Lebenszeichen

Gerade habe ich etwas auf dem Blog nachgeschlagen. Und mich dann festgelesen. Und schliesslich gedacht, dass die seit Monaten anhaltende Blogunlust jetzt ein Ende haben muss. Denn diese (obgleich sporadischen) Erzählungen aus unserem Leben sind gold wert. Also für mich. Und uns als Familie. Das muss fortgesetzt werden.

Der Mai ging so grossartig weiter wie auf den letzten Bildern. Er war sogar noch schöner als dieser hier. Am Ende haben wir den Regen richtiggehend herbeigehofft, weil sich die gerade geschlüpften Birkenblätter schon wieder gelb färbten. Wir waren so viel wie möglich draussen und haben jeden Sonnenstrahl mitgenommen. Und verbrachten ein vergnügliches Wochenende in Turku.

Im Juni begannen die Sommerferien. Schon wieder ein Schuljahr um. Und pünktlich wurde es kalt und nass. Der Ferienhort wechselte im letzten Moment seinen Ort und weil der ziemlich ungünstig lag beschloss Pauline dann eben allein zu Hause zu bleiben. So als angehende Drittklässlerin. Sie schlief jeden Tag bis um 11 und giggelte für den Rest des Tages mit Freundinnen. Und ernährte sich von Eis. So muss das sein.

An Mittsommer machte sich die Familie auf nach Deutschland und für mich ging der bereits angelaufene Fischsommer in die heisse Phase über. Die erste Woche war die Schlimmste, denn die Familie schickte mir unentwegt die tollsten Fotos während ich gefühlt Tag und Nacht arbeitete. Gefühlt?

IMG_05564:13, Sonnenaufgang. Und nein, für den Sonnenaufgang bin ich nicht aufgestanden. Lustig übrigens wie schwierig es sein kann einen Fuss vor den anderen zu setzen wenn man nach 3 Stunden Schlaf aus eben jenem gerissen wird. Oder eine 18 von einer 81 zu unterscheiden, zum Beispiel. Dafür mache ich in diesem Jahr aber, wie man sieht, echte Feldarbeit. Also draussen. Das ist, wenn man sämtliche blutsaugenden Insekten mal ausser Acht lässt, sehr toll. Toll ist auch, dass wir in diesem Jahr eine richtig grosse Mannschaft sind, die 24 Stunden am Tag zusammen verbringt, Freud und Leid teilt und viel zusammen lacht. Ein bisschen Familienersatz.

Paulines Papa kam allein zurück nach Finnland, also fast, er wurde von ca. 20 Müslipackungen und einigen Flaschen Bier begleitet. Pauline blieb in Deutschland, zum ersten Mal ohne Eltern. Für mich war das irgendwie ein bisschen komisch, andererseits bin ich so froh, dass ich mich sorgenfrei und ohne schlechtes Gewissen den Fischen widmen kann. Das war als sie allein zu Hause war nicht so. Jetzt habe ich sie schon über zwei Wochen nicht mehr gesehen und habe ziemlich schlimmes Paulineweh. Zum Glück schaukelt sie im Moment zusammen mit meinen Eltern über die Ostsee in unsere Richtung und in ein paar Tagen kann ich auch für eine Nacht nach Hause fahren. Dann muss ich sie womöglich so fest drücken, dass ihr die Luft wegbleibt.

So, die Fische rufen…

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Eine Antwort zu Lebenszeichen

  1. Leni schreibt:

    Du hast es echt nicht einfach im Sommer! Aber immerhin können deine Fische schon rufen, hast wohl viel Erfolg bei deiner Arbeit! Weiter so.. ;-)

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