Hupsi

Das war jetzt eine lange, stille Zeit. Sicher könnt ihr alle das Wort ‚Schneefluff‘ nicht mehr sehen, was? Aber manchmal fehlt es einfach an Zeit und Muse. Vor allem Muse. Mal schauen, was in den letzten 6 Wochen so los war:

Pauline war zwei Mal krank. Das zweite Mal ziemlich heftig und so hat sie ihre Skiferien fast komplett im Bett verbracht, die Ärmste. Der Iso, der sich extra Urlaub genommen hatte um ganz viel mit ihr zu unternehmen, hockte also auch die ganze Woche zu Hause, machte Wadenwickel und kochte Tee.

Auch ich war zwei Mal krank (direkter Zusammenhang). Das zweite Mal ziemlich heftig, ich bin eine geschlagene Woche lang nur zwischen Bett und Sofa hin und her getorkelt. So schlecht ging’s mir nicht mehr seit der Grippe vor 15 Jahren. Vielleicht war’s wieder eine. Und ich bin noch immer schlapp. Über eine Woche nach dem letzten Fiebertag brauche ich immer noch 10 Stunden Schlaf pro Nacht, ich huste und belle und schniebe und schnaube.

Ich war zwei Mal in der Fischforschungsstation im Norden (kein direkter Zusammenhang). Wenn es dort noch ein paar Zentimeter schneit, dann wird es schwierig hinzufinden.

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Beim ersten Mal haben wir wieder Fische mit Mikrochips markiert. Ah herrlich, zwei lange Tage in einer sehr kalten, feuchten und dunklen Halle, die Hände immer wieder in 0.8°C warmes Wasser tauchen. Beim zweiten Mal dann echte Feldarbeit, draussen also mit den Füssen in 0.5°C warmen Wasser. Zum Glück mit Gummistiefeln und zwei Paar Wollsocken, das war in Ordnung. Beim Schneeschippen ist uns sogar so warm geworden, dass wir kurz die Jacken ausziehen mussten. (Gestatten, Pinni, Biologin. Zu meiner Arbeit gehörte unter anderem schon Schnee schippen um zu Fischen durchzudringen, Kaffeefilter rund schneiden um Raupen ein behagliches Zuhause zu schaffen oder Kabelbinder zu Stachelhalsbändern für Mäusemännchen winden.) Wie bei jedem Besuch haben wir ausgiebig beklagt, dass die Forschungsstation so verdammt weit weg ist. Aber schön ist es da halt schon.

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Im Fluss lagen lauter weisse Knöpfe.

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Dies ist nicht die Forschungsstation, sondern eine alte Mühle daneben.

Des weiteren hatten wir ein Wochenende lang Besuch und das war so toll, weil wir uns endlich Zeit nehmen MUSSTEN um Skier und Schlittschuhe zu fahren und weil die Sonne schien und überhaupt! Freunde zu Besuch!

Dann habe ich allen Zweitsemestern beigebracht wie man Fische seziert und Fischparasiten in allen möglichen und unmöglichen Organen finden kann. Das ist insofern bemerkenswert, als ich bisher selbst nur Fischaugen seziert hatte und mich entsprechend nur in dieser Region auskannte. Vielleicht ist es in Wahrheit mit allen Lehrern so, die tun immer nur ganz weise. Allerdings, die Übung macht’s! Schon bei der vierten Gruppe brauchte ich nur noch lässig mit einem halben Auge durch’s Mikroskop zu schauen und konnte sofort sagen: Ist ein redhead, ja. (zum Beispiel)

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Redhead, oder auch Camallanus lacustris, aus dem Darm eines Barsches. Man kann die Mikroskopansicht an die Wand werfen. Hübsch sind die ja.

Ausserdem hat Pauline ihr Zimmer gründlichst ausgemistet und quasi ihr gesamtes Spielzeug aussortiert. Letzten Sonntag dann haben wir also die Barbies, die Ponys, das gesamte Playmobil, die Bausteine, die Puppen und vieles mehr auf dem Fussboden einer Turnhalle ausgebreitet und verkauft. Alles weg. Uff, ich dachte eigentlich das würde erst in ein paar Jahren passieren, aber offensichtlich kann man auch mit fast 9 Jahren dem Spielalter entwachsen. Den Schreibtisch hätten wir übrigens auch gleich noch aussortieren können, denn Hausaufgaben macht das Kind neuerdings so:

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Und schliesslich haben wir noch ein verlängertes Wochenende in Helsinki verbracht. Vor einigen Wochen stellten wir fest, dass Pauline in diesem Jahr einen neuen Reisepass braucht. Eigentlich erst im Herbst, aber wie wir so darüber sprachen ging uns auf, dass man sich um solche Angelegenheiten eigentlich nur in den Schulferien kümmern kann. Denn man muss ja zur Botschaft und die wiederum hat nur Werktags zwischen 9 und 12 geöffnet. Also in den Skiferien. Das artet dann übrigens ganz schnell mal in den teuersten Pass der Welt aus, aber wenn man schon mal in der Hauptstadt ist, kann man ja auch gleich noch dort ein bisschen Urlaub machen.

Ich denke es war vor 14 Jahren als ich das erste Mal vom Heureka, dem Wissenschaftsmuseum in Vantaa las. Und seither wollte ich da gern mal hin. Ich würde sagen, es war allerhöchste Zeit, denn es war noch viel toller als ich es mir vorgestellt hatte. Es gibt so viel zu sehen und vor allem auch anzufassen. Alles ist super aufbereitet und erklärt. Hach! Paulines Lieblingsausstellungsstück war dies hier:

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Vater und Tochter fuhren unermüdlich abwechselnd…

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… ich habe gekniffen fotografiert.

Auch begeistert war sie von der Ideenwerkstatt, wo man sich unter anderem ein Auto bauen

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und dann Wettfahren lassen kann

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Meine Lieblingsattraktion waren selbstverständlich die Basketball spielenden Ratten. Oi (blinkende Herzchenaugen)!!!

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Dann haben wir noch Münzen mit unseren Köpfen drauf prägen lassen, ein Focaultsches Pendel bewundert und vieles mehr. Irgendwann nach etlichen Stunden haben wir Eltern schlapp gemacht und zum grossen Verdruss des Kindes zum Aufbruch geblasen. Ich würde sagen dieses Museum hat alles richtig gemacht.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Suomenlinna. Zum einen wollte ich der Familie mal zeigen wo ich mich immer herum treibe wenn ich mit der liebsten Freundin in Helsinki bin, zum anderen soll es dort besondere Pokemons geben und wir haben seit letztem Herbst eine begeisterte Spielerin in der Familie. Es war an diesem Tag allerdings sehr kalt (er fiel in den Zeitraum, den man in Deutschland wohl Russenpeitsche nannte) und so hielt der Handy-Akku nicht länger als 20 Minuten. Wir Menschen nur unwesentlich länger. Aber schön war’s trotzdem.

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Und ausserdem kann man ja zurück am Festland quasi direkt von der Fähre in die Sauna steigen. Und dann neben dem vereisten Hafenbecken schwimmen.

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Die nicht zu verachtende Strecke zwischen Schwimmbecken und Sauna war dieses Mal übrigens besonders interessant. Wir erinnern uns? Russenpeitsche. Eigentlich waren es nur -14 Grad, aber der Wind hat es sich viel kälter anfühlen lassen. Spaziere da mal nass im Badeanzug herum. Pauline war nicht das einzige Kind, dass äh… zu Tränen gerührt war. (Und dennoch war sie begeistert.)

Am dritten Tag schliesslich der Besuch in der Botschaft, wo man immer auf den einen oder anderen kuriosen Landsmann trifft. Pauline hat zum ersten Mal Fingerabdrücke und eine Unterschrift hinterlassen. Spannend. Schliesslich erledigten wir noch den obligatorischen Besuch im schwedischen Möbelhaus, wo sich das grosse Kind ein grosses Bett aussuchte.

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Ausserdem noch eine neue Decke und ein neues Kissen. Wie gesagt, das war nicht gerade der günstigste Pass.

So, jetzt wisst ihr Bescheid! Dieses Wochenende stand übrigens endlich nochmal im Zeichen des Wintersports. Aktuelle Schneehöhe: 70 cm. GROSSARTIG!

 

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