Tschüss, Weihnachtsferien!

Vorgestern, am letzten Ferientag, hatte Pauline Besuch von einer Freundin. Und weil den beiden sonst nichts mehr einfiel, beschlossen sie gemeinsam Paulines Zimmer aufzuräumen. Die Länge der Ferien war wohl angemessen.

War das schön! In den ersten Ferientagen waren wir noch ziemlich aktiv, backten wie die Weltmeister und bereiteten das Weihnachtsfest vor.

Dann war aber alles erledigt. Weihnachten hätte ich gern in Deutschland verbracht, aber auch ohne Pandemie wäre es vermutlich nicht dazu gekommen. Jedenfalls waren wir zu dritt zu Hause, so wie an den meisten Weihnachtsfesten, und hatten es äusserst gemütlich.

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Es war auch das erste Weihnachten, an dem Pauline Geschenke für uns Eltern besorgt hatte. Und sie war mindestens so vorfreudig aufgeregt auf unsere Reaktionen wie darauf ihre eigenen Geschenke auszupacken. Richtig schöne Sachen hat sie ausgesucht. Ich erinnere mich sehr genau an den Tag, an dem auch ich erstmalig beschloss mein Taschengeld für Weihnachtsgeschenke auf den Kopf zu hauen. Ich fuhr in die Stadt und kaufte… allerlei seltsame Dinge. Das Beste, so dachte ich damals, war die rote Plastikspardose in Form eines Autos, welche ich für meinen Vater erstand. Sie war ausnehmend hässlich und es ist meinen Eltern hoch anzurechnen, dass sie viele Jahre im Regal über ihrem Bett stand (noch steht?).

Das Festessen haben wir dieses Mal anders aufgerollt. Vor Jahren erzählte mir eine Kollegin, dass ihre Familie immer unter allen Mitgliedern ein Thema für das Weihnachtsessen auslost und auch wer welchen Gang zubereitet oder für die Dekoration zuständig ist. Ich habe mich damals augenblicklich in diese Vorgehensweise verliebt und sie mir vorgemerkt für wenn Pauline etwas älter ist. Das war jetzt soweit und zu meiner Freude war der Rest der Familie auch von der Idee angetan.

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Es wurde Lappland. Zum Glück muss man sagen, denn ich zog auch die Hauptspeise und für Regenbogen wäre mir bis jetzt immer noch nichts eingefallen. So konnte es aber geschmortes Rentier in Rotweinsosse geben. Als Vorspeise servierte der Iso „Brotkäse“ (auch Quietschekäse genannt), gebacken mit Sahne und Moltebeermarmelade. Und Pauline, die von vornherein für die Nachspeise bestimmt war, buk kleine Törtchen in Weihnachtsmannform (weiss ja jeder, dass der Weihnachtsmann vom Korvatunturi in Lappland kommt). Meine Mama hatte uns (zufällig) kleine Holzrentiere als Tischdekoration ins Weihnachtspäckchen gelegt und Mari Boine sang leise im Hintergrund. Das war so toll. Und sehr lecker.

Die Wetterverantwortlichen waren so freundlich und schickten pünktlich am 23. Dezember eine Menge Schnee und es wurde von Ferientag zu Ferientag winterlicher. Man konnte also nicht pausenlos auf dem Sofa liegen, sondern musste ab und zu den Schnee anhimmeln gehen. Ging gerade so.

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An einem Tag gab es einen eisigen und starken Wind und auf dem See Wellen wie am Meer. Ich verbrachte viel Zeit staunend am Strand, wo alles mit Seewasser eingeeist war.

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Und zack! war Silvester. Vor fünf Jahren, als unsere Freunde kurzfristig die gemeinsame Silvesterfeier absagen mussten und Pauline schwer enttäuscht war, da bastelte ich ihr schnell diese Stundentütchen, die ich zuvor im Internet gesehen hatte. Geschenktüten gefüllt mit silversterbezogenen Kleinigkeiten, von denen man über den Abend immer zur vollen Stunde eine öffnen darf. Bis Mitternacht das neue Jahr beginnt. Das kam ausnehmend gut an und war somit ein adäquater Tost. Was ich nicht bedacht hatte: seither werde ich jedes Jahr vor Silvester mit Hundeblick gefragt ob es wieder Tütchen geben wird.

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(Sieht jetzt aus wie eine zweite Bescherung, sind aber nur Ballons, Luftschlangen, eine Konfettikanone, Knicklichter, Wunderkerzen, Glückskekse und Zutaten zum Wachsgiessen – was man ja sowieso an Silvester so braucht :) )

Ein Tütchen beinhaltete auch Spielvorschläge und wir spielten dann so eine Art Stille Post, aber mit zeichnen. Also einer zeichnet einem was auf den Rücken und der zeichnet es auf den Rücken vom Vordermann und so weiter. Hehe.

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Das neue Jahr läutete ich mit einem Corona-Test ein. Ich hatte seit dem Vortag ganz leichte Erkältungssymptome, eigentlich nicht der Rede Wert. Da aber in den Nachrichten stand, dass sich über die Feiertage viel weniger Leute als sonst testen liessen und dazu aufgerufen wurde doch auch bitte bei den kleinsten Symptomen zu kommen, brachte ich es als letztes Familienmitglied auch mal hinter mich. Im Freien geht das bei diesen Temperaturen freilich nicht mehr, deshalb ist die Teststation jetzt auf der Pferderennbahn untergebracht.

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Ja, der Name der Pferdesportanlage ist jetzt für diesen Zweck auch nicht ganz so…

Warten musste ich direkt neben den Wettschaltern, es war schon ein wenig bizarr. Aber alles war super durchorganisiert. Die Krankenschwestern trugen Party-Kopfschmuck, wünschten mir alles Gute für’s neue Jahr und waren auch sonst überaus liebenswürdig. Zwei Tage später bekam ich mein Ergebnis: negativ.

Am letzten Ferientag wäre ich gern endlich mal Skier gefahren. Aber die Stadt kommt mit den Loipen nicht so recht aus dem Knick und es waren erst drei Stück fertig. Ja ich weiss, Jammern auf hohem Niveau. Aber wir sind lange genug hier um zu wissen, dass sich an einem Tag wie diesem – letzter Ferientag und ausserdem noch Feiertag UND schönes Wetter – vermutlich die ganze Stadt auf den drei Loipen tummeln wird und es uns als eher gemütlichen Skifahrern so keinen Spass macht. Mal abgesehen von Abstand halten und so. Also fuhren wir stattdessen (Pauline nicht, die räumte ja ihr Zimmer auf) in den Leivonmäki Nationalpark zu einer Wanderung. Dort war es menschenleer.

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Ein perfekter Abschluss für echt schöne Weihnachtsferien.

3 Kommentare zu „Tschüss, Weihnachtsferien!

  1. Pingback: 2021 – Pinni

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