Koli

Der Iso ist ja das Familienmitglied, das sich immer einen Wochenendausflug zum Geburtstag wünscht. Im Grunde genommen ist das dann immer ein Geschenk für uns alle. Trotzdem hatte ich vorletzten Freitag, als es draussen ziemlich grau und ziemlich nass war erstmal keine Lust loszufahren. Das Wochenende eingerollt unter meiner Bettdecke zu verbringen kam mir irgendwie verlockender vor als im Wald. Aber natürlich fuhren wir pünktlich 14 Uhr zum Schulschluss los und tatsächlich hörte es nach einer Stunde Fahrt zu regnen auf und kurz vorm Koli Nationalpark kam die Sonne raus.

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Wir nahmen den Schrägaufzug auf den nur 347 m und trotzdem hohen Koli Berg, hatten aber nur ganz kurz Zeit einen Blick auf DIE finnische Nationallandschaft zu werfen, sondern nahmen unseren Schlüssel, fuhren wieder hinab, eine halbe Stunde auf staubigen Strassen am Ufer des Pielinen See entlang – eine Stelle war schöner als die Andere, aber wir hatten gar keine Zeit zu gucken, denn gleich würde die Sonne untergehen und wir waren ja immer noch lange nicht da. Das Auto endlich abgestellt, die Kraxen  geschultert und als allererstes mussten wir durch eine Pferdekoppel stapfen (auf dem liebevoll handgeschriebenen Erklärzettel hiess es Schafsweide). Mitten im Wald!?! Nach weiteren 1,5 km waren wir dann da, an einer sogenannten Wildnishütte für Wanderer, die für dieses Wochenende uns gehören würde.

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Kein Strom, kein fliessend Wasser, aber wie man sieht eine Sonnenpanele und deshalb (wir sind schliesslich in Finnland) auch ein, nein zwei, USB Steckdosen zum Handyaufladen. Und Ausblick.

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Wir schafften es gerade noch so im Hellen die Betten Schlafsäcke zu richten und dann blieb uns nur noch mit der geballten Kraft von Kerzen und Taschenlampen etwa zu malen oder am Gasherd Tütensuppen zu kochen. So schön und kuschelig!

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Jedoch, wer am Abend Tütensuppen schlabbert und ausserdem viel Tee trinkt, der hat des Nachts seine Freude zunächst in der Finsternis nach der Stirnlampe zu tasten, die steile Leiter vom Schlaflager abzusteigen, Schuhe anzuziehen um dann durch den dunklen Wald zum Plumpsklo zu stapfen und zurück. Zwei Mal!

Am Morgen regnete es nicht, wie angesagt, sondern war warm und sonnig, sowie ein bisschen morgennebelig.

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Selten haben wir so schön Zähne geputzt.

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Danach machten wir, was man eben in der Wanderhütte macht: Stiefel schnüren und los. Nicht so weit wie geplant, denn (anders können wir Urlaub ja nicht) ein Familienmitglied war krank, aber einige Kilometer kamen schon zusammen. Mit Würstchenpause am Feuer.

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Der Wald war voller Pilze. (Und voller Elchfliegen…)

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Ein paar Ameisen sahen wir auch.

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Und Aussicht, schon wieder. (Es war weder kalt, noch hat es geregnet. Aber wie gesagt, Elchfliegen…)

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Zurück in der Hütte heizten wir die wunderbare Sauna an (aaaah!) und spielten Karten. Und dann ging schon wieder die Sonne unter.

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Am Sonntagmorgen schliefen wir versehentlich etwas zu lang und so blieb nur noch Zeit zu Frühstücken, packen und für die Nächsten Gäste Holz zu hacken und Wasser zu holen. Dafür konnten wir zurück auf dem Koli in aller Seelenruhe gucken.

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Pauline ist ja nicht so der Wander- und Naturfreund und fand das Wochenende eher nicht so. Behauptet sie jedenfalls.

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Ich war allerdings sehr sehr froh es nicht unter der Bettdecke verbracht zu haben. Das war toll!

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