Vom Urlaub, Woche 4

Yosemite Nationalpark – San Francisco

Palm Springs – Santa Barbara

-Die Wettervorhersage sagt Schnee für den Nationalpark und Regen für San Francisco voraus. Ausserdem sind wir etwas sehenswürdigkeitenmüde. Also beschliessen wir den Rest des Urlaubs lieber da zu verbringen wo das Wetter gut ist. Und einfach abzuhängen. Als wir zwecks einer Zwischenübernachtung ein Motel mit den Worten „Hallo, wir haben reserviert.“ betreten, fangen die Augen des Schwergewichtigen, der gelangweilt auf seinem Stuhl hinterm Tresen hängt, an zu leuchten. „Sagt nichts! Lasst mich raten wer ihr seid!“ Er rät auf Anhieb richtig, spricht aber den Namen so komisch aus, dass wir erstmal verneinen. Nach ein bisschen smalltalk (Erst hinterher wird einem immer bewusst wie sehr man aneinander vorbei redet. Nachdem er in Erfahrung gebracht hat wo wir herkommen, erzählt er uns stolz wie heiss es im Sommer im Death Valley wird. In Fahrenheit. Wir tun höflich so als seien wir beeindruckt, in Wirklichkeit können wir mit der Zahl nichts anfangen. Kurz darauf erzählen wir ihm stolz wie dick das Eis auf den finnischen Seen ist. In Zentimeter. Er zeigt sich erstaunt, weiss aber mit Sicherheit auch nicht wovon wir reden.) bittet er uns ihm eine Postkarte aus unserem Heimatort zu schicken, für seine Postkartensammlung. 10 Dollar ist ihm das wert und so beschert er uns die preiswerteste Nacht des Urlaubs. Inzwischen sollte er seine Karte haben.

-Palm Springs hat über 300 Sonnentage im Jahr. Eine Wüstenstadt umgeben von Bergen, in denen während unseres Aufenthalts die ganze Zeit dicke Regenwolken hängen. Über uns strahlend blauer Himmel. Wir verbringen unsere Zeit in Parks, auf Spielplätzen und in den Hotelpools. Es ist herrlich grün (Wüstenstadt?) und warm. Obwohl mir jeder Sonnenstrahl eigentlich zu schade ist, ein bisschen Zeit verbringe ich auch in Shopping Malls. Ein Besuch bei „Michaels“, eine Bastelladenkette stand noch auf meiner Wunschliste. Als ich den Laden betrete muss ich fast weinen. Das ist kein Bastelladen, das ist ein BastelSUPERMARKT. Nach über einer Stunde reisse ich mich zusammen und von dem Laden los. Die Taschen werden so schon schwer genug sein. Einen anderen Laden betrete ich nur aus Neugier. Als ich die Preise sehe, teile ich meinen zwei Mitreisenden mit, dass ich eine Runde schmeisse. Wir verlassen den Laden mit 3 Paar nicht unbedingt benötigten, aber schönen Schuhen. In einem Supermarkt finde ich schliesslich mein kulinarisches Highlight: mit Schokolade überzogene (salzige) Kartoffelchips. Ohhhh! Im Hotel gibt es eine Pfannkuchenmaschine – auf Knopfdruck wird ein Pfannkuchen gebacken und fällt dann *plopp* an der Seite raus. Dabei fällt uns ein, dass wir noch gar keine richtigen amerikanischen Pfannkuchen gegessen haben und kehren alsbald im „International House of Pancake“ ein. Dort spricht uns ein älterer Herr, der einsam an einem Tisch hinter uns sitzt, auf Deutsch an. Seine verstorbene Frau kam aus Deutschland und er erzählt ein bisschen. Nachdem er bezahlt hat und gegangen ist, fährt er extra sein Wohnmobil vor das Fenster neben unserem Tisch um uns das D-Zeichen hinten drauf zu zeigen. Ich weiss gar nicht was alle immer haben. Ich finde alle Leute, mit denen wir ins Gespräch kommen sympathisch. Unaufgesetzt nett.

– Die letzten Tage verbringen wir schliesslich am Strand. Dort wird gegraben, mit Wasser gemanscht, gehüpft, gebaut und vor allem sind wir faul. Die Innenstadt von Santa Barbara… ist sicher schön, uns juckt nach 4 Wochen gar nichts mehr. Wir tanken so viel Sonne wie wir nur können und verbringen glückliche letzte Tage in einem wunderbaren Urlaub. Sehr touristisch war das alles, ja. Aber Neuland für uns. Ich habe Klischees bestätigt gefunden und Vorurteile über Bord geworfen. Ich habe oft vor Staunen den Mund nicht wieder zubekommen, oft gelacht, oft entsetzt den Kopf geschüttelt. Ich habe mehr Burger gegessen als in meinem ganzen vorherigen Leben. Und noch viel mehr ungesunde Sachen. Ich stand in einer heissen Wüste und hatte Gänsehaut. Ich habe viele Gesichter eines Landes gesehen und eine andere Sicht auf manche Dinge gewonnen. Vor allem aber hatte ich eine verdammt gute Zeit. Familienzeit.

Dieser Beitrag wurde unter Ausgeflogen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Vom Urlaub, Woche 4

  1. Karen schreibt:

    Ich kaufe die Eier, und du bringst noch mehr Urlaubsfotos mit, ja? :-)

    (Und die gepunkteten Schuhe lass lieber zu Hause – könnte sonst sein, das Fräulein Maus wird zur Diebin.)

  2. Kathrin schreibt:

    Hallo Pinni,
    vielen Dank für die schöne „Berichterstattung“. Euer Urlaub war scheinbar richtig toll! =)
    Vielleicht fahren wir ja auch irgendwann mal dahin.
    Liebe Grüße,
    Kathrin

  3. Delia schreibt:

    Da bekommmt ich so richtig Lust auf die Westküste :) Vielen Dank fürs Teilhaben an eurer Reise.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s