecker minutenlang, während sie tief und fest daneben schlummert. Wenn ich dann noch physische Reize hinzufüge, kann ich mir ihre deutliche Meinung anhören. Die neue Schule, die neue Klasse, den neuen Lehrer, die neue Sprache, die neue Gymnastikmannschaft – das findet sie alles sehr toll. Es ist aber eben wirklich viel Neues auf einmal und deshalb muss man sich derzeit vorsehen immer die Samthandschuhe dabei zu haben. Und klar, nach 1,5 Wochen Schule war nun auch wirklich Zeit für die erste Erkältung. Ach jo!

Es wird wohl auch erst mal noch holprig bleiben. Von den nächsten fünf Wochen werde ich drei in Sachen Fische unterwegs sein und ein Familienwochenendausflug ist auch noch dabei. Alles schöne Sachen, aber ach jo…

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Sommerurlaub, Tage 10-14

Die letzten Urlaubstage waren so voller Familie, dass ich einfach mal genoss und das Internet Internet sein liess. Jetzt also nachgereicht.

Tag 10: Grosse Doppelgeburtstagsfeier. Erst gab es einiges vorzubereiten. Ich bekam die schönen Aufgaben wie Brombeeren für den Kuchen zu pflücken. Dann wurde gefeiert. Bei unseren Familienfeiern kommen immer einige Leute zusammen und deshalb finden die nach Möglichkeit im Garten statt. Feier für Feier kommt es dann wie es kommen muss – kaum hatten wir uns an der Kaffeetafel niedergelassen begann es sintflutartig zu schütten. Das kleinste Familienmitglied, keine zwei Jahre alt, bekam meine alten, roten Gummistiefel an die Füsse (sie passten gerade noch so) und sprang begeistert in den Pfützen. Auch sonst liess sich, glaube ich, niemand die Laune verderben. Vom Wetter jedenfalls. Ein Geburtstagskind lag leider im Krankenhaus. Hatte aber immerhin Appetit und konnte am Nachmittag mit Kuchen und am Abend – keine Feier in Thüringen ohne – mit Rostbratwurst versorgt werden. In meiner Funktion als Bratwurstkurier wurde ich dann zum ersten Mal in meinem Leben geblitzt. Wäre das nach 23 Jahren Führerschein auch erledigt.

Tag 11: Gelegenheit für einen ausgiebigen Bummel durch meine Heimatstadt. Zunächst allein, weil man sonst wie ein Maulwurf herumläuft, später noch gemeinsam mit einer Freundin. Dabei musste ich leise kichernd an die kürzlich geschriebene, perfekte Zusammenfassung eben jener Stadt durch Frau Nessy denken:

„Hübsche Stadt. Ein bisschen truschig, ein bisschen alternativ, mit jungen Eltern, Kindern in Lastenrädern und erstaunlich vielen Hutverkaufsstellen. Dazu Kulturtouristen und Jugendgruppen.“

Die letzten Spaziermeter führten mich zum (kein Witz) bisschen alternativen Kino, wo ich gemeinsam mit Schwester 2 und ihrem Sohn „Yesterday“ sah. Was für eine verrückte und lustige Idee für einen Film.

Tag 12: Meine Tante 2. Grades (das habe ich jetzt nachgeschlagen, sonst nenne ich sie nicht so vornehm) hat Pauline und mich zum Brunch eingeladen. Nach vielen Jahren treffen wir dort auch ihre Töchter wieder (meine Grosscousinen, Paulines… ach ich weiss nicht), mit denen ich als Kind oft gespielt habe, tauschen Neuigkeiten aus und schlemmen mit Blick auf das Apoldaer Schloss. Mit kugelrundem Bauch fahren wir weiter auf einen Besuch ins Krankenhaus. Dann Abkühlung im Pool und lustiger Spieleabend auf der Terrasse von Schwester 1.

Tag 13: Oje, schon der letzte Tag. Wir wollten doch noch so viel machen. Aus dem Plan, beispielsweise, Pauline mit der deutschen Freibadkultur vertraut zu machen wird nun nichts mehr. Ich spaziere im Regen zum Supermarkt und kaufe endlich die essentiellen, in Finnland (so jedenfalls) nicht erhältlichen Dinge: Kräutertee, Müsli, Puddingpulver und Hirschhornsalz. Der Iso hat noch Blutwurst bestellt, mit spitzen Fingern greife ich ins Regal. Zum Mittagessen brät mir meine Mama meine geliebten Quarkkäulchen. Danke! Ein Abschiedsbesuch im Krankenhaus. Ein Abschiedsabendessen mit Schwester 2. Dann muss ich leider die halbe Nacht noch das Buch aus der hiesigen Bibliothek zu Ende lesen.

Tag 14: Heimreise. Tschüss Familie, tschüss Heimat, tschüss Sommer. Es war wunderbar.

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Sommerurlaub, Tage 8 + 9

Heute Kontrastprogramm zu gestern. Den ganzen Tag außer Haus. Am Morgen Großeinkauf für eine Geburtstagsparty. Dann Fahrt nach Jena. Kein Deutschlandbesuch für Pauline ohne Planetarium. Kein Jenabesuch für mich ohne ein Essen und einen Mocktail im Stilbruch. Ersteres war wieder unglaublich toll und beeindruckend. Ich kann das betriebsälteste Planetarium der Welt gar nicht genug ans Herz legen. Letzteres war heute ein wenig enttäuschend. Aber in Erinnerungen schwelgen – zu Studienzeiten war ich hier sehr oft mit wunderbaren Freunden – war trotzdem schön und Pauline konnte kaum glauben, dass ihre liebste Freundin hier auch schon öfter Essen war, womöglich schon auf dem gleichen Stuhl saß. Wir schauten auch noch kurz in der ForscheFuchs Ausstellung vorbei, die ebenfalls sehr toll ist, bevor es weiter ging zu einem Krankenhausbesuch. Dann war es 20 Uhr und wir fuhren immer noch nicht nach Hause, sondern besuchten das donnerstägliche Treffen meiner Mama, ihrer Schwester und ihrer Cousine. Dort endete der Tag sehr lustig mit nun also fünf Frauen zwischen 10 und 70, die zu sehr lautem HipHop tanzten.

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Hier wollten wir eigentlich auch noch hoch, aber es war beim besten Willen nicht auch noch in den Tag zu quetschen. Beim nächsten Mal…

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Sommerurlaub, Tage 5-7

Hm, gar nicht so einfach mit dem Reisetagebuch wenn man jeden Tag das Gleiche macht und das hauptsächlich nichts ist. Gestern haben wir aber tatsächlich einmal Haus und Hof verlassen und ein paar der Unternehmungen, die wir uns so während der Anreise überlegt hatten, gemacht.

Als Kind fand ich Kunstmuseen tödlich langweilig. Eigentlich auch noch lange danach. Bei Pauline und ihrer Cousine ist das nicht so und ich finde es großartig wie ich über meine Tochter langsam einen Zugang finde. Wir waren im Neuen Museum in Weimar.

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Im Anschluss, und dafür muss man Kinder/Jugendliche einfach lieben, haben wir ganz stilvoll auf einer Bank einen Berg Pommes gegessen. Und waren dann noch ein bisschen einkaufen. In der Schreibwarenabteilung eines Kaufhauses beobachtete ich fasziniert viele Eltern und Kinder, die mit langen Listen hektisch durch die Reihen streiften. Füller, Hefte, Malkasten, Ordner… Den obligatorischen Großeinkauf am Ende der Sommerferien hatte ich schon ganz vergessen. Als Kind fand ich das super, heute als Elter bin ich eigentlich ziemlich froh, dass es in Finnland deutlich unkomplizierter läuft.

Sonst noch: mit wechselnden Familienmitgliedern Mahlzeiten einnehmen, quatschen, schwimmen und Gesellschaftsspiele spielen. Eben gemeinsam Zeit verbringen und dafür sind wir ja hauptsächlich hier.

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Sommerurlaub, Tag 4

Wetter weiterhin heiter :)

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Sommerurlaub, Tage 2 + 3

Eigentlich nichts weiter gemacht als Urlaub. Zunächst etwas besser für ein Leben am Pool vorbereitet. Im Supermarkt Sonnencreme und Limonade erstanden und in der Bücherei Lesestoff aus Papier besorgt. Kurz etwas überfordert gewesen von einer ganzen Bibliothek voller Bücher auf  Deutsch. Sonst habe ich nur ein Regal voll. Dann Sommer und Familie am und um den Pool genossen. Zwischendurch nur mal kurz aufgestanden um Brombeeren für Eisbecher zu pflücken. So so schön!

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