So

In den letzten 3 Wochen gab es ziemlich viel Getöse in meinem Kopf. Gutes Getöse, aber so laut, dass es auch ganz schön anstrengend war. Nun ist aber wieder gut.

Ich hatte ja von den zwei Einladungen zu Bewerbungsgesprächen berichtet. Die eine Stelle hier in der alten Uni, hier wo wir leben und glücklich sind, hier wo wir zu Hause sind. Aber ein Forschungsthema, das ziemlich weit von dem entfernt ist was ich bisher gemacht habe und bei dem sich erst noch zeigen muss ob es mir liegt. Die andere Stelle in Deutschland. Dort, wo ich es mir nach 12 Jahren nur sehr schwer vorstellen kann wieder zu leben. Wo alles ganz anders läuft, auch Forschung an der Uni. Aber ein Thema das besser nicht passen könnte. Sechs statt zwei Jahre. Und ausserdem gar nicht weit weg von meiner Familie. Die mir mit jedem Jahr mehr fehlt.

Noch bevor ich wusste ob ich überhaupt eine der Stellen bekommen würde machte ich mir also Gedanken. Viele grosse Gedanken. Zu all dem hin und her, Herz oder Kopf, kam noch hinzu, dass die Entscheidung nicht nur mein Leben, sondern auch noch das von zwei weiteren Menschen mächtig beeinflussen würde. Und nebenbei musste ich mich noch für ein weiterführendes, fachliches Gespräch hier und das grosse Gespräch (mit Vortrag und mehreren Interviews) dort vorbereiten. Und letzte Woche eben schnell nach Deutschland fahren.

Letzten Dienstag also, spät abends in einem Fernbus auf Deutschlands Autobahn erfuhr ich, dass ich die Stelle hier haben kann. Wenn ich möchte. Ich freute mich sehr. Und dieses Wissen liess mich das grosse Tamtam am nächsten Tag relativ entspannt angehen. Natürlich war ich trotzdem noch ausreichend aufgeregt. Es war aber sehr nett da. Die Atmosphäre genau, aber wirklich haargenau so wie an der Uni an der ich einst studiert habe. Ein heimisches Gefühl und doch sind mir diese… gewissen Schilder in jedem Raum irgendwie aufgestossen.

verboten

Ausserdem bin ich unangenehm aufgefallen, weil ich nach den Vorträgen meiner Mitbewerberinnen geklatscht habe. Dass man in Deutschland auf den Tisch klopft hatte ich längst vergessen. Würde ich hier überhaupt noch hinpassen? Am Abend im Hotelzimmer wusste ich gar nichts mehr. Ich hatte keine Ahnung was ich wollte und ich konnte mir nicht vorstellen je eine Entscheidung treffen zu können. Am nächsten Tag jedoch, mit jedem Kilometer dem ich Finnland wieder näher kam wurde das Getöse in meinem Kopf leiser. Und noch mal einen Tag später griff ich zum Telefon und sagte die Stelle hier zu.

Ich bin unendlich froh. Ausserdem weiss ich inzwischen, dass ich die Stelle in Deutschland gar nicht bekommen hätte. Schicksal. Alles gut. Ab Februar tauche ich in die Welt der Parasiten. Und freu mich sehr :-)

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7 Antworten zu So

  1. Karen schreibt:

    Hab‘ ich schon gesagt, wie sehr ich mich freue?! ♥

  2. Die liebe Nessy schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zur neuen Stelle! An deutschen Unis sind die Rahmenbedingungen leider sehr schlecht – insofern war die Entscheidung bestimmt richtig.

    • Pinni schreibt:

      Danke! Und ja, die Rahmenbedingungen erschienen mir auch äusserst ungünstig. Kein Geld, viele unsinnige Regeln und man erstickt in Administration. Schade.

  3. io schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch! Miomarito schielt auch gerade ins – allerdings benachbarte – Ausland.

  4. judith schreibt:

    etwas verspätet, aber: herzlichen glückwunsch!

  5. suzzk schreibt:

    Gut gemacht!!! Ich kann mir auch immer in D vorstellen, da wieder hinzufahren und zu bleiben (oder???)… aber sobald ich in Jyväskylä lande, ist das alles ganz schnell vergessen. Hahaha.

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