Wäre das auch gleich erledigt

Letzte Woche war ich auf einer Weihnachtsfeier. Der praktisch veranlagte Finne hat sich gedacht: Legen wir doch gleich den allherbstlichen Erholungsnachmittag (oder wie auch immer man das übersetzen könnte) und die Weihnachtsfeier zusammen. Da der Erholungsnachmittag traditionell mit Aktivitäten draussen einhergeht und es Richtung Weihnachten eher nicht heller oder wärmer wird, machen wir eben die Weihnachtsfeier am 12. November. Schließlich stehen auch schon seit zwei Monaten die Weihnachtspralinen in den Läden.

Dafür war es so viel schöner als sonst (sonst = Karaoke und Besäufnis). Wir fuhren mit drei Reisebussen (ALLE hatten sich angemeldet, endlich war mal wieder was los) in einen Zoo, der seit kurzer Zeit von meinem ehemaligen Mäusekollegen geleitet wird. Ankunft war 16 Uhr, das Novemberschummerlicht hatte sich gerade in tiefschwarze Nacht verwandelt. Und wir fragten uns ob wir wohl überhaupt ein einziges Tier sehen würden. Aber wir sind schliesslich Biologen, hatten selbstverständlich alle eine Stirnlampe auf dem Kopf und sahen natürlich alle vorhandenen Tiere. Bis auf die Bären, die Glückspilze hatten sich eine Woche zuvor in die Winterruhe begeben. Im Dunkeln im Zoo war es sogar ziemlich schön und spannend. Weil man die Zäune gar nicht richtig sah, fühlte es sich ein bisschen an wie in freier Natur. Und wie schön die Wolfsaugen leuchten, wenn man sie mit einer Stirnlampe anleuchtet. Die Tiere störten sich nicht gross an uns, die sind sicher einiges gewöhnt. Ausserdem hörten sie die ihnen wohlbekannten Stimmen unserer zwei Begleiter, der ehemalige Kollege und eine ehemalige Studentin unserer Uni, die uns viele interessante Details erzählten. Wie sie das Wisent mit der Fähre und einem Pferdeanhänger aus einem Zoo in Schweden abgeholt hatten. Wie die zwei Schneeeulen fast verhungert auf einem Frachtschiff im Ärmelkanal gelandet sind und von den Matrosen aufgepäppelt und an Land gebracht wurden. Die Namen jedes einzelnen Tieres, die die Pfleger vergeben dürfen (es gab zwei Eulen namens Dienstag und Donnerstag). Als wir bei den Elchen ankamen (es ist ein nordischer Zoo mit Tieren die sich im kühlen Klima wohl fühlen) brannte ein behagliches Lagerfeuer und es stand Glögi bereit. Und wie wir dort so standen, da fingen die Elche sehr lustig an zu brummen und zu knurren. Später wurden extra für uns noch die Schneeleoparden und die Vielfrasse gefüttert und ich lernte warum die Vielfrasse so lustig tänzelnd laufen: sie haben nämlich überdimensional grosse Pfoten damit sie gut und schnell über Schnee laufen können um Rentiere zu erlegen. Und nun laufe mal ohne Schnee mit Schneeschuhen an den Füssen!

Nach zwei Stunden liessen wir die Tiere schliesslich in Ruhe und spazierten zum Restaurant im gegenüber gelegenem Hotel. Dort entglitten mir kurzzeitig die Gesichtszüge, denn das es finnisches Weihnachtsessen geben würde hätte ich mir zwar eigentlich denken können, aber ich hatte tatsächlich mit etwas Leckerem gerechnet :) Dafür hatte ich sehr nette Tischgesellschaft, es gab lustige Spiele und die unverzichtbaren Reden. Eine war für eine Sekretärin, die nach 43 Jahren bei uns Biologen in Rente gegangen war und sich stets mit unfassbarer Geduld und Freundlichkeit um unsere durchaus bizarren Belange und sagen wir mal ungewöhnlichen Characktere gekümmert hatte. Wir dankten ihr und sie hielt ebenfalls eine kurze Rede, die sie mit „Passt gut aufeinander auf!“ schloss.

Als ich sehr spät wieder zu Hause war, konnte ich noch lange nicht einschlafen, weil es so aufregend gewesen war unter so vielen Leuten zu sein und so viel zu reden und zu lachen.

Herbsturlaub

Vorletzte Woche waren in Mittelfinnland Herbstferien. Unsere ursprünglichen Pläne für etwas länger etwas weiter weg zu fahren, jetzt wo es wieder einigermassen möglich ist, wurden vom Hobby des Kindes vereitelt. Wer legt Wettkämpfe und Trainingslager in die Ferien? Aber für ein paar Tage stand sogar die Gymnastik still und so konnten wir immerhin über eine Ländergrenze fahren. In Estland waren wir zuletzt vor vier Jahren und auch da nur für einen verregneten Nachmittag in Tallinn. Dabei ist es gar nicht weit. Ein paar Stunden über Land zur Hauptstadt, noch mal zweieinhalb über’s Meer, da.

(Finnland wäre nicht Finnland wenn man nicht auf dem Schiff erstmal zufällig ein paar Bekannte treffen würde.)

Die ersten 1,5 Tage verbrachten wir in Tallinn, was ja immer einen Besuch Wert ist. Zur Zeit aber ganz besonders, denn erstens sind „aufgrund der aktuellen Situation“ nur wenige Touristen da und zweitens können wir dort momentan Familie besuchen. Meine Nichte verbringt dieses Schuljahr im Rahmen eines Austauschprogrammes in Estland. Dort waren allerdings keine Ferien, deshalb vertrödelten wir die Zeit bis Schulschluss erstmal mit ein wenig Umherspazieren.

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Als wir eine Weile an der Stadtmauer entlang liefen, zeigte sogar unser nicht ganz so gern umher laufendes Kind Begeisterung, denn im Geschichtsunterricht wurde gerade das Mittelalter durchgenommen und erst wenige Tage vorher war von mittelalterlichen Städten und Stadtmauern die Rede gewesen. Ach so sah das also damals aus.

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Ausserdem verbrachten wir die Zeit mit über die Sprache freuen. Unglaublich wie ähnlich sich Finnisch und Estnisch sind. Bei manchen Wörtern muss man zwar zweimal hinsehen oder -hören, aber wir haben überraschend viel verstanden. Und dann erst die niedlichen eingeestnischten (dieses Wort gibt es vermutlich nicht?) Wörter wie Reisibüro oder Smuuti oder Gurmee!

In Tallinn waren wir zwar schon einige Male gewesen, haben aber bisher hauptsächlich nur die Altstadt gesehen. Das sollte sich bei diesem Besuch ändern. Zunächst trafen wir meine Nichte am Hauptbahnhof, neben dem gleich eine grosse Markthalle steht, in der wir erstmal alle leeren Mägen füllen konnten. Ich ass dort direkt das leckerste Essen der ganzen Reise: frische Pelmeni gefüllt mit Kartoffeln und Zwiebeln, die haben unheimlich gut geschmeckt. Unweit von dort liegt der kreative/alternative Stadtteil Telliskivi mit viel Kunst an und zwischen den Wänden und dahin wurden wir als nächstes geführt.

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Wir schauten uns ein wenig um und besuchten auch einen kleinen feinen Buchladen mit sehr gelungener Titelauswahl. Von Telliskivi ging es weiter nach Linnahall, dem ehemaligen Lenin Palast für Kultur und Sport. Ein beeindruckendes Bauwerk, das 1980 anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Moskau gebaut wurde. Heute verfällt es so vor sich hin – sein Erhalt ist unter den Esten umstritten – aber man kann immer noch oben drauf steigen und über’s Meer schauen.

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Danach waren wir alle ordentlich durchgefroren und beinmüde und liessen den Tag mit weiteren kulinarischen Highlights ausklingen. Ich habe mich sehr gefreut zu sehen wie wohl sich meine Nichte offensichtlich in Tallinn fühlt und wie souverän sie uns nach nicht mal zwei Monaten dort durch die Stadt navigiert und dabei viele interessante Details erzählt hat. Danke für die tolle Reiseleitung :)

Da die Gymnastik noch ein paar weitere Tage ruhte, fuhren wir am nächsten Morgen weiter nach Pärnu. Es goss wie aus Kübeln, also liessen wir bedauernd den geplanten Umweg über Haapsalu aus und rollten auf direktem Weg zwischen hundert LKWs (Via Baltica…) gen Süden.  Pärnu ist ein Kur- und Badeort mit unzähligen Spas und Schwimmbädern und war damit die ideale Wahl für die folgenden Tage, in denen ein Herbststurm über’s Land zog. Den Rest des Tages verbrachten wir einfach schwimmend und saunierend im Hotel. Nachts trommelte der Regen ans Fenster und in der Ferne rauschte aufgebracht das Meer.

Freundlicherweise machte der Regen am nächsten Vormittag eine kurze Pause, so dass wir uns ein wenig am wirklich schönen Stadtstrand durchpusten lassen konnten.

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Nachmittags fielen wieder fette Tropfen, aber nachdem wir ja erst zwei Wochenenden vorher die liebste Freundin besucht hatten und uns die Mäusekinder das Spassbad in Pärnu in den schillerndsten Farben beschrieben hatten, war sowieso klar, dass wir dort hinmussten. Und so rutschten, sprangen, schwammen und saunierten wir wieder den ganzen Nachmittag. Gibt Schlimmeres.

Am letzten Urlaubstag schien immerhin ab und zu mal die Sonne. Ursprünglich hatten wir vor den Tag in einem nahegelegenen Nationalpark zu verbringen, beschlossen dann aber, dass wir Wald und Moor auch ausreichend zu Hause haben und suchten lieber einen kleinen Wanderweg direkt am Meer südlich von Pärnu aus. Dort gab es allerliebste Infotafeln, Wald bis direkt vorn an die Wasserkante, ein wildes Meer, einen Aussichtsturm, eine Vogelwarte und Wetter, das gab es auch.

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Weil der Weg nicht so lang war, blieb am Nachmittag noch Zeit für einen Besuch der Innenstadt, wo genau gar nichts los war, aber es immerhin schöne alte Holzhäuser zu sehen gab. Und für einen Spaziergang zur etwa 2 km langen Mole. Dort wiess uns ein Schild darauf hin, dass Liebespaare die ewige Liebe erhalten wenn sie Hand in Hand die Mole abschreiten und sich am Ende küssen, aber ach! Der Sturm hatte den steinigen Teil der Mole komplett überspült. Konnten wir nur den romantischen Sonnenuntergang ansehen.

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Das war dann auch das letzte Mal, dass wir seither die Sonne sahen. Auf der Heimfahrt am nächsten Tag fiel wieder Regen, der sich auf finnischer Seite in Schnee verwandelte. Leider blieb der nicht liegen und deshalb ist es jetzt die finsterste Zeit des Jahres und ich muss immerzu schlafen und essen und brauche ewig um Blogeinträge fertig zu stellen.

Herbstrunde

Es gab familienintern kürzlich Beschwerden, weil wir jeden Wanderweg im Umkreis von 100 km schon mehrfach abgeschritten sind. Mit dem Fazit man müsse umziehen. Ganz weit weg. Da ich darauf aber keine Lust habe, strengte ich meinen Kopf ein bisschen an und dann fiel es mir wieder ein. Dieses Strassenschild mit den zwei Wanderern drauf, an dem ich schon ein paar mal vorbei gefahren war. Da an der Brücke. Und immer gedacht habe, dass man hier auch mal herkommen könnte.

Als es am Samstag mal nicht schüttete, sondern nur leicht tröpfelte, fuhren wir also hin. Es handelte sich eher um eine Art Naherholungsgebiet, eine kleine Halbinsel zum Angeln, Wildwasserbootfahren und Lagerfeuer machen und richtig wandern konnte man nicht. Aber nachdem wir einmal rund um die Halbinsel gelaufen waren und dabei auch jeden kleinen Stichweg mitgenommen hatten, waren immerhin auch 4,5 km vergangen. Und hübsch war es dort auf jeden Fall, gerade jetzt in der dunkelgelben Herbstphase.

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Umzug noch mal abgewendet ;-)

Lichterstadt

Unsere Stadt hat vor zwanzig Jahren ein Lichtprojekt ins Leben gerufen. Besondere Stadtbeleuchtung – aus Sicherheitsgründen in den dunklen Monaten, aber vor allem um es den Einwohnern schön zu machen. Etliche Häuserfassaden, Brücken, Wege und Bäume wurden über die Jahre dauerhaft ins Licht gesetzt. Und dann gibt jeden September ein Lichterfest (ausser im letzten Jahr…). Es fing 2003 ganz klein mit einigen wenigen Lichtkunstwerken an, da wohnten wir sogar schon hier. Und mit jedem Jahr wurde es grösser und spektakulärer und 2021 haben sie sich selbst übertroffen.

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Am Freitag Abend stiegen der Iso und ich (Pauline war nach einem langen Schultag und anstrengendem Training zu müde) auf’s Fahrrad und fuhren zum naturwissenschaftlichen Campus. Meine Arbeit! Und dort stand uns gleich mal der Mund weit offen. Nicht nur, dass die Gebäude so toll und so bunt aussahen, nein die Bilder bewegten sich auch. Drehten und rollten sich und über die Unterwasserfrau (weiter unten) schwappten Wellen. 

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Und es waren so viele Menschen da. Die ganze Stadt schien auf den Beinen. (Wer sich wundert, die Bilder sind von einem anderen Tag.) Ich habe schon lange lange nicht mehr so viele Menschen auf einmal gesehen und ich musste kurz mal tief Luft holen, damit ich vor lauter Erleichterung nicht anfange zu heulen. (Jajaja! Ich weiss, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist.) 

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Im Kirchpark ist immer die Hauptattraktion. Einmal gab es dort zum Beispiel Riesenglühhäschen. Und in diesem Jahr eine Lichtinstallation mit Musik und Nebel untermalt. Boah, was für eine Show! Durchaus auch ein bisschen gruslig, aber das Ziel war wohl den kleinen Park komplett zu verwandeln und das ist auch gelungen. 

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Was besonders toll ist: das Lichterfest dauert in diesem Jahr über eine Woche. Einige Kunstwerke gab es nur letztes Wochenende zu sehen, aber die Highlights leuchten immer noch. Ich weiss nicht genau warum, vielleicht damit sich Pandemie-bedingt die Besucherströme etwas verteilen (hahaa). Jedenfalls konnte ich gestern noch einmal mit Pauline los ziehen und ihr alles zeigen. Da unten läuft sie, die (Trommelwirbel!) frisch zweifach Geimpfte, über die blaue Brücke.

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In allen Farben, Formen und Grössen

Als es im Sommer für lange Zeit so heiss und trocken war, da prognostizierte man einen ausserordentlich schlechten Pilzherbst. Ohne Pfifferlingsuppe, Steinpilzpfanne und Trompetenpfifferlinggebäck. Keine Pilzvergiftungen. Dann kam der August und mit ihm der Regen, der nicht wieder aufhören wollte. Und da pfiffen sie auf die Vorhersage und kamen allesamt raus gekrochen. In so grosser Zahl, dass die Wälder nach Pilz rochen und dass man nirgendwo hintreten konnte ohne auf einen Pilz zu treten. Einer schöner als der Andere. In allen Farben, Formen und Grössen.

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Wochenende im Norden

Die Idee zum diesjährigen Geburtstags-Wochenendausflug des Isos entstand im Sommer am Strand. An einem ganz besonders heissen Tag und ganz besonders schönen Strand trafen wir zufällig eine befreundete Familie. Und die erzählte, dass sie am nächsten Tag zum Iso-Syöte fahren würde, dem südlichsten der für Lappland typischen Inselberge. Eigentlich ein Ski-Gebiet, aber wohl auch im Sommer ganz schön. Und genau richtig wenn man Sehnsucht nach Lappland hat, aber so wie der Familienvater, der erst kürzlich eine neue Arbeitsstelle bekommen hatte, nur zwei Tage Sommerurlaub. Oder eben ein Wochenende. Recht weit weg, aber nicht so weit wie das richtige Lappland. 

Wegen der langen An- und Abreise hatten wir eigentlich nur einen Tag Zeit dort. Aber den haben wir gut genutzt und die Reise hat sich definitiv gelohnt. Das habe ich direkt schon am Freitag Abend gedacht, als wir im letzten Sonnenlicht auf einsamen Strassen an endlosen Mooren vorbei fuhren, auf die unser Auto lange Schatten warf. Und schliesslich am Fusse des 432 m (!) hohen Berges, über dem gerade der Vollmond aufging, unser Hotelzimmer bezogen.

Direkt am Iso-Syöte liegt der Syöte-Nationalpark und dort hatte das Geburtstagskind für den nächsten Tag als erstes eine Wanderung ausgesucht. Das Thermometer zeigte 5°C, aber wir waren vorbereitet und zogen Unterhosen, warme Jacken, Mützen und Handschuhe aus dem Koffer. Und dann liefen wir los, mitten in den Herbst hinein.

 

Die Wanderung führte über zwei Berge (dann war uns auch nicht mehr kalt) und nachdem wir den Iso-Syöte gebührend von dort aus bewundert hatten, wollten wir natürlich auch noch da hinauf. Oben gibt es einen Rundweg, von dem aus man nach allen Seiten ins Land schauen kann. 

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Ausserdem gibt es ein Hotel und dort im Restaurant, hinter den riesigen Panoramafenstern nahmen wir das Geburtstagsmenü ein. Dabei wurden wir zufällig Zeugen eines Heiratsantrages und das war gleichzeitig rührend und unangenehm, denn das ist solch ein besonderer, aber doch privater Moment. Die anderen Restaurantgäste hatten aber keine Scheu begeistert zu applaudieren nachdem der Antrag angenommen war. Als sich die Aufregung gelegt hatte, sahen wir schmatzend weiter aus den Fenstern, wo die Abendsonne die Landschaft in wunderschönes Licht tauchte.

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Weil wir am Sonntagmorgen ziemlich geknickt waren, dass wir schon wieder nach Hause fahren müssen, liefen extra nochmal ein paar Rentiere über die Strasse und wackelten zum Abschied mit ihren Geweihen. 

 

 

 

 

Huch! September?!

Oder wie Pauline neulich sagte: Bald ist Weihnachten und ich habe mich noch nicht mal daran gewöhnt, dass 2021 ist.

Hier ist wieder richtiger Alltag. Und dabei meine ich nicht nur, dass die Schule wieder angefangen hat und die Arbeit in der Fischforschungsstation weitestgehend abgeschlossen ist. Sondern richtiger Alltag. Ganz langsam (ich wag’s mich kaum zu sagen) immer mehr so wie früher. Vor der Pandemie!

Präsenzunterricht gab es auch im letzten Schuljahr an jedem einzelnen Schultag, aber mit vielen Sonderregeln. Mittagessen im Klassenzimmer, streng zugewiesene Plätze auf dem Schulhof damit sich die Klassen nicht vermischen, keine Ausflüge, keine Besucher von ausserhalb für Workshops und so weiter. Auch das Gymnastiktraining fand im letzten Halbjahr bis auf eine zweiwöchige Pause regelmässig statt. Aber eben mit Sonderregeln und ohne Trainingslager oder gar Präsenzwettkämpfe. Und all das löst sich gerade nach und nach auf. Geblieben sind nur noch Handhygiene und Masken. Ich weiss nicht ob es richtig oder falsch ist – einerseits fallen die Zahlen, andererseits sind im Nachbarort 100 Schüler in Quarantäne –  aber ich sehe die positiven Effekte auf’s Kind.

Die Uni empfiehlt nach wie vor wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Aber seit ich meine zweite Impfung habe gönne ich mir an einigen Nachmittagen einen bequemen Bürostuhl, einen grossen Bildschirm und absolute Ruhe zum Arbeiten. Nur die Nachmittage, damit ich zu Hause Mittag essen und die Mensa oder Kaffeeküche vermeiden kann. Erst dachte ich, dass sich der ganze Aufwand (Anziehen! Fahrrad rausholen! Hinfahren!) für ein paar Stunden nicht lohnen würde, aber tatsächlich funktioniert das richtig gut. Vormittags ist es zu Hause still, da kann ich konzentriert arbeiten und nebenbei ganz praktisch die Waschmaschine anstellen oder so. Dann kann ich mir ein (schlichtes) Mittagessen kochen. Das habe ich früher fast nie gemacht, weil es mir morgens zu lange gedauert hat. Jetzt kann ich aber beispielsweise während die Kartoffeln kochen eben schnell ein paar Emails schreiben. Und nach dem Essen, gerade wenn ich für gewöhnlich schläfrig und lustlos werde, steige ich auf’s Fahrrad und komme 15 Minuten später frisch und beschwingt im Büro an. Dort bin ich super effizient, weil ich weiss, dass ich nur soundsoviel Stunden Zeit habe und der bequeme Stuhl, der grosse Bildschirm und die absolute Ruhe ausgenutzt werden müssen. Ab und zu trifft man sogar jemandem auf dem Gang und hat SOZIALKONTAKTE.

Und auch sonst. Wir machen Reisepläne, wir gehen essen und treffen Freunde. Es fühlt sich richtig gut an, aber was ich völlig vergessen habe: Wieviel Zeit und Energie das alles frisst. Und so kommt es, dass sich in meinem Kopf ein langer Erzählstau gebildet hat. Lauter Dinge, die ich eigentlich hier aufschreiben möchte, aber die Tage vergehen und es ist Mitte September.

Ich fange jetzt einfach mal von hinten an: Heute kamen endlich unsere Wahlunterlagen für die Bundestagswahl. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Es wäre auch nicht das erste Mal gewesen, dass sie nicht kommen. Das ist besonders ärgerlich nachdem man den Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis (Erstausfertigung UND Zweitausfertigung) ausgedruckt und handschriftlich ausgefüllt hat (geht auch am Computer, aber nur die Erstausfertigung – man kann gar nicht so viel mit den Augen rollen wie man möchte) und sich unter anderem mit dem winzigen Feld für die Wohnanschrift abgeplagt hat. Mal ehrlich. Eine Adresse im Ausland kann durchaus lang sein. Und unser Strassen- und Stadtname sind beispielsweise so kompliziert, dass ich sie selbst kaum aussprechen kann. Geschweige denn, dass es ein Deutscher, der kein Finnisch kann, schafft sie fehlerlos abzuschreiben (dafür gibt es Beweise, zum Beispiel in den heute erhaltenen Wahlunterlagen). Da möchte man die Adresse nicht in winzigen Buchstaben hinkalligrafieren. Und dann hat man da eine Briefmarke drauf geklebt. Beziehungsweise natürlich ZWEI Briefmarken, weil der Brief mit doppelter Ausführung des Formulars 21 Gramm wiegt und somit das Porto soviel kostet wie man nie die passenden Briefmarken da hat und dann überfrankiert. Aber es hat sich ja doch gelohnt, wir haben vorhin gewählt und müssen nur noch hoffen, dass sich die finnische Post ausnahmsweise etwas beeilt. Anekdote am Rande: der Iso hatte in seinen Wahlunterlagen zusätzlich zum eigenen Wahlschein noch den einer Frau mit Wohnanschrift in Dänemark. Augen rollen und so weiter.

Weil bei der liebsten Freundin die Frage aufkam was uns eigentlich die Bundestagswahl angeht: Zu ihren Argumenten, denen ich wild nickend zustimme, möchte ich noch ergänzen: Ich selbst habe nur die deutsche Staatsbürgerschaft und kann folglich nur in Deutschland wählen (EU Wahl und Kommunalwahlen ausgenommen, da darf ich auch hier in Finnland). Es stimmt schon, dass mich viele Details nach fast 20 Jahren im Ausland einfach nicht mehr betreffen. Aber in Zeiten, in denen unsere grössten Probleme globaler Natur sind (Klimawandel, Pandemie, Rechtsextremismus), ist das Land in dem ich wähle eigentlich nicht so wichtig. Hauptsache ich darf irgendwo mitbestimmen. Ausserdem leben in Deutschland einige Menschen die mir sehr wichtig sind und denen es gut gehen soll.

Sonst noch: In Lappland hat es heute geschneit.

Impfwoche

Dies war eine gute Woche für unsere kleine Familie.

Seit letzten Montag sind wir in der Impfreihenfolge bei der momentan letztmöglichen Altersgruppe der 12-15jährigen angekommen. Die zwei Impfzentren unserer Stadt boten für die Kinder und Jugendlichen direkt Pop-up-Impfungen an. Heisst also man darf einfach auftauchen, ohne Termin. Pauline hätte sich ihre am liebsten sofort am Montag geben lassen, aber die dusselige Mutter hatte ihre Krankenkarte mit in die Fischforschungsstation geschleppt und kam erst am Abend wieder nach Hause. Am Dienstag dann wollte sie wiederum nicht so gern für den Fall von Unwohlsein am nächsten Tag. Da war nämlich der erste Schultag nach den Sommerferien und das ist was, was man im Allgemeinen nicht so gern verpasst. Am Mittwoche dann fragte die Klassenlehrerin in die Runde ob schon jemand geimpft sei und 24 (!) von 27 frischen Sechstklässlern hoben die Hand. Pauline und ein weiteres Mädchen gaben bekannt, dass sie sich direkt nach Schulschluss impfen lassen würden. Das sind also 96% in den ersten drei Tagen und das, obwohl man sich ab nächster Woche auch ohne jeglichen Aufwand in der Schule impfen lassen kann. Beachtlich.

Der Mittwoch stellte sich übrigens als goldrichtiger Impftag aus. Am Morgen hatte das vorfreudig aufgeregte Kind schon den Frühstückstisch verlassen als meine Tasse noch voller Tee war und so las ich zur Beschäftigung die lokalen Nachrichten. Und da stand, dass in der Vorwoche erstmalig Impfdosen übrig geblieben waren und deshalb könne man ab Mittwoch und so lange der Vorrat reicht seine Zweitimpfung vorziehen, jedenfalls wenn die Erste mehr als zwei acht Wochen her ist. Meine war ja schon 10 Wochen her und mit den stetig steigenden Fallzahlen (erst letzte Woche gab es wieder einen neuen Tagesrekord) scharrte ich schon ziemlich mit den Hufen auf das es endlich Ende August würde. Das Scharren konnte ich nun einstellen, auch hier durfte man einfach ohne Termin kommen.

Ich holte also Pauline von der Schule ab, wir radelten die paar Meter zum Impfzentrum und währenddessen erzählte sie wie ein Wasserfall vom ersten Schultag und der neuen tollen Klassenlehrerin und den neuen netten Mitschülern. Im Impfzentrum war es wieder gut voll, die Schlange an der Anmeldung ging bis raus. Aber zack waren wir dran und ich reichte zwei Krankenkarten an der Plexiglasscheibe vorbei. Wir wurden in zwei unterschiedliche Flure zum Warten geschickt und waren deshalb kurz konsterniert. So war das nicht geplant. Eine Krankenschwester aber, die dafür da war um umherzugehen und schon Geimpfte zu fragen ob es ihnen gut geht, bekam das mit und nahm sich Pauline an. Ich ging also in meinen Warteflur, setzte mich, da hörte ich auch schon meinen Namen. Im Impfzimmer waren zwei Damen im deutlichen Rentenalter. Das hatte ich schon gelesen, dass für die Impfungen Krankenschwestern in Rente rekrutiert wurden. Beide waren sehr nett und kompetent und vor allem auf zack. „Die Einzelheiten weisst du ja schon vom ersten Mal, deinen eigentlichen Termin lösche ich jetzt gleich, da brauchst du dich nicht mehr drum kümmern.“ sagte die Eine, während mich die Andere impfte. Fertig. Als ich wieder raus kam stand Pauline plötzlich in „meinem“ Flur. Eine andere Krankenschwester hatte sie gebracht, nun sollte sie doch hier warten. Und so konnte ich sie doch noch begleiten, auch wenn wir uns hinterher einig waren, dass es gar nicht schlimm war und sie das auch allein geschafft hätte.

Am Freitag hatte der Iso regulär seinen zweiten Impftermin und jetzt sind wir zwei Mal zweifach geimpft und einmal einfach. Und erleichtert und froh.

Ein Sonntag im August

Wecker 6:30 Uhr. Herrlich. Nicht. Aber ich bin in der Fischforschungsstation und habe also nicht frei. Zum Frühstück esse ich die letzten zwei Pfirsiche (unter anderem). Die Packung habe ich letzten Montag auf dem Weg hier hin gekauft und dabei gar nicht erwartet, dass sie sich bis heute halten. Meine Hände sind jedenfalls seither vom vielen Wasser schrumpeliger geworden. Während des Essens versuche ich mich ein wenig zu motivieren. Eigentlich mache ich gerne und mit Herzblut Wissenschaft. Am allerliebsten erforsche ich das Verhalten von Tieren, wofür ich gerade hier bin. Aber es ist Sonntag, ich bin mutterseelenallein auf der großen weiten Forschungsstation, habe das letzte Mal vorgestern mit einer Person gesprochen (am Telefon…) und mein drölfzigster Arbeitsvertrag geht mal wieder aufs Ende zu. Wenn ich die Veröffentlichung, für die ich gerade Daten sammle, schreiben will, dann muss ich das ohne Finanzierung machen. Aber ich versuche mich wie gesagt zu motivieren und gucke daher aus dem Fenster in die Natur. Es beginnt zu regnen.

Pünktlich 7:30 Uhr stehe ich in der Fischhalle, wünsche allen Wassertieren einen guten Morgen und tätige ein paar vorbereitende Handgriffe. Dieser Tage bin ich Fischcoach. Es geht mal wieder um den Fischbesatz und wie man ihn fitter für das Leben in der freien Wildbahn machen kann. Zur Zeit trainiere ich junge Lachse einen ihrer ärgsten Feinde, den Hecht, besser zu erkennen und zu vermeiden. Meine schlechte Laune löst sich in Luft auf als ich den ersten Hecht im Netz habe. Die Fische, mit denen ich in den letzten sieben Jahren gearbeitet habe, haben irgendwas zwischen einem und vierzig Gramm gewogen. Jetzt trage ich einen zwei-Kilo-Hecht zum Training und muss grinsen. Zuerst hatte ich ein wenig Angst vor den Monsterchen, aber die sind echt toll! Und so hübsch!

Ich setze den Hecht also in einen Käfig der wiederum in einem Aufzuchtsbecken mit Lachsen steht. Also mit Süsswasser-Lachsen, Atlantischen Lachsen und ihren Hybriden. Dass insbesondere die Süsswasserform stark vom Aussterben bedroht ist hatte ich schon mal erzählt. Diese Population hier war mal auf einige wenige Tiere zusammengeschrumpft und entsprechend gering ist ihre genetische Vielfalt. Das ist schlecht, denn es führt zu Inzucht, also ungünstigen Genkombinationen und häufig nicht lebensfähigen Nachkommen. Ein letzter Versuch die Population zu retten, ist sie mit dem eng verwandten Altantischen Lachs zu kreuzen und damit der Inzucht entgegen zu wirken. Dieser Ansatz ist nicht ganz unproblematisch, weil man den ursprünglichen Genpool verändert, aber manchmal ist es eben die letzte Option. Wir wollen hier jedenfalls gucken ob die Kreuzungen die Lebensfähigkeit verbessert. Und ob ein Hechttraining vor Freilassung ihre Überlebenschancen noch mehr erhöht. Übrigens, ein Hecht allein reicht für das Training noch nicht. Zusätzlich braucht es auch noch Schreckstoff, also Pheromone die Fische abgeben wenn ihre Haut verletzt wird, zum Beispiel wenn ein Hecht rein beißt. Riecht nun ein Fisch gleichzeitig Schreckstoff und Hecht, dann lernt er dass Hechtgeruch = gefährlich. Ziemlich clever.

Drei Stunden später habe ich 640 Fische in 8 Aufzuchtbecken fertig trainiert. Warum ich dann so früh angefangen habe? Weil gleich der Techniker kommt, der sich um die Trillionen anderen Fische kümmert und dabei Radau macht. Und wie vermutlich jeder schon mal festgestellt hat, wirkt sich Radau schlecht aufs Lernen aus.

Ich spaziere zur Unterkunft, vervollständige meine Notizen und mache mir dann ein Mikrowellenessen warm, welches noch schlechter schmeckt als es aussieht. Man könnte hier auch kochen. Theoretisch. Praktisch ist dafür nie Zeit (außer vielleicht heute), die Küchenausstattung ist unterirdisch und man müsste viel mehr Zeug einkaufen. Ich muss auch sagen, dass die Suppen die es da so gibt eigentlich ganz passabel schmecken. Weil ich aber nicht neun Tage hintereinander Suppe essen wollte, habe ich mal was anderes probiert. Nun. Gemüsebällchen mit Kartoffelbrei wird es nicht wieder geben. Weil es draußen immer noch regnet, setze ich mich heute nicht an den See oder den Fluss sondern ins Bett! Auch sehr schön. Ich lese Nachrichten und muss lachen als ich einen Bericht über den Stöckelschuhblumenkleidmoorskiwettbewerb lese. Einer dieser Wettbewerbe. Die Fotos dazu sind großartig.

Als ich mich fertig amüsiert habe, ziehe ich mir Gummistiefel und Regenjacke an und spaziere zu den künstlichen Flüssen. Hier werden morgen die trainierten Fische freigelassen. Ein paar Hechte warten schon auf sie, die Ärmsten. (Übrigens darf man solche Experimente nur dann durchführen wenn es für die Beute einen Rückzugsort gibt, zu dem die Räuber keinen Zugang haben. Sie sind den Hechten also nicht bedingungslos ausgeliefert.) Vorher gibt es aber noch ein paar Dinge zu erledigen. Ich putze und schraube pfeifend vor mich hin. Dann überprüfe ich die Antennen, die die Bewegungen der Fische aufzeichnen sollen. Dann besuche ich noch mal die Fischhalle um das Trainingszubehör aufzuräumen. Dort habe ich enorm viel Spaß mit einem Hochdruckreiniger, was für coole Teile. Wenn ich demnächst vielleicht nicht mehr als Biologin arbeiten kann, dann kann ich ja Autos waschen.

Zurück in der Unterkunft überlege ich ob ich den Abend mit der zu schreibenden Bewerbung verbringe. Oder soll ich Daten analysieren? Ein Manuskript überarbeiten? Mir fällt wieder ein, dass Sonntag ist und ich nehme mein Buch und lege mich aufs Sofa. Und dort geht dieser Sonntag im August zu Ende.

Sommerferiensonntag

Was man nicht alles erleben kann wenn man im Sommer zwar arbeitet, aber eben nicht ununterbrochen Fische jongliert oder in eventuellen kurzen Pausen japsend auf dem Sofa liegt.

Am Sonntag flogen wir wieder aus. Als allererstes brachten wir das angekündigte heftige Sommergewitter hinter uns, komfortabel vom Auto aus.

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So heftig war es aber gar nicht und schon am ersten Ausflugsziel angekommen schien wieder die Sonne. In Petäjävesi steht eine kleine hübsche und über 250 Jahre alte Holzkirche. 

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Paulines Freundin war auch von der Partie und beide Kinder kannten die Kirche noch nicht, beziehungsweise war Pauline beim letzten Besuch noch so klein, dass sie sich nicht mehr erinnern konnte. Da die Kirche zum Weltkulturerbe gehört und im Ethikunterricht erst kürzlich Welterben besprochen worden waren, passte der Besuch extra gut. Wir Erwachsenen hatten uns die Kirche schon mehrmals von innen angesehen und schenkten uns deshalb für dieses Mal den ziemlich teuren Eintritt (auch innen ist alles aus Holz, von den Nägeln bis zum Kronleuchter), schickten aber die Kinder hinein und sahen uns so lange draussen um.

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Dann fuhren wir weiter nach Mänttä-Vilppula, einen kleinen Ort der sich Kunststadt nennt, denn es gibt dort zwei Kunstmuseen, Kunstsammlungen und eine Kunststiftung. Alles nahm seinen Ursprung mit der Papierindustrie, die sich dort im 19. Jahrhundert etablierte. Mit der Industrie kam der Reichtum und mit dem Reichtum eine Kunstsammlung und die Stiftung, deren erste Aufgabe es war ein Kunstmuseum zu bauen und die bis heute sehr aktiv ist.

Irgendwann im letzten Winter las ich in den Nachrichten, dass eines der Museen im Sommer eine Banksy Ausstellung zeigen würde. Ich wusste gar nicht viel über Banksy, was man eben so in den Medien mitbekommt, aber mag die Werke die man da so sieht und die politischen Aussagen dahinter. Ausserdem finde ich die Person hinter der Kunst sehr spannend. Ich fragte also direkt die Familie ob wir uns das nicht ansehen wollen, sofern Corona und so weiter…

Im April dann war in den Nachrichten zu lesen, dass schon vor der Eröffnung alle Tickets, von denen es aufgrund der Corona-Beschränkungen eben nicht so viele gab, bis zum Ende der Ausstellung im Oktober vergeben waren. Aber man solle die Hoffnung nicht aufgeben und bei eventuellen Lockerungen immer mal auf der Webseite des Museums vorbei schauen. Das fiel mir wieder ein, als ich von der Rückfahrt aus der Fischforschungsstation überlegte was man jetzt mit dem weniger stressigen als gedacht Monat Juli anfangen könnte. Und siehe da, es gab wieder freie Termine.

Aber zunächst fuhren wir auf eine Berghütte im Ort, die ebenfalls etwas mit dem Gründer der Kunststiftung zu tun hat, denn sie wurde anlässlich seines 60. Geburtstags gebaut. Heute nennt sie sich Weinhütte, wird durch Schweizer Hand geführt und es gibt (neben Wein) Flammkuchen, Brezeln und mit Vorbestellung sogar Käsefondue und Raclette. Das mit der Vorbestellung lasen wir leider zu spät, aber auch die Flammkuchen waren sehr lecker.

Gestärkt ging es dann zum Serlachius Museum Gösta, welches in meinen Augen alles richtig gemacht hat. Im Sinne des Künstlers war der Eintritt frei und auch im Museumshop wurde bis auf den Ausstellungskatalog keinerlei Geld mit Banksy Kunst gemacht.

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Um es gleich mal vorweg zu nehmen, ich kam nach einer Stunde (so lang darf man bleiben, aber die Zeit ist ausreichend) sehr beeindruckt wieder raus. Die Ausstellung ist toll gemacht, es gab viele, aber nicht zu viele, interessante Informationen, angefangen bei den Bewegungen die den Künstler inspiriert haben, bis zu den verschieden Themen mit denen sich seine Arbeit beschäftigt und Hintergrundinformationen zu den Werken. 

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Und dann die Werke selbst. Hinterher wollten die Kinder von mir wissen welches mein Lieblingsbild war und ich konnte mich beim besten Willen nicht entscheiden, nannte aber „Love Rat“.

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Love Rat by Banksy

Dass Bilder bei mir Emotionen auslösen ist relativ neu, aber mehrere Werke haben mich sehr berührt. Am stärksten „Napalm“. Es basiert auf einer der bekanntesten Fotografien, aufgenommen 1972 von Nick Út, einem Fotoreporter im Vietnamkrieg. Dieses Foto zeigt Kinder, die nach einem Bombenangriff aus ihrem Dorf fliehen. Banksy hat ein Mädchen, welches nackt ist und schwere Verbrennungen erlitten hat, aus dem Foto reproduziert und ihr zwei der bekanntesten amerikanischen Gesichter an die Hand gegeben. Das Bild hat eine solche Wucht.

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Napalm by Banksy

Beim Verlassen der Ausstellung, als ich noch mal zurück blickte, entfuhr mir „Was für ein cooler Hund!“.

Wir sahen uns noch die Parkanlagen rund ums Museum an und besuchten das Café auf dem Gelände. Und weil die Kinder dann immer noch nicht müde gespielt waren, hielten wir auf dem Heimweg noch an einem Strand mit Sprungturm. 

Von mir aus könnten diese Sommerwochenenden immer so weiter gehen.

Sommerferienwochenende

Fünf von neuneinhalb Ferienwochen sind um, Finnland leidet unter aalt sich in einer Rekordhitzwelle, in der Fischforschungsstation (in die ich am Mittsommersamstag endlich fahren konnte) ist aus Gründen derzeit Pause und so lag nichts näher als ein Wochenendausflug. Uns war ein bisschen nach Stadt zumute, einem Ort an dem man möglichst viele unterschiedliche Dinge tun und es sich kulinarisch gut gehen lassen kann.

Am Freitagnachmittag fuhren wir also nach Helsinki. Nach einem ausgesprochen guten Abendessen liess ich mich beschwatzen den geplanten Weg zum Freizeitpark mit E-Scootern zurückzulegen. Ich bin ja eher von der vorsichtigen Sorte und in letzter Zeit war oft über diverse Verletzungen, die sich Leute beim E-Scooter-Fahren zugezogen hatten, berichtet worden. Helme hatten wir auch nicht dabei. Wir fuhren aber ganz langsam, schon allein weil der Mann das Kind mit auf dem Roller hatte, und neben allen weichen Knien und verkrampften Armen musste ich zugeben, dass es durchaus auch Spass macht. Und sagte glatt zu auch die Rückfahrt zum Hotel zu rollern. Aufregung war das aber für mich genug, deshalb sah ich den Achterbahnfahrten lieber von einer Bank aus zu.

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Und hatte einen unglaublichen Spass an den ausgelassenen Menschen. Wann hat man sowas zuletzt gesehen? Eine laue Sommernacht, Gross und Klein quirlte lachend über Linnanmäki, Kinder quasselten aufgeregt und schleppten mit strahlenden Augen ihre gewonnenen Kuscheltiere im Arm, von den Fahrgeschäften hörte man begeistertes Juchzen. Sicher, die eine oder andere Mundschutzmaske mehr hätte dort nicht geschadet, aber hätte ich damit die glücklichen Gesichter sehen können? Nein, ich wollte einmal nicht an die blöde Pandemie denken und genoss die Stimmung.

Vom nächsten Morgen gibt es nicht allzu viel zu berichten, wir wollten alle gern ein wenig einkaufen und taten genau das. Wir besuchten Helsinkis neusten Shoppingtempel wo wir auch Milchshakes zu 8,50 € das Stück tranken. Aber was soll’s, es ist Sommer und Hitzewelle und überhaupt und sie waren auch wirklich ausgesprochen lecker. Die Innenstadt besuchten wir auch. Ich habe den Dom schon hundert mal gesehen und immer noch wird mir bei seinem Anblick warm ums Herz.

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Für den Nachmittag hatten wir uns einen Strand ausgeguckt. Einmal im Meer baden! Allerdings… So ein richtiges Meer ist das ja nicht. Hätte es nicht salzig geschmeckt und wären nicht mehrfach riesige Pötte vorbei getuckert, hätte man es auch für einen grossen See halten können. Keine einzige Welle, Wassertemperatur 25°C. Aber schön, das war es dort schon. Sehr.

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Am Sonntagmorgen fuhren wir weiter nach Porvoo, einer kleinen Stadt unweit von Helsinki, die für ihre vielen noch erhaltenen alten Holzhäuser bekannt ist. Ich weiss überhaupt nicht warum wir noch nie dort waren, ich mochte es unheimlich gern durch die kleinen Gassen zu laufen und zu gucken. Es war auch überhaupt nicht voll, jedenfalls abseits der zwei Hauptstrassen mit ihren Boutiquen und Cafés.

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Ich hätte ja einfach für den Rest des Tages dort herum laufen können, die Familie… eher nicht so. Aber wir hatten ja auch noch einen letzten Programmpunkt eingeplant. In diesem Artikel hatte ich kürzlich über das Gletschertopfgebiet in Askola gelesen, was wiederum in der Nähe von Porvoo liegt. Gletschertöpfe sind durch Schmelzwasser und Steine geformte Löcher in Felsen, die am Ende der letzten Eiszeit entstanden sind. Bei Askola gibt es ganze zwanzig Stück davon, alle auf einem einzigen (grossen) Felsen.

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Entdeckt wurden sie erst in den 1950er Jahren, weil sie bis oben hin mit Erde gefüllt waren. Sie haben alle verschiedene Formen und Grössen und der Grösste ist über 10 Meter tief und man kann hinein steigen.

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(Alle, die mich persönlich kennen: die Person auf dem Bild bin nicht ich, sondern Pauline. Von oben sind wir wohl momentan Zwillinge. Aber wer weiter oben im Text aufgepasst hat kann sich schon denken, dass ICH nicht da gar nicht runter gestiegen bin :) ).

Super tolles Sommerferienwochenende!

Mittsommer 2021

Wenn mich in diesem Jahr jemand fragen würde was ich an Mittsommer mache, dann wäre meine Antwort: Kommt drauf an. Aber mich fragt keiner, denn ich sitze seit Tagen mutterseelenallein zu Hause. Zu Hause, weil ich seit meiner Rückkehr aus dem Deutschlandurlaub in Quarantäne bin. Mutterseelenallein, weil die Familie noch dort geblieben ist. Und ‚kommt drauf an‘, weil es davon abhängt wann das Ergebnis meines Coronatests da ist.

Frühestens 72 Stunden nach Einreise darf man sich aus der Quarantäne frei testen lassen. Also schwang ich mich heute auf mein Fahrrad und fuhr zur Teststation. Die Leute, die ich unterwegs traf, zogen entweder Koffer Richtung Bahnhof, packten Dinge wie Angeln und Schwimmwesten in Autos oder schleppten bergeweise Lebensmittel nach Hause. Überall summte und brummte es vorfreudig. Nur die Krankenschwester war grantig. Vielleicht weil sie eben heute arbeiten musste um Leute zu testen, die in diesen Zeiten ins Ausland reisen. Nachdem ich eingetreten war und sie mich einfach nur anstarrte, riet ich richtig, dass ich meinen Namen nennen soll. Und als sie mit dem Teststäbchen vor mir stand, dachte ich nun ist wohl Zeit die Maske abzunehmen und den Kopf nach hinten zu legen. Im Juni 2021 braucht man vermutlich keine Anweisungen mehr. Wann denn mit dem Ergebnis zu rechnen sei, wagte ich zu fragen, denn etwa im gleichen Augenblick startete die Arbeitsgruppe das erste Experiment des Jahres und ich weiss, dass ich dringendst gebraucht und erwartet werde. Guck doch ins Merkblatt, knurrte sie zurück. Bis zu 48 Stunden steht da.

Wenn das Ergebnis bis morgen Mittag da ist, kann ich in den Zug zur Fischforschungsstation steigen. Und werde Mittsommer zur Abwechslung mal wieder arbeitend verbringen. Für ein Festmahl wird eher keine Zeit sein, aber wir werden traditionell die ganze Nacht aufbleiben und uns von Mücken auffressen lassen. Wenn das Ergebnis nicht rechtzeitig da ist, muss ich 24 Stunden bis zur nächsten Zugverbindung warten. Dann kann ich mir überlegen ob ich Mittsommer einfach ausfallen lasse oder alleine feiern möchte. Es bleibt spannend.

Schönes Mittsommer jedenfalls!

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Schritt für Schritt

In Finnland haben inzwischen 45% der Bevölkerung die erste Corona-Impfung erhalten und seit heute gehöre ich auch dazu. Es geht voran. Langsamer als erhofft, aber voran. Als ich gestern im Impfzentrum sass und darauf wartete aufgerufen zu werden, wurde mir erst mal richtig bewusst was für eine Meisterleistung da vollbracht wurde. Anderthalb Jahre nach den ersten Krankheitsfällen sind wir schon SO WEIT!

Wie die liebste Freundin berichtete, impft Finnland schlicht in absteigender Altersreihenfolge. Es gibt zwar geringfügige Unterschiede zwischen den Provinzen und Gemeinden wann nun genau welche Altersgruppe dran ist. Und die Terminvereinbarung wird auch unterschiedlich gehandhabt. Aber eins ist es überall: unkompliziert.

Bei uns erklickt man sich den Termin auf einer Webseite der Stadt oder (je nach Arbeitgeber) auf der Webseite des Betriebsarztes. Anfangs brachen die Seiten wohl regelmässig zusammen. Immer dann wenn eine neue Altersgruppe dran war. Also stellte man von 5-Jahrgangs-Gruppen (z.B. alle 65-70jährigen) auf 2-3 Jahrgänge um und nun klappt es ganz gut. Seit gestern durften sich alle 43-44jährigen einen Termin holen (sowie natürlich nach wie vor alle die älter sind oder zu Priorisierungsgruppen gehören). An und für sich wäre es mir auf ein paar Tage eher oder später nicht angekommen, aber da ich (das wird jetzt gleich sehr merkwürdig klingen) am Sonntag voraussichtlich verreise, wollte ich das schon ganz gern vorher erledigt haben. Ich blieb also am Vortag bis Mitternacht auf und probierte es zuerst beim Betriebsarzt. Da waren aber wohl um 0.01 Uhr doch einige unterwegs und nach mehreren erfolglosen Einloggversuchen (wie immer und überall über die Bank-App) wechselte ich zur Stadtseite. Dort lief es flüssig und ich nahm einfach den ersten freien Termin, heute 9:05 Uhr. Passt sowieso besser, denn das Impfzentrum liegt in unserem Stadtteil. (Mit – es ist auch nicht alles gut in Finnland – trauriger Vorgeschichte: nämlich in der seit Anfang des Jahres geschlossenen Ortsteil-Poliklinik.) Das lange Aufbleiben wäre allerdings gar nicht nötig gewesen. Eine Freundin holte sich ihren Termin erst am Morgen und ist nur 24 Stunden nach mir dran.

Ich radelte heute also durch strahlenden Sonnenschein und – wie praktisch für einen Impftermin – nur im T-Shirt zum Impfzentrum. Dort war ganz schön was los, zwei Parkplatzanweiser dirigierten die Autos hin und her. Drinnen brauchte ich nur meine Krankenkarte vorzeigen und durfte mich dann in einen der vier Gänge setzen. Erst dachte, dass die vielen anderen Leute, die dort sassen, alle noch vor mir dran wären (was mich wunderte, denn es war 9:04 Uhr). Aber als eine freundliche Krankenschwester vorbei kam und fragte ob es allen gut geht, wurde mir klar, dass man hier auch seine 15 Minuten danach wartet. Dann dachte ich, wie gesagt, über menschliche Meisterleistungen nach und anschliessend darüber, wie mehrere Leute im Internet beschrieben haben, dass die erste Impfung eine ziemlich emotionale Angelegenheit war. Und horchte in mich rein. Aber nein. Vielleicht liegt es ja daran, dass die ganze Impferei hier von Anfang an ziemlich unaufgeregt und fair zuging.

Nach ein paar Minuten wurde ich in eins der Behandlungszimmer gerufen. Dort waren zwei weitere super nette Krankenschwestern. Eine sass am Computer, bat mich ihr meine Sozialversicherungsnummer anzusagen und tippte dann alles nötige ein. Die andere erzählte mir, dass ich gleich Comirnaty bekommen würde, zählte mögliche Nebenwirkungen auf und bat mich dann meinen Arm kurz zu entspannen. Pieks, Pflaster und dann bekam ich nur noch einen Zettel mit dem Zweittermin (12 Wochen später –  das Ziel ist erstmal so viele Leute wie möglich) und ein paar Informationen in die Hand und einen schönen Tag gewünscht. Im Gang war es inzwischen zu voll, also setzte ich mich neben die Anmeldung. Weise Entscheidung, denn langweilig wurde es da nicht.

Zuerst studierte ich mal den Zettel. Die ersten zwei Sätze lauten: ‚Nach der Impfung kannst du dein Leben ganz normal weiterleben. Also zum Beispiel in die Sauna gehen oder Sport treiben.‘ Ich grinste in mich rein, da waren die zwei wichtigsten finnischen Beschäftigungen aufgeführt. Dann sah ich eine Turnmitmutter aus einem der Behandlungszimmer treten und wir jubelten uns augenblicklich mit unseren Zetteln zu. Sie suchte sich einen Platz zum Warten und ein Herr kam herein und sagte: „Ich hätte gerne eine Impfung.“ „Wann ist denn dein Termin?“ „Termin???“ Es ist erstaunlich wie manche Leute durch’s Leben gehen. Ich bewunderte die Dame am Empfang dafür, wie sie mit unglaublicher Freundlichkeit und Engelsgeduld erklärte warum man einen Termin braucht und wie man den bekommt. Und für „Und wenn du dann deinen Termin hast und wiederkommst, sei doch bitte so nett und nimm dir am Eingang eine Maske, setze sie auf und halte Abstand.“ Eine Krankenschwester kam vorbei und fragte wie es mir geht. Ein alter Mann trat ein und sagte er hätte gleich einen Termin. Nach ein bisschen herumsuchen im Computer stellte sich heraus, dass er einen Tag zu früh gekommen war. „Kommen Sie doch bitte morgen wieder!“ „Morgen?“ fragte der Mann leicht verzweifelt und dann bemerkte wohl auch die Schwester, dass er ziemlich fertig aussah, so als ob es ihn viel Kraft gekostet hätte überhaupt hier her zu kommen. „Oooooder wäre es Ihnen lieber gleich heute dran zu kommen?“.

Nach 15 Minuten stand ich auf, bedankte mich bei den Damen am Empfang, ging raus und schloss mein Fahrrad ab. Als jemand hinter mir „Ach Hallo!“ sagte. Also auf Deutsch. Es war eine Bekannte, die ich länger nicht gesehen hatte und die schon zum zweiten Impftermin kam. Wir tauschten uns noch kurz über die momentanen Einreisebestimmungen in Deutschland aus, wo auch sie diese Woche noch hinfährt, und dann fuhr ich nach Hause. Und war geimpft und schon doch ziemlich froh.

In den Nachrichten war gestern zu lesen, dass Finnland die angestrebte Impfquote von 70% voraussichtlich noch diesen Monat erreichen wird, aber dass die Quote vermutlich doch nicht für eine Herdenimmunität ausreicht. Zum einen weil man mit nur einer Impfung immer noch erkranken und das Virus übertragen kann. Zum anderen weil andere Teile der Welt noch nicht so weit sind und so das Virus immer wieder neu ins Land gebracht werden kann. Und übrigens auch mutieren und dabei die Impfwirkung umgehen. Deshalb: wer es vielleicht nicht aus Solidarität tun möchte der kann ja einfach für sich selbst spenden :)

Alltagsfotos 5/5 2021

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10:23 Uhr – Immer wenn ich beim Arbeiten scharf nachdenken muss wandert mein Blick zum Futterhäuschen. Heute ist dort überhaupt nichts los und ich gehe mal gucken ob vielleicht das Futter alle ist. Ist es nicht, aber bei der Gelegenheit kann man auch gleich gucken wie weit die Tulpen denn so sind. Für die angenagten Blattspitzen sind übrigens Hasen verantwortlich – das war das Erste was noch im März rausgeguckt hat.

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11:15 Uhr – Ah, da sind sie ja!

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13:02 Uhr – Der Iso hat Feierabend und ich ziehe mein Homeoffice in Paulines Zimmer um. Fühle mich hier immer beobachtet und arbeite extra fleissig.

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13:41 Uhr – Jetzt ist auch Pauline da, Umzug Nummer 2. Eindeutig der gefährlichste Arbeitsplatz, was die Arbeitsmoral angeht.

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16:36 Uhr – Frischluftrunde. Ich habe auch schon das Wochenende eingeläutet. Die Arbeitswoche war zäh und frustrierend. Dabei weiss ich genau, dass es (mir) mit dem Schreiben immer so geht. Tagelang kommen keine neuen Worte auf’s Papier und man denkt man käme überhaupt nicht voran. Dabei sortiert der Kopf nur in Ruhe die Gedanken und dann am Freitag Mittag setzt man plötzlich die Finger auf die Tastatur und schreibt 1500 Wörter am Stück. Und kann entspannt ins Wochenende gehen.

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