Sommerferienwochenende

Fünf von neuneinhalb Ferienwochen sind um, Finnland leidet unter aalt sich in einer Rekordhitzwelle, in der Fischforschungsstation (in die ich am Mittsommersamstag endlich fahren konnte) ist aus Gründen derzeit Pause und so lag nichts näher als ein Wochenendausflug. Uns war ein bisschen nach Stadt zumute, einem Ort an dem man möglichst viele unterschiedliche Dinge tun und es sich kulinarisch gut gehen lassen kann.

Am Freitagnachmittag fuhren wir also nach Helsinki. Nach einem ausgesprochen guten Abendessen liess ich mich beschwatzen den geplanten Weg zum Freizeitpark mit E-Scootern zurückzulegen. Ich bin ja eher von der vorsichtigen Sorte und in letzter Zeit war oft über diverse Verletzungen, die sich Leute beim E-Scooter-Fahren zugezogen hatten, berichtet worden. Helme hatten wir auch nicht dabei. Wir fuhren aber ganz langsam, schon allein weil der Mann das Kind mit auf dem Roller hatte, und neben allen weichen Knien und verkrampften Armen musste ich zugeben, dass es durchaus auch Spass macht. Und sagte glatt zu auch die Rückfahrt zum Hotel zu rollern. Aufregung war das aber für mich genug, deshalb sah ich den Achterbahnfahrten lieber von einer Bank aus zu.

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Und hatte einen unglaublichen Spass an den ausgelassenen Menschen. Wann hat man sowas zuletzt gesehen? Eine laue Sommernacht, Gross und Klein quirlte lachend über Linnanmäki, Kinder quasselten aufgeregt und schleppten mit strahlenden Augen ihre gewonnenen Kuscheltiere im Arm, von den Fahrgeschäften hörte man begeistertes Juchzen. Sicher, die eine oder andere Mundschutzmaske mehr hätte dort nicht geschadet, aber hätte ich damit die glücklichen Gesichter sehen können? Nein, ich wollte einmal nicht an die blöde Pandemie denken und genoss die Stimmung.

Vom nächsten Morgen gibt es nicht allzu viel zu berichten, wir wollten alle gern ein wenig einkaufen und taten genau das. Wir besuchten Helsinkis neusten Shoppingtempel wo wir auch Milchshakes zu 8,50 € das Stück tranken. Aber was soll’s, es ist Sommer und Hitzewelle und überhaupt und sie waren auch wirklich ausgesprochen lecker. Die Innenstadt besuchten wir auch. Ich habe den Dom schon hundert mal gesehen und immer noch wird mir bei seinem Anblick warm ums Herz.

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Für den Nachmittag hatten wir uns einen Strand ausgeguckt. Einmal im Meer baden! Allerdings… So ein richtiges Meer ist das ja nicht. Hätte es nicht salzig geschmeckt und wären nicht mehrfach riesige Pötte vorbei getuckert, hätte man es auch für einen grossen See halten können. Keine einzige Welle, Wassertemperatur 25°C. Aber schön, das war es dort schon. Sehr.

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Am Sonntagmorgen fuhren wir weiter nach Porvoo, einer kleinen Stadt unweit von Helsinki, die für ihre vielen noch erhaltenen alten Holzhäuser bekannt ist. Ich weiss überhaupt nicht warum wir noch nie dort waren, ich mochte es unheimlich gern durch die kleinen Gassen zu laufen und zu gucken. Es war auch überhaupt nicht voll, jedenfalls abseits der zwei Hauptstrassen mit ihren Boutiquen und Cafés.

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Ich hätte ja einfach für den Rest des Tages dort herum laufen können, die Familie… eher nicht so. Aber wir hatten ja auch noch einen letzten Programmpunkt eingeplant. In diesem Artikel hatte ich kürzlich über das Gletschertopfgebiet in Askola gelesen, was wiederum in der Nähe von Porvoo liegt. Gletschertöpfe sind durch Schmelzwasser und Steine geformte Löcher in Felsen, die am Ende der letzten Eiszeit entstanden sind. Bei Askola gibt es ganze zwanzig Stück davon, alle auf einem einzigen (grossen) Felsen.

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Entdeckt wurden sie erst in den 1950er Jahren, weil sie bis oben hin mit Erde gefüllt waren. Sie haben alle verschiedene Formen und Grössen und der Grösste ist über 10 Meter tief und man kann hinein steigen.

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(Alle, die mich persönlich kennen: die Person auf dem Bild bin nicht ich, sondern Pauline. Von oben sind wir wohl momentan Zwillinge. Aber wer weiter oben im Text aufgepasst hat kann sich schon denken, dass ICH nicht da gar nicht runter gestiegen bin :) ).

Super tolles Sommerferienwochenende!

2 Kommentare zu „Sommerferienwochenende

  1. Das hätte man vor 2 Jahren ja auch nicht gedacht: Euer Wochenende klingt nach einen Menge Normalität in vielen Bereichen und das ist wundervoll:-)

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