Kurios (7)

Datenschutz. In Finnland fühlt man sich ja immer etwas gläsern. Das hat durchaus Vorteile, die Bürokratie zum Beispiel ist dadurch sehr einfach und unkompliziert. Manche Dinge sind dann aber doch gewöhnungsbedürftig. Das lokale Anzeigenblättchen druckt einmal jährlich eine Liste mit den etwa 200 Meistverdienern der Stadt. Überschrift in diesem Jahr: „Drei bekamen über eine Million“

glasern

Da stehen sie dann mit vollem Namen, Jahresgehalt und dem Teil davon, der als Steuern bezahlt wurde. Zwangsläufig kennt man einige davon und versucht lieber nicht so genau hinzusehen.

Einmal pro Jahr werden auch die zehn am teuersten verkauften Häuser aufgelistet. Mit Anschrift und Foto. Da kann man dann hingehen und sie ausrauben sich ansehen.

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6 Antworten zu Kurios (7)

  1. eni schreibt:

    das kommt mir doch irgenwie bekannt vor. die schweden habens ja auch nicht so mit dem datenschutz.

  2. Imke schreibt:

    Kennst du Veropörssi? Das ist eine Art Zeitung, in der jeder (also alle die Steuern gezahlt haben) mit steuerlich angegebenem Einkommen und Vermögen drinstehen… kann man am einfach so am Kiosk kaufen. Da wollte ich auch nochmal irgendwann drüber schreiben.

  3. Pinni schreibt:

    Nee, davon hab ich noch nicht gehört (überrascht mich jetzt aber auch nicht sonderlich). Was ist wohl bloss der Sinn des ganzen?

  4. Emma I. schreibt:

    Erhöhung der Steuerehrlichkeit, denke ich. Weil der Nachbar natürlich merken würde, wenn ein eklatanter Unterschied zwischen dem Lebensstil und dem versteuerten Einkommen bestünde.

  5. Pinni schreibt:

    Das wäre eine gute Erklärung. Obwohl die Finnen doch immer alle so angenehm ehrlich sind.

  6. Imke schreibt:

    Ich glaube, dass die Zeitungen mit den Daten einfach nur Geld machen wollen — die sind nämlich nicht staatlich. Es ist allerdings gesetzlich geregelt, dass das Verotoimisto (Steuerbehörde) alle Einkommen offenlegen muss. Es ist also sehr einfach, eine Zeitung daraus zu machen, einfach alle Datensätze vom Verotoimisto abfragen, drucken, fertig, 12 Euro (oder so).

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