Schneefluff

Manchmal, wenn es kalt genug ist und es einzelne Schneekristalle schneit und wenn es dazu noch absolut windstill ist, dann schichten sich die Sternchen, wo auch immer sie fallen, vorsichtig übereinander und es gibt Schneefluff.

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Und manchmal schieben sich dann plötzlich die Schneewolken vor die Sonne und machen Märchenwaldlicht:

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Die Fotos entstanden letzten Mittwoch bei einem Homeoffice-Mittagspausenspaziergang, als ich eigentlich gerade in der 400 km entfernten Forschungsstation ankommen sollte. Aber am Vorabend, meine Tasche stand schon fertig gepackt im Flur, schrieb mir der Chef, er hätte zum ersten Mal seit 20 Jahren Fieber und wüsste nun auch nicht. Am Mittwochmorgen verschoben wir die Fahrt dann auf den Donnerstag und am Donnerstag auf nächste Woche. Das traf sich jedoch ganz gut. Denn Pauline verletzte sich im Hort beim Turnen den Daumen. Die Hortdamen schickten sie nach einem Telefonat mit uns nach Hause und gaben die Empfehlung zum Arzt zu gehen. Da es dann schon nach 16 Uhr war, rief ich also in der Notaufnahme an. Das ist jetzt neu, muss man machen bevor man hinfährt (von richtigen Notfällen abgesehen, natürlich) und ich verstehe das auch. Was bis zum nächsten Tag warten kann, muss nicht unnötig die Zeit von Leuten, denen es wirklich schlecht geht in die Länge ziehen. Nach ausgiebigem Telefonat mit vielen, vielen Fragen der Krankenschwester, sowie Rücksprache ihrerseits mit der Patientin hiess es dann: Kühlen, Schmerztabletten und am nächsten Tag zur Schulschwester. Nun ist Paulines Schulschwester aber nur zwei Mal pro Monat in der Schule, da es sich um eine kleine Aussenstelle einer grösseren Schule handelt und sich eine eigene Schwester für 100 Schüler wohl nicht lohnt. Auch verständlich, aber leider ist jeder zweite Freitag eben immer genau nicht der Tag an dem man sie bräuchte. Wir hätten nun zur grossen Schule fahren können, aber ich entschied mich direkt für das Ortsteilgesundheitszentrum. Da hatte ich (zum Glück) auch schon seit Jahren nicht mehr angerufen und war erfreut, dass man nicht mehr stundenlang in der Warteschleife warten muss, sondern sich einfach zurückrufen lassen kann („drücken sie die 1!“). Nach einer halben Stunde kam der Rückruf und wir hatten einen Arzttermin. Bei einer sehr jungen Ärztin, die sich fast sicher war, dass nichts gebrochen ist, aber nur fast und deshalb telefonisch Rücksprache mit einer anderen Ärztin hielt. Die empfahl: Schmerztabletten, weiter kühlen und wenn es in einer Woche noch weh tut, dann zum Röntgen gehen. Das fand ich ein bisschen seltsam und guckte vielleicht auch so, jedenfalls während die Ärztin das Rezept für 100 (!?!) Schmerztabletten ausstellte, überlegte sie sich, dass wir doch besser gleich zum Röntgen gehen sollten, bzw fahren, denn Röntgen gibt es nur im Gesundheitszentrum in der Innenstadt, neben dem Krankenhaus. Doch erst legte eine Krankenschwester noch einen Verband an, instruierte mich sogleich im Verbinden und gab uns noch eine Ersatzbinde mit. Dann also Röntgen und wieder nach Hause. Denn das Röntgenbild wurde zur Ärztin geschickt und die wollte sich nur melden wenn wir noch einmal zum Gipsen vorbei kommen müssten. Ich hörte nicht wieder von ihr und so war es also doch nur eine Prellung. Gut!

Am Freitag dann war ich dann aber wirklich richtig froh nicht in der Forschungsstation zu sein, denn nach wie vor beginnt der Iso sehr früh am Morgen zu arbeiten und wenn ich nicht da bin, dann ist Pauline morgens allein zu Haus. Nicht nur hatte sie am Freitag Namenstag, nein sie wachte auch (traditionell) mit über 39 Grad Fieber, fürchterlichen Kopf- und Halsschmerzen und Schwindel auf. Und einem Riesendurst. Das angereichte Wasser erbrach sie direkt wieder und ich fand das wäre für eine Achtjährige doch alles ziemlich doof gewesen, so ganz allein. Ich mutmasste, dass sie sich wohl am Vortag im Gesundheitszentrum die Grippe eingefangen hätte (und beschloss direkt nun wirklich nie wieder zum Arzt zu gehen), sah im Geiste schon die ganze Familie siechend im Bett liegen und mich auch diese Woche nicht in die Forschungsstation fahren. Aber nach einem Tag, an dem es ihr wirklich schlecht ging, war sie gestern nur noch blass und müde und heute war als wäre nichts gewesen. Der Daumen genas gleich mit. Alles gut!

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