Vom Stillen

Irgendwas ist ja immer. Einfache und unkomplizierte Schwangerschaft. Einfache und unkomplizierte Geburt. Und bis jetzt ein einfaches und unkompliziertes Kind. Aber Stillen, das war und bleibt eine mittelschwere Katastrophe.

In den ersten zwei Wochen Überproduktion. Mehrfach Milchstau, Entzündungen und ergo Schmerzen.

In den ersten zehn Wochen wundsein. Wobei „wundsein“ noch untertrieben ist. Anfangs war das Kind falsch angelegt und das wohl die Ursache. Später zuckten die Stillberaterinnen auch nur noch die Achseln und meinten es gäbe sich vielleicht mit der Zeit. Nun, das tat es. Aber zehn Wochen Schmerzen. Was noch irgendwie aushaltbar war. Wenn man aber zusehen muss wie sein Kind sich schrecklich übergeben muss, weil es ausser der Milch noch Mutters Blut (tschuldigung, ist ein bisschen eklig) getrunken hat, dann ist das einfach nur furchtbar. Ich hab noch Wochen später beim Drüberreden in der Mütterberatung geheult. Und die schwangere Mütterberaterin gleich mit.

Nach vier Wochen hatte das Räupchen immernoch nicht sein Geburtsgewicht erreicht. Also musste ich zufüttern. Zu all dem Ärger mit dem Stillen nun also noch die lästigen Fläschen. Von wegen wer stillt hat immer die richtige Menge, in der richtigen Temperatur und einem sauberen „Gefäss“ dabei… Versteht mich nicht falsch, ich bin dankbar dafür, dass es diese Ersatzmilch gibt. Aber ich bin sauer, dass mein Enthusiasmus und Durchhalten nicht irgendwann mal belohnt wird. Beim Zufüttern wird es nämlich bleiben. Gerade haben wir es eine Woche lang ohne versucht und das Räupchen hat zwar zugenommen, aber nicht genug. Sämtliche Tricks zur Milchbildungsanregung habe ich natürlich versucht.

Und nun seit neustem eine Lieblingsseite. Bzw. eine von-hier-will-ich-aber-gar-nichts-trinken-Seite. Eine ich-reiss-mich-sofort-wieder-los-und-fange-an-zu-brüllen-Seite. Nicht immer, aber oft. Nichts hilft und lieber wird gehungert.

Bei allen sieht das immer so leicht und schön und harmonisch aus. Aber wenn man mal anfängt darüber zu reden, erfährt man das alle mindestens eins dieser Probleme hatten. Das alle mal frustriert waren und am liebsten aufgegeben hätten. Das alle da durch mussten und es bei allen lange gedauert hat. Und da frag ich mich, liebe Evolution, was hast du dir dabei gedacht? Wir stecken soviel Kraft in eine Schwangerschaft und eine Geburt und dann sollen die Kinder verhungern, weil das Füttern so schwierig ist? Ich glaube kaum, dass „damals in der Höhle“ Pumpen, Stillhütchen, Ersatzmilch undwasweissichnochalles zur Verfügung standen. Oder sind wir einfach nur verweichlicht und haben verlernt intuitiv das richtige zu machen? Na, ich jedenfalls gebe nicht auf und mache stoisch weiter. So!

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