Finnlandtag Nummer 20

Letzten Samstag jährte sich der Tag, an dem wir „für vier Jahre“ nach Finnland zogen zum zwanzigsten Mal. Zwanzig!!! Einerseits ist es unvorstellbar wie die Zeit so schnell vergehen konnte, andererseits fühlt es sich schon ziemlich lange her an. Dieser Tag, an dem wir mit einem Auto voller Umzugskisten von der Fähre rollten, grosse Augen über den vielen Schnee machten und unsicher mit unseren Ganzjahresreifen weiter Richtung Norden rutschten.

Ich kann gar nicht sagen wann uns klar wurde, dass es nicht nur bei den geplanten vier Jahren bleiben wird, aber ich glaube es war ziemlich schnell. Weil wir uns so wohl fühlten, angekommen und zu Hause. Das hat sich in all den Jahren nicht geändert, auch wenn irgendwann die Faszination des Neuen nachlässt und der Alltag einzieht (und man jeden Wanderweg gegangen ist). Deshalb ist der 26. Februar immer noch ein innerfamiliärer Feiertag, der Finnlandtag.

Wir begingen ihn würdig. Wir schnallten uns die Skier, die wir damals gekauft hatten und mit denen wir überhaupt erstmal Skier fahren gelernt hatten, unter und fuhren 15 km über einen winzigen Teilausschnitt von Finnlands zweitgrösstem See. Genauer gesagt einmal um eine seiner vielen Inseln herum. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, die Sonne schien wie verrückt von einem knallblauen Himmel und es war fast nicht kalt :)

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Wir glitten vorbei an Alvar Aaltos Sommerhaus (Experimentalhaus), das an einer wunderschönen Stelle liegt. An riesigen Findlingen mit Schneehaube. An anderen Inseln und Inselchen. Auf einer machten wir eine ausgedehnte Pause und hielten die Nasen in die Sonne. Den Stein, auf dem wir sassen, hatte sie für uns angewärmt.

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Wir kamen an Stellen vorbei, an die wir im Sommer niemals kommen würden, da dort keine Strassen und Wege hinführen und wir so eingefinnischt immer noch nicht sind, dass wir ein Boot besitzen würden. Manchmal quatschten wir und manchmal fuhren wir schweigend hintereinander her. Dann dachte ich dankbar und glücklich über die letzten zwanzig Jahre nach.

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Wir haben nie gesagt, dass wir für immer bleiben. Denn wer weiss das schon. Aber noch immer kann ich mir keinen besseren Wohnort vorstellen.