Im Süssigkeitenparadies

  • Im Flugzeug spielten das Räupchen und ich, dass die Wolken lauter Zuckerwatten sind und aßen sie alle auf.
  • Deshalb hatten wir dann so viel Sonnenschein. Zehn kostbare Tage Sonnenschein nach 6 Wochen Dauerregen. Die Temperaturen steigerten sich von anfänglichen 10 auf 26 Grad. Ganze vier Tage Barfusswetter, von denen das Räupchen jede Sekunde genutzt hat. Wir Glückskinder.
  • Neben der watteform nahm das Räupchen Zucker auch in allen anderen erdenklichen Formen auf. Zu jeder Tageszeit. Da wurden gern mal Eis oder Gummibärchen oder Schokoeier gefrühstückt und andere Hauptmahlzeiten wurden grundsätzlich zugunsten von Nachtisch ausgelassen. Bei Oma und Opa darf man alles und so muss das auch sein.
  • Der von langer Hand in allen Details geplante Süssigkeiteneinkauf mit der Cousine wurde natürlich auch getätigt.

  • Überhaupt Familie. Die haben wir so kräftig getankt wie Sonne. Und das tat mindestens genauso gut. Vor allem dem Räupchen.
  • Jede Menge neue deutsche Wörter hat sie aufgeschnappt. Da merkt man erstmal wie beschränkt der Wortschatz ist wenn man nur von 2 Personen lernt. Jetzt ist alles „cool“.
  • Im Gegenzug kann die Cousine nun ein finnisches Lied und auf Finnisch bis 4 zählen. Auch cool.
  • Räupchens Uropa wollte einen Witz reissen. Und sagte er wisse auch ein Wort auf Finnisch. Nämlich „Mama“. Funktioniert vielleicht tatsächlich mit so gut wie jeder Sprache. Nicht mit dieser. Aber jetzt weiss er zwei Wörter: „auto“ und „sauna“.
  • Wir haben lauter schöne Dinge gemacht. Exotische Früchte gesammelt und verbastelt zum Beispiel.

  • Einmal war ich Abends aus. Mit Cocktail und allem! Hach.
  • Plätzchen wurden gebacken und Puppen im Garten gebadet. Im Zoo haben wir echte Elefanten bestaunt und Zebras und Giraffen. Einen grossen Eisbecher gegessen und einen Döner hinterher. Und sämtliche Spielplätze abgeklappert.
  • Dabei fiel mir zweierlei auf. In Deutschland ist auf Spielplätzen alles aus Holz. Hier aus Plaste. Hat vermutlich was mit der Witterung hier zu tun. In Deutschland hat grundsätzlich auf jedem Spielplatz mindestens ein Erwachsener eine Zigarette in der Hand. Hier… hab ich das noch nie gesehen.
  • Und viele Eltern waren leider ungeduldig und genervt. Oh, hier gibts das sicher auch. Aber derart aufgefallen ist es mir noch nie. Warum? Weil das Leben in Deutschland generell hektischer ist? Warum muss ich meinen Sohn schlagen weil er lieber noch ein bisschen bei den Zebras schauen möchte statt weiter zu gehen? Warum muss ich mein Kind „A…loch“ nennen?
  • Wir haben auch jede Menge nette Leute getroffen :)
  • Und einmal war ich die Rabenmutter. Auf dem grossen Zwiebelmarkt gab es Luftballons und das Räupchen sollte nun endlich auch mal einen haben. Schon lange hat sie sich so einen gewünscht, aber letztens erst auf dem Herbstmarkt habe ich angesichts der 19 Euro Stückpreis gestreikt (in Deutschland weniger als ein Drittel – überhaupt dachte ich ständig die Verkäufer hätten sich zu meinen  Gunsten verrechnet…). Wir schreiten also auf die grosse Ballontraube zu und wie mein Auge die Figuren abtastet weiss ich schon was kommt. Gleich wird sie die mir am allermeisten verhasste Figur nennen. Die, die sie aus dem Kindergarten kennt. Der wohl alle kleinen Mädchen verfallen sind, weil sie oft mit rosa und Glitzer daher kommt. Und die ich wirklich wirklich nicht ausstehen kann. Und tatsächlich! Ehe ich mich versehe sage ich „Nein!“ Und ich sage „Alles was du willst, aber nicht das!“. Das Räupchen sucht sich etwas anderes aus und ist glücklich. Sie ist wirklich selig und hat die Katze längst vergessen. Aber das schlechte Gewissen nagt bis heute an mir. Was hätte es schon gemacht?

  •  Am letzten Tag flog Ernie einfach so davon. Das Räupchen weinte bittere Tränen bis jemand zu ihr sagte er würde schonmal voraus fliegen. Weil er ja sowieso nicht mit ins Flugzeug dürfte. Das stimmte sie wieder froh, doch nun wartet sie schon seit sechs Tagen auf ihn.
  • Ich glaube er ist wieder umgekehrt. Denn gemeinsam mit uns kam hier der erste Schnee…

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