Woche des Wetters

Letzten Montag:
-15 °C und ein heftiger Wind, der es sich noch viel kälter anfühlen lässt. Ich öffne kurz den Mund um Luft zu holen, als der Wind hineinfährt und es sich einen Moment lang so anfühlt als würden mir augenblicklich alle Zähne ausfallen. Hatte ich so auch noch nicht. Dafür scheint so eine Art Sonne und ich mache den allerersten Spaziergang auf dem See des Winters. Schlittschuhe müsste man dabei haben.

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Am Dienstag
-24 °C, immer noch Wind, keine Sonne. Dafür ist alles komplett eingezuckert und sieht traumhaft schön aus. Nur bisschen frisch.

Mittwoch dann
-4 °C und Schneesturm. Den ganzen Tag lang fegt und schneit es. Morgens kommt man noch einigermassen mit dem Fahrrad durch, auch wenn es doppelt so anstrengend ist und doppelt so lange dauert. Auf dem Heimweg muss ich fast die komplette Strecke schieben. Dafür haben wir den halben Meter geknackt, aktuelle Schneehöhe 53 cm. YAY! Zu Hause angekommen sehe ich, dass der Wind etwa eben so viel unter unsere Autoüberdachung geweht hat.

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Hier ist die Hälfte schon geschafft. Ein Hoch auf die finnischen Monsterschneeschieber (nicht die kleinen da im Hintergrund, die waren nur für die Feinheiten).

Und Donnerstag
+4 °C und Regen. 28 Grad wärmer als vor 48 Stunden… Ich habe schon einiges an Glätte erlebt, aber DAS! Strassen und Gehwege sind mit einer zentimeterdicken Eisschicht bedeckt und als Clou schwimmt oben drauf eine Schicht Wasser. Selbst Pauline mit den absolut nicht rutschigen Winterschuhen liegt nach dem ersten Schritt aus dem Haus auf dem Po. Und als sie versucht wieder aufzustehen auf den Knien. Das Fahrrad lasse ich gleich stehen und eiere zur Bushaltestelle. Aber es scheint, dass selbst finnische Buse heute nicht zurecht kommen und nach 20 Minuten warten muss ich mich eben zu Fuss auf den abenteuerlichen Weg machen. Im Prinzip kann man nur auf den Schneehaufen an den Wegesrändern vorwärts kommen. Genau, da wo die ganze Hundekacke liegt. Schlittschuhe müsste man dabei haben.

Schliesslich am Freitag
+1 °C und Regen. Der Spass geht weiter. Ich war am Vortag allerdings so schlau meinen Laptop mit nach Hause zu nehmen und verlasse das Haus nicht. Ich gucke nicht mal raus.

Und dann Samstag
+0,5 °C Schnee, Regen und Schneeregen. Es ist ekelhaft und nass und finster und grau und widerlich. Als einzige Ausflugsmöglichkeit fällt mir der Supermarkt ein. So wie dem Rest der Einwohner unserer Stadt auch, dort ist so voll als wäre morgen Mittsommer.

Sonntag
-1°C und ab und an etwas Schnee, der gnädig die vereisten Wege und Strassen, die braunen Strassenränder und die kahlen Äste bedeckt. Der Winter geht endlich weiter.

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