2 Wochen Deutschland

  • Was waren wir waren froh über unsere Fährtickets. Leichtes Chaos an Bord, mit so vielen spontanen Aschepassagieren waren die überfordert.
  • Auf der Hinreise fieberte und schniefte das Räupchen jämmerlich.
  • Ich war selten so müde wie bei unserer Ankunft.
  • Dafür war es warm, grün, sonnig und blühend.
  • Zu meinem Entsetzen war mir in den ersten Tagen das Essen zu salzig.
  • Wir haben ein Auto gekauft mit einer Farbe von der ich nicht gedacht hätte, dass ich sie je fahren würde und bei der es mich immernoch leicht schüttelt wenn ich einsteige.
  • Aber der fiebernde und schniefende Iso hatte nur 2 Tage Zeit ein neues Gebrauchtes zu finden.
  • Alle Spielplätze der Stadt haben wir vergeblich nach einer Babyschaukel abgesucht.
  • Selbst in einer Buchhandlung bekommen Kinder Süssigkeiten geschenkt. Das Räupchen war ganz verrückt drauf.
  • Auch auf Thüringer Rostbratwürste. Und Kuchen. Und Eis. Und Kekse. Und Salzstangen. Den Grosseltern ging das Herz auf.
  • Schon in der ersten Woche hat sie drei mal so viel zugenommen wie in den 2 Monaten zuvor. Schade, dass wir den Termin bei der Mütterberatung vor der Reise hatten und nun wieder einen Sondertermin wegen Untergewicht haben.
  • Auch Räupchens Spielzeugschätze haben sich mindestens verdreifacht. Am besten fand sie das neue Handy und das Buch mit dem Reissverschluss, den Druckknöpfen, der Schnalle und dem Klettverschluss. (Der Schlafanzug mit den Druckknöpfen wird mir jetzt wohl beim Abstillen helfen. Sie kann sich nämlich nicht auf’s Trinken konzentrieren weil sie immer die Knöpfe öffnen muss.)
  • Ganz ohne Schnee taten sich für’s Räupchen erstaunliche Dinge auf. Steine. Sand. Erde. Blumen. Zigarettenstummel. Auch das wurde alles verkostet.
  • Rekord waren 8 Kieselsteine, die ich dem Kind auf einmal aus dem Mund gepult habe.
  • Ich hab wieder mehr Kinderwagen gesehen.
  • Leider auch immernoch so viele griesgrämige Gesichter.
  • 26 Grad (Plus!) im Schatten fühlten sich herrlich an.
  • Dass manche Freundschaften grosse Distanzen über so viele Jahre überstehen ist grossartig.
  • Zum Leidwesen aller klebte das Räupchen an uns wie eine Klette und niemand „Fremdes“ durfte sie auch nur annähernd anfassen. Schwer für die Omas, die sich schon so lange gefreut hatten. Und anstrengend für mich, vor allem in der zweiten Woche als der Iso schon wieder in Finnland war.
  • Trotzdem waren der Iso und ich einmal ganz alleine und ganz in Ruhe essen. Zum ersten mal seit über einem Jahr, das war schön. (Typischerweise vermisste ich aber irgendwann das Kind während der Iso bereits vergessen hatte, dass wir eins haben :) )
  • Irgendwie wird es beim obligatorischem Einkauf im Supermarkt von Jahr zu Jahr weniger was wir unbedingt nach Finnland mitnehmen müssen. Hier gibts ja jetzt sogar Ofenkäse.
  • Als das Räupchen auch noch im Kleid mit „kleiner Mann“ angesprochen wurde habe ich es aufgegeben immerzu „Nein ist ein Mädchen“ zu sagen.
  • Und sollte sie irgendwann mal in Deutschland wohnen wird sie es wohl schwer haben mit ihrem Namen. „Hä?“ „Was?“ „Wie?“ Und dann immer diese vorwurfsvollen musste-es-wohl-was-ganz-exotisches-sein-Blicke. Auch hier habe ich irgendwann aufgehört zu erklären. Einmal habe ich auch trotzig gesagt „Ist chinesisch und bedeutet Eleganz“. Was ja sogar stimmt.
  • Räupchens Lieblingsbeschäftigungen waren eindeutig Treppen auf- und absteigen und Türschwellen sowie andere Unebenheiten immer wieder zu überschreiten.
  • Die Zeit verflog wie immer viel zu schnell.
  • Der Abschied von der Familie wird nicht leichter wenn man weiss, dass es dieses mal besonders lange dauern wird bis wir uns wiedersehen.
  • Räupchens allererster Arztbesuch (mal abgeshen von Mütterberatung) musste natürlich ausgerechnet in Deutschland und am Feiertag stattfinden. War allerdings überraschend einfach mit so einer EU-Krankenkarte.
  • Auf der Rückfahrt dann ein jämmerlich fieberndes und röchelndes Räupchen.
  • Wir haben trotzdem die Zugfahrt, die Busfahrt und die zwei Flüge allein zu zweit bestens gemeistert.
  • Als wir ankamen war das Räupchen völlig aus dem Häuschen. Rannte aufgeregt von einem Zimmer zum anderen, fasste alles an, räumte alle Schränke aus, strahlte über das ganze Gesicht und war fast nicht zum Schlafen zu bringen.
  • Jetzt lieg ich schlapp und röchelnd nieder und schreibe endlich alles auf.
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6 Antworten zu 2 Wochen Deutschland

  1. Karen schreibt:

    Jetzt weiss ich nicht, ob ich mich auf unseren Deutschlandurlaub freuen oder mich vor ihm gruseln soll… ;-)

    (Und lass mich raten: Silber? Darfst auch per mail antworten, wenn es dir peinlich ist. ;-) )

  2. Elisa schreibt:

    Die Babyschaukeln vermisse ich in Deutschland auch. Hier in Brüssel gibt es zwar auch nicht so viele, aber eine ganz in unserer Nähe. In Berlin habe ich nach längerer Suche eine in der Nähe der Wohnung meiner Mutter gefunden. Allerdings sieht die eher so aus, als hätte sie dort jemand privat hingehängt. Ich habe den Verdacht, dass die Babyschaukeln nicht dem deutschen Spielplatz-TÜV entsprechen. Wir fahren übrigens morgen zu meinen Schwiegereltern in die Nähe von Jena und freuen uns auch schon auf die Rostbratwurst!!

  3. suse schreibt:

    Das gibt es doch gar nicht, genau wie bei uns vor 1-2 Jahren! Frida auch trotz rosa Jacke für einen Jungen gehalten. Durchgefressen, Frida mochte vor allem Bäcker und Würstchen. Total süsse Babynahrung *igitt* Straciatella schon im Säuglingsbrei… Griesgrämige Gesichter und komische Lockenhaare und lange Nasen und gar keine sportlichen 50jährigen Frauen mit Brille *ggg* Leute, die sich umdrehen, wenn man ihren altmodeischen Namen ruft. Die Liste zum Mitnehmen wird auch bei uns immer kürzer – es gibt so viel mehr internationales Zeug in Finnland und überhaupt braucht man das deutsche Kram gar nicht, wenn man wieder hier ist. Und meine Familie vermisse ich auch mit Kind sehr viel mehr. Naja, Omi und Opi kommen im Juni wieder her!!!

  4. suse schreibt:

    Achja und für einen Spielplatz mussten wir erst 20 km weit fahren – der war dann aber auch supertoll. Wir haben nur den Fehler gemacht, die Kleine bei +10 Grad in einen Reima Sommeroverall zu stecken – die anderen Leute waren echt geschockt. Schneeanzug??? Deren Kinder hatten allerdings total sandige Jeans hinterher… und konnten nicht im Bach pladdern.

  5. Pingback: Nur ein Wimpernschlag | Pinni

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