Was machen Schmetterlingsforscher eigentlich im Winter?

Fragt Imke. Stimmt, Schmetterlinge gibt es jetzt nicht mehr. Jedenfalls draussen nicht. Aber wir haben eine riesige Schmetterlingshalle mit vielen Räumen, in denen wir Licht, Temperatur und Luftfeuchte einstellen können. Ein grosser Raum, in dem wir Raupenfutter (Grünzeug) ziehen. Ein grosser Raum, in dem die Raupen gefüttert, gewogen und umsorgt werden und in dem 2 Kühlschränke stehen, in denen immer ein Teil der Raupen gerade ihre Diapause (eine Art Winterruhe) verbringen. Ein grosser Raum, in dem sich geschlüpfte Schmetterlinge aufhalten, mit viel Honig zum schlürfen. Ein mittelgrosser Raum, der ein Labor ist und in dem man zB die Stoffwechselrate von Schmetterlingen messen kann. Ein kleiner Raum mit Klimakammern, in denen es die Raupen besonders warm haben. Oder -äh- besonders kalt. Am Wochenende nämlich wenn keiner da ist um sie zu füttern. Ein grosser Raum, in dem die Aussenwelt simuliert ist, der mit allerlei technischem Schnickschnack ausgestattet ist und in dem man tolle Experimente machen kann. Ein mittelgrosser Raum, der mit Computern, Drucker, Telefon, Büchern, Ordnern und Stiften ausgestattet ist und also ein Büro ist. Schmetterlingsforscher im Winter ziehen Pflanzen, Raupen und Schmetterlinge auf, forschen an ihnen, werten riesige Datenberge aus und schreiben Publikationen. Ganz ähnlich wie im Sommer. Manchmal allerdings hätten sie auch gern so eine Art Winterruhe. Nicht unbedingt im Kühlschrank, aber bei 28 Grad und „Sonnenschein“ in der Klimakammer vielleicht ;-)

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2 Antworten zu Was machen Schmetterlingsforscher eigentlich im Winter?

  1. Ansku schreibt:

    Dankeschön für den Bericht und auch für den neulich. Sehr spannend und interessant ist das.

    Hach, das ist irgendwie das spannende am Bloggen, dass man etwas über Menschen und über deren Berufe erfährt, womit man sonst nie zu tun hat und was man so im „normalen Leben“ auch niemals erfahren würde! ;)

  2. Imke schreibt:

    Dankeschön für die ausführliche Antwort… dachte schon, Schmetterlingsforscher in Finnland wären die meiste Zeit des Jahres arbeitslos ;-).

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