Finnlandtag

Heute ist innerfamiliärer Finnlandtag, denn heute vor 7 Jahren sind wir mit einer Autoladung voll Hab und Gut hier angekommen. Ich weiss noch wie aufgeregt ich war vor Freude und wie mir gleichzeitig sehr mulmig war. So ein grosser Neuanfang.

Viele sind erstaunt zu hören, dass das Leben im Ausland durchaus Kraft kostet. Mal abgesehen davon, dass man geliebte Menschen zurück lässt, ist alles anders. Alles. Dinge, die im Heimatland eine Selbstverständlichkeit sind muss man sich neu erarbeiten. Das System verstehen, eine Sprache lernen, die Kultur ergründen und sich nicht zuletzt anpassen. Das wird natürlich mit der Zeit leichter, aber bis heute gibt es Dinge, die kosten mich extra Kraft.

Dann aber die andere Seite. Man reckt sich und streckt sich und ganz langsam gibt sich der Blick über den Tellerrand frei. Man entdeckt und wächst und lernt, so viel mehr als man das zu Hause je gekonnt hätte. Man hat wunderbare Erlebnisse, die man nie wieder vergessen wird und man trifft Menschen, die einem sehr wichtig werden. Man fühlt sich irgendwie so frei.

Wenn man dann noch solches Glück gehabt hat wie wir, wenn man scheinbar im genau richtigen Land gelandet ist, in dem man sich so wohl und zu Hause fühlt und glücklich ist, dann ist so ein Tag ein Feiertag.

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6 Antworten zu Finnlandtag

  1. Ansku schreibt:

    Habt einen schönen Finnlandtag! Ich verstehe, wovon Du sprichst, ich war zwar nur vier Monate in Helsinki, aber auch das war schon anstrengend. Ich kann jeden einzelnen Satz nachvollziehen und könnte zu jedem einzelnen Satz eigene Erfahrungen berichten. Das was man zurücklässt, die Anstrengung beim Dinge-sich-neu-erarbeiten, das andere, das Sich-Anpassen, aber auch die schönen Erlebnisse, die Freiheit, der Blick über den Tellerrand, den man sonst niemals bekommen hätte und die Menschen, die einem wirklich sehr wichtig werden.

    Und dann will man immer wieder zurück. ;)

  2. Pinni schreibt:

    Vielen Dank! Kommst du denn mal wieder zurück?

  3. Ansku schreibt:

    Ich weiß nicht. Wenn es sich ergibt, würde ich durchaus gerne nochmal nach Finnland gehen, zumal ich dort jetzt schon so etwas wie ein „soziales Netz“ habe. Ich glaube ehrlich gesagt, ich bin nicht der Typ um dauerhaft auszuwandern, ich brauche doch irgendwie meine „homebase“, aber z.B. ein Praktikum für ein halbes Jahr oder ein Jahr doch jederzeit gerne! Im Moment ist aber eh alles grad chaotisch und verwirrend und sehr unklar, denn ich hab vor einem Monat mein Studium abgeschlossen und muss jetzt erstmal gucken, was ich eigentlich will. ;)

    Vorerst hab ich diese Woche erstmal Flüge nach Helsinki für Ende April – Anfang Mai gebucht, um endlich Urlaub zu machen und meine Freunde wiederzusehen. :) Oh wie freu ich mich!

  4. salamandrina13 schreibt:

    ;-) Ja ein bischen heimweh(vor allem nach meiner mama,Grossonkel und freunden bleibt auch nach 24 Jahren…….

    Welche Sprache wird denn dann Euer kind lernen(finnisch und deutsch?) Saskia spricht frnazösisch ,versteht aber französisch und deutsch,was ich mit ihr spreche. (wor wohnen in brüssel(ich seit Januar 1987 (vorher war ich zwei jahre in st German en laye in frankreich als Au Pair(20 min von Paris entfernt) aber finnisch hattest Du sicher nie in der schule oder? Und scheint mir doch sehr kompliziert.

  5. Pinni schreibt:

    Wir werden mit dem Räupchen Deutsch sprechen und Finnisch lernt es dann bestimmt im Kindergarten und von Freunden.

  6. Pingback: Australienresümee | Pinni

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