Weltraumparty

Am Morgen des 25. Dezembers, nachdem alle Weihnachtsgeschenke noch einmal begutachtet waren, fragte Pauline wie lange es noch bis zu ihrem Geburtstag sei. Und begann augenblicklich mit der Planung. Ganz unbedingt sollte es wieder eine Themenparty sein. „Mama, geht auch Weltraum?“.

Öh, hmm. Im ersten Moment dachte ich, dass mir dazu sicher gar nichts einfällt und liess das Ganze erst mal auf sich beruhen. Immerhin war Dezember und nicht April. Aber Pauline sprach fortan sehr oft von ihrem Weltraumgeburtsag und schliesslich im Urlaub, mich faul in der Sonne räkelnd, warf ich einen Blick ins Internet. Dort stellte sich sehr schnell raus, dass wir bei weitem nicht die erste Weltraumparty feiern würden. Pinterest sprudelte schier über vor tollen Ideen. Ich sah mir das alles an, schaltete dann das Endgerät aus, schloss die Augen und plante die Party. Und weil ich so unendlich dankbar bin für all die Mühen, die sich Leute machen um ihre Ideen zu teilen, erzähle ich heute auch mal etwas ausführlicher.

Wichtig: einige Ideen sind von Pauline, manche von mir, viele von anderen. Ich weiss leider nicht mehr im Einzelnen was ich wo entdeckt habe, wer was zuerst gezeigt hat oder was genau mich inspiriert hat, aber ein paar Links füge ich ein.

Ok, fertig?

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Um die Einladungskarten brauchte ich mir keine Gedanken zu machen, denn: „Ich weiss, Mama, ich lade 8 Kinder ein, so viele wie die Planeten in unserem Sonnensystem und jeder bekommt als Einladung einen Planeten. Die male ich mit Wasserfarben.“ Gesagt getan. Vier alte Freundinnen aus dem Kindergarten und vier Neue aus der Schule. (Da hätte ich letztes Jahr gar nicht sentimental werden müssen, der Kontakt zu den alten Freunden ist immer noch rege. Wie gut, dass Erstklässler hierzulande ein Handy besitzen.)

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Dekoriert haben wir nur ein bisschen. Pauline hat ein Schild für die Tür gemalt:

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Willkommen, Erdlinge!

Es gab ein paar farblich passende Luftballons (Freundin S. sagte auch sofort: „Weisst du noch Pauline, als wir mal an deinem Geburtstag alle Luftballons kaputt gemacht haben?“), goldene und silberne Luftschlangen, ein paar Sterne (Weihnachtsdekoration) hier und da und dann der Tisch:

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Halbfertig gedeckt. Schwarzes Tischtuch, Sternenkonfetti, Brausepulverufos – hat die Oma aus Deutschland geschickt – und Sternservietten.

Die Becher hat Pauline dekoriert und sie fungierten gleich als Tischkärtchen.

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Als fast alle Gäste da waren (die Zwillinge konnten erst später kommen) machten wir FlaschenRaketendrehen um die Geschenke einzeln und gebührend zu bewundern.

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Rakete aus Papprolle einer Klarsichtfolie. Dreht sich nicht so gut wie eine Flasche, aber tut’s.

Kulinarisch hatte ich super viele Ideen parat. Hier aber legte Pauline ein Veto ein mit der Begründung: „Es muss ja nun nicht alles zum Thema Weltraum passen.“ Da musste ich sie kurz bewundernd anschauen und habe mir daraufhin alle Mühe gegeben meinen Hang zum Perfektionismus unter Kontrolle zu halten. So gab es also das, was Pauline am Meisten mag: Eisbecher, Gummibärchen, Chips, mit Schokolade überzogene Apfelstückchen und Kekse. Und… ähm… na noch diese zwei nicht bestellten Dinge hier:

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Wackelpuddingalliens (hier steht wie man die Götterspeise schnittfest bekommt – man bereitet sie einfach mit weniger Wasser als angegeben zu). Wackelpudding gibt’s hier nicht, einige Kinder waren sehr angetan, andere ekelten sich fürchterlich.

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Einen Satellit. Hier gefunden. Für die Kugel nimmt man einen Weisskohl. Da hat man am nächsten Tag gleich noch was zum Mittagessen.

Nach dem Essen erklärte ich den Kindern, dass wir nun eine Reise durch’s Weltall unternehmen würden und drückte ihnen einen Reiseführer in die Hand. Die Blicke waren unbezahlbar. „In echt?“ :)

DSCF5758Im Reiseführer gab es jeweils eine Seite für jede Etappe – die 8 Planeten, sowie unseren Mond und die Sonne – immer mit einer kleinen Information und einer Aufgabe. Wenn die Aufgabe erledigt war, konnten wir zur nächsten Etappe fliegen.

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Die Erde – Die Erde ist der einzige Planet unseres Sonnensystems, auf dem Tiere und Pflanzen leben können. – Los geht’s! Macht euch gemeinsam mit der Reiseroute vertraut. (Ob mein Finnisch so stimmt weiss ich nicht, aber sie haben mich verstanden.)

Wir starteten also auf der Erde, logisch. Ich fragte ob sie noch wüssten welchen Planeten sie auf ihrer Einladung hatten und tatsächlich riefen alle laut den jeweiligen Namen. So konnte dann jede die Seite zu „ihrem“ Planeten laut vorlesen, Pauline bekam Mond und Sonne.

Weil ich nicht wusste ob und wie gut sich die Kinder mit dem Sonnensystem auskennen (tatsächlich kannten die Meisten das Wort nicht) hatte ich überlegt ein communication race zu machen, aber eben nicht mit einer Rennstrecke sondern unserer Reiseroute und kurz was dazu zu erklären. Erklären lief generell nicht sooo gut, weil die Hühner viel zu aufgeregt waren um zuzuhören, aber Spass hatten sie mit diesem Spiel.

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Der erste Flug ging dann auf den Mond.

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Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre, Wasser oder Leben, aber Menschen haben ihn schon betreten. – Tanzt den Moonwalk!

Wer kennt denn den Moonwalk, fragte ich. Stille. Kennt denn jemand Michael Jackson, fragte ich. Stille. Ich zeigte also ein Video mit dem Moonwalk und dann kam die irritierte Frage: „Ist das ein Mann oder eine Frau?“. Kinder von heute! Aber schliesslich probierten sie das kichernd aus.

Als nächstes machten wir uns auf zum Planeten Neptun um den Weg zur Sonne von hinten aufzurollen.

Auf Neptun stürmen die stärksten Winde unseres Sonnensystems, unter anderem auch Wirbelstürme. – Macht eure eigenen Wirbelstürme!

Hääh, was?

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Es gibt sogenannte Tornadoadapter, ein Verbindungsstück für zwei Schraubverschlussflaschen (kann man aber auch selber bauen) mit deren Hilfe man einen Tornado in einer Flasche erzeugen kann. Davon waren die Mädels absolut angetan. SIISTI (=cool) rief es aus allen Ecken. Und jede wollte es probieren. Wir haben später noch Lebensmittelfarbe ins Wasser gemacht, das sah nochmal toller aus. Nebenbei kann man noch ein bisschen Physik erklären. Die Tochter des Physikers (die zwei Wochen vorher Geburtstag gefeiert hatte, unter anderem mit dem Programmpunkt Marshmallows in flüssigem Stickstoff schockfrosten) konnte alle meine Fragen beantworten. Danach dann weiter zum Planeten Uranus.

Uranus ist der kälteste Planet unseres Sonnensystems. – Energie aufladen! Probiert echte Astronautennahrung und ratet um was es sich handelt!

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Das grosse „Chocolate Ice Cream“ vorn drauf hatte ich abgeklebt.

Zuerst schrien alle: „Ich zuerst!“, aber als ich die Packung geöffnet hatte, liess die Begeisterung schlagartig nach. Es sah nämlich nicht sehr appetitlich aus. Nachdem ich aber vorgekostet und „Oh, lecker!“ gerufen hatte, griffen alle zu. Obwohl gefriergetrocknet und warm, schmeckte es wirklich wie Schokoladeneis. Faszinierend. In 3 Sekunden war alles verputzt.

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Nächste Station: Saturn.

Die Ringe des Saturn bestehen aus Gestein, Staub und Eis. – Hulla-Hoop Wettbewerb. Wer schafft es den Ring am längsten oben zu behalten?

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Sieht doch aus wie richtige Planetenringe, oder nicht?

Hier wurde es ein bisschen schwierig. Drei Mädchen wollten gar nicht mitmachen und die anderen sechs waren so begeistert, dass sie gar nicht wieder aufhören wollten. So zogen wir nach drei Runden Zeit stoppen und drei unterschiedlichen Siegern weiter zum Jupiter.

Jupiter ist der grösste Planet unseres Sonnensystems. – Findet den Weg zurück zur Rakete!

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Diese schönen und passenden Labyrinthe kann man sich hier herunterladen. Es gibt jeweils eine leichte und eine schwierigere Version und an Letzteren hatten sie ein Weilchen zu knabbern.

Für ein paar Minuten war es himmlisch still in unserem Wohnzimmer. Dann aber mussten wir weiter zum Mars.

Der Mars ist unser Nachbarplanet und ein bemannter Flug zum Mars ist schon lange in Planung. – Astronautentraining!

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Zuerst hatte ich ein Abwandlung vom guten alten Schokoladenessen im Sinn. Eben mit Schutzbrille und Gummihandschuhen und dieser Art Astronautenanzug oben im Bild. Dann aber hörte ich es schon deutlich vor mir: „Ich mag aber keine Schokolade.“ oder „Ich möchte nicht das gleiche Besteck wie die anderen benutzen.“ Gut, ich vielleicht auch nicht. Und eigentlich hatten wir auch schon genug Zuckerzeug. Deshalb galt es eine Mutter bis ans Ende einer sehr langen Schraube zu schrauben. Raketenreparatur. Anfangs würfelten sie in so kurzer Folge immer wieder den Stern (wir benutzten einen Bilderwürfel), dass es niemand auch nur annähernd schaffte anzufangen zu schrauben. Dann aber folgte eine endlos lange Sternenpause und Pauline schaffte es in einem Zug (mit etwas Schummeln wie man hier jetzt sieht, der linke Arm steckt nicht in der richtigen Öffnung). Mit der reparierten Rakete flogen wir weiter zur Venus.

Der Planet Venus wurde nach der römischen Liebesgöttin Venus benannt. – Denkt euch eigene Planeten aus!

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Die Idee stammt von hier. Eine Art Arbeitsblatt, auf dem die Kinder aufmalen sollten, wie ein von ihnen entdeckter Planet und seine Bewohner aussehen könnten, und aufschreiben wie sie ihn nennen würden, wie weit er von der Erde entfernt wäre, was es dort alles gäbe und nicht gäbe, wie das Wetter wäre und was das Lustigste dort wäre. Der Lückentext war für die Erstklässler ein bisschen schwierig, aber mit ein bisschen Hilfe bekamen es alle hin. Am Ende hatten wir die Planeten: DAB (das ist eine bei Erstklässlern sehr beliebte Tanzbewegung), Lehmä (=Kuh), PPAP (ein bei Erstklässlern sehr beliebter YouTube Hit), oben gezeigter namenloser Tornadoplanet, Kotka (=Adler), Smaili (=Smiley), Smarakti (könnt ihr euch selbst übersetzen :) ), und zwei mal Illuminati (ein bei Erstklässlern sehr beliebtes Zeichen, also das Auge im Dreieck).

Nach dieser Aufgabe habe ich kurz überlegt Merkur unter den Tisch fallen zu lassen. Wir waren jetzt schon seit über einer Stunde auf Reisen und die Lust und Konzentration liess deutlich nach. Aber andererseits war die geplante Aktion so lustig. Also doch auf zu Merkur!

Merkur ist der sonnennächste und deshalb der sich am schnellsten bewegende Planet im Sonnensystem. – Raketenwettflug!

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Mit Luftballonraketen. Hierfür bindet man einen Strick/Wollfaden an zwei Punkten in der Wohnung oder draussen fest (z.B. an Stühlen, Türklinken, Bäumen… ), zieht vorher noch einen Strohhalm auf, klebt quer über den Strohhalm einen Streifen Malerband, pustet einen Luftballon auf und hält ihn zu, macht aber keinen Knoten rein, klebt den Luftballon am Malerband fest, zählt laut schreiend von 10 bis 0 und lässt dann los. Pfffffffffffffffffffffft. Unser Strick war etwa 7 Meter lang und eine der Raketen hat es bis zum Ende geschafft. Grosser Spass!

Puh, letzte Etappe. Die Sonne!

Die Sonne ist ein Stern und die Temperatur in ihrem Inneren beträgt etwa 15 Millionen Grad Celsius. – Geht an den heissesten Ort im Haus und sucht dort einen Schatz!

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SAUNA schrie es, SCHNELL IN DIE SAUNA! Und dann quetschten sich neun Mädchen unter unsere Saunabank. Dort gab es Folgendes:

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Aus Klopapierrollen.

Abstürzenden Raketen :) Wie sie da so hingen, erinnerten sie mich verdammt an Zuckertüten. Aber egal, wir hatten es schliesslich mit Erstklässlern zu tun. In den Raketen befanden sich Bleistifte mit Planeten drauf, Radiergummis in Planetenform, Lutscher in Sternenform und Minimarsriegel.

Und dann waren es noch 15 Minuten bis zum offiziellen Partyende, die die Kinder tanzend zu lauter Musik verbrachten. Danach brachen der Iso und ich fix und fertig auf dem Sofa zusammen. Dennoch: ich habe schon lange nicht mehr so viel Spass gehabt wie mit der Vorbereitung dieser Party. Da hatte Pauline eine grossartige Idee!

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2 Antworten zu Weltraumparty

  1. zwerg schreibt:

    Wow! Cool!

  2. Judith schreibt:

    Wow! Ganz toll!

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