Kompass

Oder auch: Wenn ich Konditorin wäre, dann hätte ich mich heute zu einem neuen Gebäck inspirieren lassen.

kompass(Neuschnee von letzter Nacht. Ostern wird… kalt.)

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Hoffnung

Nach den Wahlergebnissen der letzten Zeit, in der Welt und auch hier, sind die Ergebnisse der gestrigen Kommunalwahlen eine echte und gelungene Überraschung. Die Rechtspopulisten haben deutlich an Stimmen verloren, die Grünen haben deutlich zugelegt. In unserer Gemeinde gar, erhielten die Grünen die Mehrheit an Stimmen und meine Kandidatin bekam einen Sitz im Gemeinderat.

Puh.

phat

Passend dazu tragen Pauline und ich seit letztem Freitag – obwohl nun wirklich nicht meine Farbe, und nicht mehr Paulines Farbe – rosa. Als ich letztens bei der Tagung die Postersession plaudernd mit der Freundin verbrachte, sprachen wir unter anderem über Politik. Ohne daran zu denken, dass sie passionierte Strickerin ist, also wirklich ohne jeglichen Hintergedanken, erwähnte ich, dass ich mir umgehend einen pussy hat stricken würde, wenn ich es nur könnte. Sie sagte daraufhin, dass sie auch gern einen solchen tragen würde, es sich aber nicht mit ihrer Haarfarbe (rot) verträgt. Und dann wendeten wir uns erfreulicheren Themen zu. Letzten Freitag aber fand ich plötzlich diese hier im Briefkasten. Danke, liebe verrückte Freundin!

(Eigentlich finde ich es problematisch Kinder politisch zu beeinflussen. Ich mag auch keine Luftballons im Wahlkampf. Pauline habe ich so neutral wie mir möglich über die Bedeutung der Mütze aufgeklärt und sie möchte sie unbedingt tragen. Sogar nachts.)

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Palmsonntag im Reihenhausidyll

Es gibt viele gute Gründe in eine Familiengegend zu ziehen. Einer davon ist: An Palmsonntag endlich richtig viele Hexen (und einen Hexenmeister) vor der Tür.

hexeDie Hexe hier im Bild hatte am Ende des Tages, sich stöhnend den Schokoladenbauch haltend, viele lustige Geschichten zu erzählen. Von einem Kleinkind, dass bei ihrem Anblick zu schreien begann und die Tür zuschlug und von einem Mann, der auf seinem Hund aus der Tür geritten kam. Zum Beispiel. Fast wie in dem Buch.

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Lang

Vorhin beim Vorlesen über das Wort

pääsiäispupukananmunanlämmittimiä

gestolpert.

Also Osterhasenhühnereierwärmer :-)

Das Buch dazu brachte ich übrigens letztens aus der Bücherei mit, obgleich mir Pauline verboten hatte Bücher für sie mitzubringen, weil ich immer so (O-Ton) Komische aussuche. Auch dieses kam nur mässig an. Es handelt von den fünf Geschwistern der Familie Virtanen und der finnischen Palmsonntagstradition.

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Ich persönlich weiss gar nicht welche Stelle ich am Besten fand. Die, als die Kinder im Schneeregen und Matsch Weidenzweige holen:

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Oder die, kurz vorm Losgehen:

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Oder die, als sie bei einem jungen Mann klingeln, dem die letzte Nacht noch in den Knochen steckt (Samstagnacht in Finnland…) und der natürlich keine Süssigkeiten besorgt hat, dafür von Vilma ein Zauberei bekommt, dass ihn wieder gesund macht:

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Oder die nach getaner Arbeit. Wobei ich hier auf den ersten Blick dachte, dass die Kinder im Schokoladenkoma sind, aber nein, sie sind einfach nur geschafft. Sind ja finnische Kinder, da isst jeder nur ein Schokoei und der Rest wird brav für Ostern aufgehoben:

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Auf der letzten Seite musste sogar Pauline lachen:

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Hier erklärt Vilma Virtanen ihren Geschwistern, dass die Eier und Küken an Ostern als Sinnbild für neues Leben stehen. Worauf der Bruder antwortet „Wusstet ihr schon, dass Mämmi als Sinnbild für Kacke steht?“.

Vilma Virtanen Virpomassa
von Anneli Kanto (Text) und Noora Katto (Illustration)
Karisto Verlag, 2017

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April

Wie November. Nur noch etwas grauer. Das ganze Wochenende lang gab es Schnee, Regen und natürlich auch Schneeregen im Wechsel.

april

Wie das Wetter in Deutschland war, habe ich schon gehört. Das braucht ihr mir nicht noch mal unter die Nase zu reiben!

(Ist ja alles ganz normal, also hier. Und gut für ein gemütliches Wochenende zu Hause.)

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Helikopterkopterkopter

Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit wachsen mir rotierende Rotorblätter. Ich komme an zwei Grundschulen vorbei und treffe also ziemlich viele Schulkinder. Geschätzte 80% der Kinder sind nicht warm genug angezogen. Gestern beispielsweise waren es -12 Grad (Danke der Nachfrage, die Krokusse leben noch. Aber sie sind in den letzten 2 Wochen sozusagen gar nicht gewachsen.) und die Kinder spazieren in Sommerschuhen, ohne Mütze und Handschuhe und mit geöffneter Jacke den Weg entlang. Dann muss ich mich wahnsinnig zusammen reissen um sie nicht an die Hand zu nehmen, mir den Weg zu ihrem Zuhause zeigen zu lassen und sie dort warm zu verpacken. Denn ich zweifele nicht daran, dass es dort passende Kleidung gibt, womöglich sogar parat liegt. Dann gibt es die Trödler. Die möchte ich gern aus dem Wald ziehen, ihnen zwar zustimmen, dass es dort ganz toll ist und viel zu entdecken gibt, sie aber trotzdem Richtung Schule schieben. Und dann die Radfahrer. Etwa die Hälfte trägt keinen Helm, manche haben ihn am Lenker baumeln (!) und kostet es wirklich Anstrengung die Kinder nicht anzuhalten, nicht mit ihnen zu schimpfen reden und sie dazu zu bringen verflucht noch mal einen Helm aufzusetzen.

Natürlich ermahne ich mich stattdessen selbst, fahre weiter und erinnere mich daran wie toll es ist, dass hier alle Schulkinder selbstverständlich von der ersten Klasse an den Schulweg ohne Eltern bestreiten. Vermutlich merken sie selbst, dass sie zu wenig anhaben und denken vielleicht morgen an die Handschuhe. Oder sie kichern sich warm. Und was macht es eigentlich wenn man mal ein bisschen zu spät kommt, aber dafür einen Troll im Wald getroffen hat? (Für einen fehlenden Fahrradhelm gibt es keine Entschuldigung, aber hoffentlich Schutzengel.)

Abgesehen davon, dass es natürlich nicht meine Kinder sind. Aber zu Hause geht es mir auch oft so. Manchmal ist es gar nicht so leicht nicht zu helikoptern wenn einem die Natur Gluckenflügel in der Grösse von Flugsauriern anevolutioniert hat.

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Scheint zu funktionieren

Gerade habe ich – nachdem ich hier wieder an die anstehenden Kommunalwahlen erinnert wurde – mal die Wahlmaschine bemüht. Als ich das Ergebnis sah musste ich lachen. Höchste Übereinstimmung (91%) habe ich mit meiner Kollegin, die also auch Biologin ist, ein Jahr jünger als ich, deren Sohn mit Pauline in den Kindergarten gegangen ist und die sich für’s Foto vor dieser Tapete aufgestellt hat. Vermutlich würde sie meine Interessen ganz gut vertreten, ja.

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