Wintersonnenwende

Die Tage fegen vorbei wie Schnee im Sturm. Wie immer gegen Ende des Jahres gibt es unglaublich viel zu tun und wie immer möchte ich eigentlich einfach nur schlafen. Da fällt das Tagebuchschreiben als Erstes hinten runter. Dabei gäbe es soviel zu erzählen. Von Corona und dass der frühe Zeitpunkt unserer Weihnachtsfeier, über den ich mich im letzten Eintrag noch lustig gemacht habe, sehr schlau gewählt war. Längst sind wir alle zurück im Homeoffice. Oder von meinem neuen Job, in dem ich weder Fische, noch Mäuse oder Schmetterlinge jongliere, sondern Zahlen. Von Pauline, die sich spontan entschlossen hat die Gymnastikmannschaft zu wechseln und jetzt noch mehr trainiert und sehr glücklich damit ist. Vom Filmkonzert „Der Schneemann“, in dem ich in diesem Jahr mit meinem jüngsten Patenkind war und an dem wir beide sehr viel Freude hatten. Der Kinobesuch im November an dessen Ende die Mundschutzmasken aller Besucher mit Tränen getränkt waren. Von dem unglaublich schönen Dezember, der abgesehen von ein paar wenigen Tagen sehr winterlich und überraschend sonnig war.

Was ich mir nämlich konsequent bewahrt habe – viel zu tun hin oder her – sind die Homeoffice-Spaziergänge. Fast immer in der Mittagspause um so viel Licht wie möglich abzubekommen (siehe oben, müde). Gestern zur Wintersonnenwende verteidigte meine Bürokollegin ihre Doktorarbeit (selbstverständlich online) und da das traditionell zur Mittagszeit beginnt, drehte ich meine Runde schon etwas eher. Zum Sonnenaufgang 10 Uhr. Schon lange habe ich nicht mehr so etwas Schönes gesehen. Ich lief langsam und mutterseelenallein über den zugefrorenen See, während langsam ein oranger Ball über den Horizont kroch. Es war bitterkalt aber windstill und ich blieb immer wieder stehen, guckte und atmete.

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Fünf Stunden später, die Kollegin war gerade Frau Doktor geworden, ging die Sonne wieder unter. Dafür hat sie wirklich alles gegeben bei ihrem kürzesten Auftritt des Jahres.

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4 Kommentare zu „Wintersonnenwende

  1. Wie wunderwunderschön! Ja, „alles gegeben“, das kann man wohl sagen. Solche Augenblicke tun gut, die kann man lange bewahren. Vielen Dank fürs Teilen und frohe Weihnachten! :-)

  2. Pingback: 2021 – Pinni
  3. Atem beraubend schön….
    Ich könnte ganz furchtbar neidisch werden… Hier bei uns am Rand Hannovers war es zu Weihnachten griesegrau und heute fielen zwar 4 oder auch 5 Flocken Schnee, aber sie blieben bei den Temperaturen nicht liegen…. wäre ja auch zu komisch gewesen, 5 Flocken Schnee auf der Wiese…

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