Finnlandtag Nummer 20

Letzten Samstag jährte sich der Tag, an dem wir „für vier Jahre“ nach Finnland zogen zum zwanzigsten Mal. Zwanzig!!! Einerseits ist es unvorstellbar wie die Zeit so schnell vergehen konnte, andererseits fühlt es sich schon ziemlich lange her an. Dieser Tag, an dem wir mit einem Auto voller Umzugskisten von der Fähre rollten, grosse Augen über den vielen Schnee machten und unsicher mit unseren Ganzjahresreifen weiter Richtung Norden rutschten.

Ich kann gar nicht sagen wann uns klar wurde, dass es nicht nur bei den geplanten vier Jahren bleiben wird, aber ich glaube es war ziemlich schnell. Weil wir uns so wohl fühlten, angekommen und zu Hause. Das hat sich in all den Jahren nicht geändert, auch wenn irgendwann die Faszination des Neuen nachlässt und der Alltag einzieht (und man jeden Wanderweg gegangen ist). Deshalb ist der 26. Februar immer noch ein innerfamiliärer Feiertag, der Finnlandtag.

Wir begingen ihn würdig. Wir schnallten uns die Skier, die wir damals gekauft hatten und mit denen wir überhaupt erstmal Skier fahren gelernt hatten, unter und fuhren 15 km über einen winzigen Teilausschnitt von Finnlands zweitgrösstem See. Genauer gesagt einmal um eine seiner vielen Inseln herum. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, die Sonne schien wie verrückt von einem knallblauen Himmel und es war fast nicht kalt :)

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Wir glitten vorbei an Alvar Aaltos Sommerhaus (Experimentalhaus), das an einer wunderschönen Stelle liegt. An riesigen Findlingen mit Schneehaube. An anderen Inseln und Inselchen. Auf einer machten wir eine ausgedehnte Pause und hielten die Nasen in die Sonne. Den Stein, auf dem wir sassen, hatte sie für uns angewärmt.

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Wir kamen an Stellen vorbei, an die wir im Sommer niemals kommen würden, da dort keine Strassen und Wege hinführen und wir so eingefinnischt immer noch nicht sind, dass wir ein Boot besitzen würden. Manchmal quatschten wir und manchmal fuhren wir schweigend hintereinander her. Dann dachte ich dankbar und glücklich über die letzten zwanzig Jahre nach.

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Wir haben nie gesagt, dass wir für immer bleiben. Denn wer weiss das schon. Aber noch immer kann ich mir keinen besseren Wohnort vorstellen.

Weihnachten 2021

Es ist gleichzeitig traurig und schön, dass seit diesem Jahr der Nussknacker meiner Grosseltern mit uns Weihnachten feiert.

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Traurig, weil sie nun beide nicht mehr da sind, ihn am ersten Advent nicht aus einer Kiste holen und aufstellen können. Schön, weil ich ihn seit meiner Kindheit liebe. Nicht ganz so sehr wie seinen Zwilling, der genau gleich aussieht ausser dass seine Haare weiss und viel weicher sind und mit dem ich aufgewachsen bin. Aber da meine Grosseltern beide am 25. Dezember Geburtstag hatten, sind wir oft am ersten Weihnachtsfeiertag zu ihnen gefahren und da stand er jedes Jahr, in der guten Stube an der gleichen Stelle. Mit diesem hier durfte man freilich nicht spielen (der Nussknacker aus meinem Elternhaus ging durch alle Kinder-, Enkel-, und Urenkelhände – ich habe stundenlang seinen Bart gestreichelt (vermutlich Kaninchenfell) und als ich einmal un_be_dingt Nüsse damit knacken wollte, bekam ich ein paar Erdnüsse gereicht), aber ich habe ihn gern auch einfach angesehen.

Jetzt steht er in Finnland und hat sich vermutlich ein bisschen gewundert über das unkonventionelle Weihnachtsfest, dass sich da vor seinen Augen abspielte. Es fing schon mit dem Weihnachtsbaum an, der nicht erst an Heiligabend sondern bereits am 4. Advent aufgestellt und geputzt wurde und ausserdem ziemlich klein ist. Ich habe dem Nussknacker aber erklärt, dass es nur eine Ausnahme oder besser gesagt ein Kompromiss ist, weil wir kurz nach Weihnachten in den Urlaub fahren aber nicht auf den Baum verzichten wollen. Dann gab es an Heiligabend zur besten Kaffeezeit das Weihnachtsessen, was weder Kartoffelsalat mit Würstchen noch Gänsebraten war, denn wir haben ja seit letztem Jahr an Weihnachten ein Themenessen.

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In diesem Jahr wurde mein Vorschlag ausgelost, was mich tatsächlich erstmal ein wenig ärgerte, denn ooooh ein Mumin-Weihnachtsessen! Es hätte Pfannkuchen geben können! Aber die russischen Eier, die Wareniki mit Schaschlik und russischem Möhrensalat und schliesslich der russische Zupfkuchen (jaja, ist gar nicht russisch, hat’s aber im Namen) die da auf den Tisch kamen waren auch sehr lecker. Auf das Thema bin ich übrigens gekommen, weil ich in Tallinn so angetan von den Wareniki war (obwohl sie dort Pelmeni hiessen). Später konnte sich der Nussknacker „Stille Nacht“ als Kanon anhören, der sich (unabsichtlich) ergab als wir in einer Video-Konferenz mit Familie in Deutschland und Estland sangen. Immerhin die Bescherung fand ordnungsgemäß unter dem Baum statt, wo sich zeigte, dass ich in diesem Jahr besonders brav gewesen sein muss.

Am ersten Weihnachtsfeiertag wischte sich der Nussknacker erneut die Augen, denn es gab einfach nur Reste vom Vortag zu essen, wieder am Nachmittag, im Bademantel (Saunapause) und AUF DEM SOFA. Auch sonst waren die Feiertage ausnehmend gemütlich. Wir fuhren Schlittschuh auf dem Stadtsee, spielten Federball in der Turnhalle und viele Brettspiele zu Hause, tranken dabei literweise Tee und assen ähnlich viel Schokolade.

Tschüss, Weihnachtsferien!

Vorgestern, am letzten Ferientag, hatte Pauline Besuch von einer Freundin. Und weil den beiden sonst nichts mehr einfiel, beschlossen sie gemeinsam Paulines Zimmer aufzuräumen. Die Länge der Ferien war wohl angemessen.

War das schön! In den ersten Ferientagen waren wir noch ziemlich aktiv, backten wie die Weltmeister und bereiteten das Weihnachtsfest vor.

Dann war aber alles erledigt. Weihnachten hätte ich gern in Deutschland verbracht, aber auch ohne Pandemie wäre es vermutlich nicht dazu gekommen. Jedenfalls waren wir zu dritt zu Hause, so wie an den meisten Weihnachtsfesten, und hatten es äusserst gemütlich.

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Es war auch das erste Weihnachten, an dem Pauline Geschenke für uns Eltern besorgt hatte. Und sie war mindestens so vorfreudig aufgeregt auf unsere Reaktionen wie darauf ihre eigenen Geschenke auszupacken. Richtig schöne Sachen hat sie ausgesucht. Ich erinnere mich sehr genau an den Tag, an dem auch ich erstmalig beschloss mein Taschengeld für Weihnachtsgeschenke auf den Kopf zu hauen. Ich fuhr in die Stadt und kaufte… allerlei seltsame Dinge. Das Beste, so dachte ich damals, war die rote Plastikspardose in Form eines Autos, welche ich für meinen Vater erstand. Sie war ausnehmend hässlich und es ist meinen Eltern hoch anzurechnen, dass sie viele Jahre im Regal über ihrem Bett stand (noch steht?).

Das Festessen haben wir dieses Mal anders aufgerollt. Vor Jahren erzählte mir eine Kollegin, dass ihre Familie immer unter allen Mitgliedern ein Thema für das Weihnachtsessen auslost und auch wer welchen Gang zubereitet oder für die Dekoration zuständig ist. Ich habe mich damals augenblicklich in diese Vorgehensweise verliebt und sie mir vorgemerkt für wenn Pauline etwas älter ist. Das war jetzt soweit und zu meiner Freude war der Rest der Familie auch von der Idee angetan.

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Es wurde Lappland. Zum Glück muss man sagen, denn ich zog auch die Hauptspeise und für Regenbogen wäre mir bis jetzt immer noch nichts eingefallen. So konnte es aber geschmortes Rentier in Rotweinsosse geben. Als Vorspeise servierte der Iso „Brotkäse“ (auch Quietschekäse genannt), gebacken mit Sahne und Moltebeermarmelade. Und Pauline, die von vornherein für die Nachspeise bestimmt war, buk kleine Törtchen in Weihnachtsmannform (weiss ja jeder, dass der Weihnachtsmann vom Korvatunturi in Lappland kommt). Meine Mama hatte uns (zufällig) kleine Holzrentiere als Tischdekoration ins Weihnachtspäckchen gelegt und Mari Boine sang leise im Hintergrund. Das war so toll. Und sehr lecker.

Die Wetterverantwortlichen waren so freundlich und schickten pünktlich am 23. Dezember eine Menge Schnee und es wurde von Ferientag zu Ferientag winterlicher. Man konnte also nicht pausenlos auf dem Sofa liegen, sondern musste ab und zu den Schnee anhimmeln gehen. Ging gerade so.

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An einem Tag gab es einen eisigen und starken Wind und auf dem See Wellen wie am Meer. Ich verbrachte viel Zeit staunend am Strand, wo alles mit Seewasser eingeeist war.

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Und zack! war Silvester. Vor fünf Jahren, als unsere Freunde kurzfristig die gemeinsame Silvesterfeier absagen mussten und Pauline schwer enttäuscht war, da bastelte ich ihr schnell diese Stundentütchen, die ich zuvor im Internet gesehen hatte. Geschenktüten gefüllt mit silversterbezogenen Kleinigkeiten, von denen man über den Abend immer zur vollen Stunde eine öffnen darf. Bis Mitternacht das neue Jahr beginnt. Das kam ausnehmend gut an und war somit ein adäquater Tost. Was ich nicht bedacht hatte: seither werde ich jedes Jahr vor Silvester mit Hundeblick gefragt ob es wieder Tütchen geben wird.

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(Sieht jetzt aus wie eine zweite Bescherung, sind aber nur Ballons, Luftschlangen, eine Konfettikanone, Knicklichter, Wunderkerzen, Glückskekse und Zutaten zum Wachsgiessen – was man ja sowieso an Silvester so braucht :) )

Ein Tütchen beinhaltete auch Spielvorschläge und wir spielten dann so eine Art Stille Post, aber mit zeichnen. Also einer zeichnet einem was auf den Rücken und der zeichnet es auf den Rücken vom Vordermann und so weiter. Hehe.

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Das neue Jahr läutete ich mit einem Corona-Test ein. Ich hatte seit dem Vortag ganz leichte Erkältungssymptome, eigentlich nicht der Rede Wert. Da aber in den Nachrichten stand, dass sich über die Feiertage viel weniger Leute als sonst testen liessen und dazu aufgerufen wurde doch auch bitte bei den kleinsten Symptomen zu kommen, brachte ich es als letztes Familienmitglied auch mal hinter mich. Im Freien geht das bei diesen Temperaturen freilich nicht mehr, deshalb ist die Teststation jetzt auf der Pferderennbahn untergebracht.

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Ja, der Name der Pferdesportanlage ist jetzt für diesen Zweck auch nicht ganz so…

Warten musste ich direkt neben den Wettschaltern, es war schon ein wenig bizarr. Aber alles war super durchorganisiert. Die Krankenschwestern trugen Party-Kopfschmuck, wünschten mir alles Gute für’s neue Jahr und waren auch sonst überaus liebenswürdig. Zwei Tage später bekam ich mein Ergebnis: negativ.

Am letzten Ferientag wäre ich gern endlich mal Skier gefahren. Aber die Stadt kommt mit den Loipen nicht so recht aus dem Knick und es waren erst drei Stück fertig. Ja ich weiss, Jammern auf hohem Niveau. Aber wir sind lange genug hier um zu wissen, dass sich an einem Tag wie diesem – letzter Ferientag und ausserdem noch Feiertag UND schönes Wetter – vermutlich die ganze Stadt auf den drei Loipen tummeln wird und es uns als eher gemütlichen Skifahrern so keinen Spass macht. Mal abgesehen von Abstand halten und so. Also fuhren wir stattdessen (Pauline nicht, die räumte ja ihr Zimmer auf) in den Leivonmäki Nationalpark zu einer Wanderung. Dort war es menschenleer.

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Ein perfekter Abschluss für echt schöne Weihnachtsferien.

Silbrig

Es gibt wirklich nicht viel zu erzählen wenn man tagein tagaus allein im Homeoffice sitzt und still vor sich hin tippt. Gegen Abend, auch meistens allein, eine Runde spazieren geht. Oft im Wald und nebenbei ein paar Pfifferlinge pflückt. In den Pausen aus dem Fenster sieht, Vögel beobachtet und Eichhörnchen (eins schleppte neulich einen kleinen, roten Apfel im Mäulchen umher und ich dachte im ersten Moment es hätte ein Clownsnase auf) und dem Herbst dabei wie er immer näher kommt.

Aber heute! Heute passierte was. Das Wetter war so schön, dass ich die 5 km zum Wasserturm einfach lief. Quer durch die Stadt. Dort traf ich den Iso zum Mittagessen. (Der Wasserturm beherbergt neben Wasser auch ein Naturkundemuseum und ein Restaurant.) Wir hatten nämlich was zu feiern. Uns. Seit 25 Jahren. Mein lieber Scholli.

Mit Blick über die Stadt und den See genossen wir ein wirklich gutes Essen. Die Torte zum Nachtisch verkniffen wir uns aber, denn ich hatte am Morgen die Eiskarte aus DEM Eiscafé in dem wir heute vor 25 Jahren waren, geschenkt bekommen, mit dem Versprechen ich könne mir einen Becher aussuchen. Das Eiscafé gibt es noch und die Karte ist nahezu unverändert. Herrlich! Nur leider 1500 km Luftlinie weit weg. Wir kauften also Eis und Obst und Sahne und dann werkelte der Iso in der Küche, während ich schonmal die zwei Piccolos die ich heute Morgen parat gestellt hatte (wir ergänzen uns schon immer gut) öffnete. Gemeinsam mit Pauline schleckten wir also opulente Eisbecher, schlürften Sekt (einer war alkoholfrei) und schauten uns nebenbei alte Fotos an. Dabei war Pauline höchst beeindruckt von meiner Modewahl vor 20-25 Jahren: „So coole Sachen, Mama!“, „Hast du die Sonnenbrille zufällig noch?“, „Boah, das schöne oversized T-Shirt!“. Und wir irritiert davon wie JUNG man so um die 20 aussieht.

Tatsächlich ist der Tag an dem wir beschlossen ein Paar zu sein schon so lange her, dass wir uns gar nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern können. Deshalb war es toll, dass wir zwischen den Fotos auf ein Comic stiessen, in dem ich alles aufgemalt hatte (auch das wusste ich nicht mehr). Zugegeben, ein wenig kitschig, aber so ist das wohl wenn man 17 ist und schwer verliebt.

Das war ein schöner, nostalgischer und gar nicht langweiliger Tag.

Skiferien 2020: Málaga

Spanien hat bei mir schon sehr lange einen sehr dicken Stein im Brett. 1991, ein halbes Jahr nach der Wiedervereinigung fuhren wir auf Klassenfahrt an die Costa Brava. Wer auf die Idee kam weiß ich nicht mehr, aber ich sehe noch genau das Prospekt vor mir: Busreise nach Lloret de Mar, 10 Tage für 199 Mark. Wir waren alle Feuer und Flamme und unsere Klassenlehrerin, sowie unsere Eltern räumten alle Hürden aus dem Weg. Erst war der Zeitraum zu lang – unsere Lehrerin versprach uns unterwegs zu bilden. Dann fand sich kein zweiter Lehrer der mit der schlimmsten Klasse der Schule verreisen wollte – ein Vater sprang ein. Und dann stellte sich heraus, dass die Eltern einer Klassenkameradin die Kosten nicht decken konnten – andere Eltern legten es aus. Für uns alle, die wir noch nicht allzu viel von der Welt gesehen hatten, war diese Reise etwas ganz Besonderes. Ich war fasziniert von Palmen in freier Natur, von riesigen Kakteen, vom Meer und ganz besonders von der Atmosphäre.

Danach wollte ich unbedingt Spanisch lernen, wechselte auf ein Sprachengymnasium und lernte Spanisch. Drei Jahre später, als wir mit 16 Jahren zum ersten Mal ohne Eltern verreisen durften, fuhr ich mit einer Freundin (die auch auf der Klassenfahrt dabei gewesen war) nach Nordspanien zu ihrem inzwischen dort lebenden Onkel. Der Onkel hatte eine spanische Freundin (Mercedes) die uns mit vielen anderen Spaniern, vor allem jungen Leuten (sie war Klavierlehrerin) bekannt machte. Die nahmen uns dann mit zu allerlei Veranstaltungen, alle waren so gastfreundlich, es war großartig.

Noch ein Jahr später bestiegen wir wieder den Zug nach Spanien, dieses Mal mit Interrailkarte im Gepäck. Diese Reise war ebenfalls etwas ganz Besonders, unsere erste Reise ohne Aufsicht, die Route und Unternehmungen komplett selbst gewählt und alles selbst bezahlt. Wir erlebten in den 4 Wochen so viel und hatten so viel Spaß und obwohl das jetzt 25 Jahre her ist, habe ich seit letztem Sonntag intensive Flashbacks. Deshalb wollte ich auch so gerne noch mal nach Málaga.

Was für eine sympathische Stadt. Etliche Touristen, aber auch viele Einheimische quirlen umher (zu unterscheiden an Sommer- bzw. Winterkleidung), hübsche Ecken alt und modern, super nette Leute. Viel habe ich nicht wieder erkannt, aber die Kathedrale, die Stierkampfarena und die Burg waren mir vertraut. Das war schön!

Bring dein Kind mit zur Arbeit!

In Finnland war gestern nationaler Bring-dein-Kind-mit-zur-Arbeit-Tag. Diesen Tag gibt es hier nach dem Vorbild anderer Länder seit letztem Jahr. Man kann also sein Kind (oder Enkelkind, Patenkind, Nichte …) für einen Tag (oder einen halben oder nur mal kurz) mit zur Arbeit nehmen. Dort können die Kinder sehen was die Eltern eigentlich den ganzen Tag so treiben auf dieser ominösen Arbeit und auch einen generellen Eindruck davon bekommen wie das ist, wenn man gross ist und arbeiten geht.

Ich finde das super. Als ich Kind war ergab es sich manchmal, dass ich mit meinen Eltern mit zur Arbeit gehen konnte und das war immer sehr aufregend. Mein Papa hat Limonade produziert und es war das Coolste überhaupt mit ihm in die Produktionshalle zu gehen. Dort nahm er immer eine Flasche vom Fliessband, öffnete und überreichte sie mir. Ganz frische Brause! Meine Mama hat sich um eine Pilzkulturensammlung gekümmert und wie ich schon einmal erwähnte, sind diese Besuche dort vermutlich nicht ganz unschuldig daran, dass ich heute Biologin bin. (Lustigerweise wollte ich eigentlich erst Ernährungswissenschaftlerin werden.)

Nun ist meine Arbeit im November nicht gerade die Aufregendste. Im Sommer, ja! Da gibt es viel zu zeigen. Aber den Rest des Jahres sitze den lieben langen Tag vor meinem Computer und jongliere mit Zahlen, recherchiere und schreibe. Still und leise. Vielleicht gehe ich zwischendurch mal zu einem Seminar oder zu einer Besprechung. Vielleicht unterrichte ich auch mal. Aber im Grossen und Ganzen ist das für ein Kind stinklangweilig. Glücklicherweise haben sich in diesem Jahr die Biologen und die Chemiker zusammengetan und ein kleines Programm für die Kinder zusammengestellt. Das ist nicht weiter schwierig wenn man gerade erst die Nacht der Forscher hatte. Dort war Pauline zwar auch schon gewesen, aber sie hatte längst nicht alles gesehen.

Ich meldete sie also in der Schule ab und wir fuhren zusammen zur Uni. Am Morgen sollten die Eltern erstmal zeigen was sie so machen. Das war schnell erledigt und dann ging ich mit Pauline auf Entdeckungstour. Wir besuchten die hungrigen Regenbogenforellen: „Oar nee, Mama, hier riecht’s wie in der Forschungsstation!“ Ich zeigte ihr einen Hörsaal: „WOW! 1, 2, 3, … 130 Sitzplätze!!! Das ist sooo schön hier! Hier würde ich auch gern lernen!“

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Sie konnte gar nicht glauben, dass das eigentlich ein sehr kleiner Hörsaal ist und war wirklich schwer beeindruckt. Ich zeigte ihr die Bibliothek: „Haben wir auch in der Schule!“ Und dann spielten wir noch ein wenig: „Mama, du hast es echt schön auf Arbeit!“

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Wir gingen in die Mensa, wo selbst das Menü dem Anlass angepasst war: „Mmmh lecker, sowas gibt es nie in der Schule!“

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Einer der Köche hatte übrigens auch seinen Sohn mitgebracht und der sah unfassbar niedlich aus mit seiner Kochschürze und Mütze. Aber auch Pauline sollte bald sehr niedlich aussehen, denn nach dem Essen liefen wir zu den Chemikern. Dort wurden die Kinder mit Laborkittel und Schutzbrille ausstaffiert und gingen experimentieren, während wir Eltern dann auch mal für ein Stündchen zum Arbeiten kamen. Danach ging es weiter zu den Biologen.

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Da wurde dann mikroskopiert (Bärtierchen – „Mama wusstest du, dass es die schon vor 60 Millionen Jahren gab!?!“) und mit Wasserflöhen experimentiert („Wenn man Licht an das Aquarium hält, kommen die alle zur Lichtquelle geschwommen!“) und dann spielerisch gelernt wie Bakterien resistent gegen Antibiotika werden und wie man das verhindern kann.

Dann war es schon 15 Uhr und Pauline wollte immer noch nicht Feierabend machen. Wir schauten also noch ein wenig den Feierlichkeiten zu – gerade war eine Doktorverteidigung zu Ende gegangen – und gingen noch ein Mal Kickern.

Pauline war, auch wenn sie sich bekanntermassen eher gar nicht für Naturwissenschaften interessiert, von ihrem Besuch sehr begeistert. Sie mochte das Programm („Und den Hörsaal, Mama!“) und fand es toll auch einfach mal zu sehen wo ich zum Beispiel Mittag esse. Im nächsten Jahr möchte sie dann mit dem Papa zur Arbeit gehen und ausserdem wünscht sie sich, dass es den Tag auch mal umgekehrt geben würde: Bringe deine Eltern mit in die Schule. Das wäre doch mal was.

 

 

9. November 2019

Dreissig Jahre. Donnerwetter.

Am 9. November 1989 war ich zwölf Jahre alt. Ich habe an diesen Tag keine Erinnerungen. Als die Mauer fiel lag ich im Bett und schlief.

Am nächsten Morgen erfuhr ich es von meinem Vati. Er hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich unwohl in der DDR fühlt, eingesperrt. Er erzählte mir die Vorgänge der Nacht aufgeregt und begeistert. Der ganze Mann vibrierte.

Im Grunde genommen verstand ich nicht wirklich was da passierte. Ich war auf den Montagsdemos gewesen, hatte eine Kerze gehalten und „Wir sind das Volk“ gerufen. Ich wollte auch gern überall hin in die Welt fahren. Aber von Demokratie oder nicht hatte ich keine Ahnung. Und – ich war auch ein Thälmann-Pionier und zwar sehr gerne. Es hat mir später noch lange leid getan, dass ich niemals ein blaues FDJ-Hemd besessen habe.

Der Westen, das war für mich so eine Art Schlaraffenland. Als mein Vati einige Jahre zuvor die Erlaubnis bekam dort hin zu fahren, begannen meine Schwestern, die etwas älter sind als ich, eifrig Wunschlisten zu schreiben. „Und was wünscht du dir?“ fragte er mich irgendwann. „Was gibt es denn dort?“ fragte ich zurück. Und dann sagte er etwas, weshalb ich das Gespräch bis heute nicht vergessen habe, denn es hat mich sehr beeindruckt:

„Es gibt dort nichts, was es nicht gibt.“

Und jetzt war also die Grenze offen. „Fahren wir hin?“ wollte ich sofort wissen. „Mal sehen“ hiess es dann. Es war nicht klar ob Kinder fahren dürfen. Eigentlich war gar nichts klar.

Am 10. November 1989 und in den Tagen danach fehlten in der Schule immer mehr  meiner Klassenkameraden. Zwei davon habe ich nie wieder gesehen. Einer der beiden, ein Junge mit einer Gehbehinderung, hatte in den Wochen zuvor oft davon gesprochen, dass seine Mutter im Falle einer Grenzöffnung augenblicklich mit ihm in die BRD gehen würde. Dort würde er eine OP bekommen, die ihn gesund machen würde. Ich habe damals oft an ihn gedacht und mich gefragt ob er wohl schon richtig laufen kann.

Es sollte noch bis zum ersten Adventswochenende dauern, bis unsere Familie sich auch auf den Weg machte. Meine Mutti war sehr zögerlich. Würden es Repressalien geben? Würden sie die Grenze plötzlich wieder schließen? Stellt euch das mal vor. Man macht sich auf eine kleine Reise, besucht Verwandte, und kann sich nicht sicher sein ob man auch wieder nach Hause kommen darf. Es könnte sein, dass man über ein Wochenende alles verliert. Sein Zuhause, seine Freunde, seine Arbeit. Ich war damals sehr ungeduldig, aber heute kann ich das Zögern gut nachvollziehen.

Die Ironie ist, dass in den Folgejahren viele Menschen aus der DDR genau diese Dinge verloren haben weil die Grenzen geöffnet blieben.

Als wir uns der Grenze näherten, machte sich in unserem Auto ein komisches Gefühl breit. Ich hatte schon einige Grenzgeschichten gehört und bekam jetzt Angst. Dieser Moment und das ungute Gefühl kommen übrigens bis heute jedesmal wieder hoch wenn ich eine Ländergrenze übertrete. Dabei war es ziemlich unspektakulär. Und dann waren wir auf der anderen Seite Deutschlands.

Es folgte ein Wochenende in bunten, wohlriechenden Geschäften. Der ganze Westen ein einziger Intershop. Ich erinnere mich noch an eine Spielzeugabteilung eines Kaufhauses, in dem ich begeistert überall Knöpfe drückte und dann überall Töne raus kamen. Ich erinnere mich auch, dass ich mich für nichts entscheiden konnte, weil mich das Angebot erschlug. Meine Eltern kauften mir eine Salbe gegen mein mich seit Jahren quälendes Ekzem. Sie war zwar eigentlich verschreibungspflichtig, aber die Apothekerin drückte ein Auge zu. Wir besuchten ein Rathaus um unser Begrüssungsgeld abzuholen. Wir waren so tief im Westen, dass wir die ersten Besucher hier waren und mussten deshalb ewig warten. Oder jedenfalls kam es mir so vor. Ich bekam eine 13-stellige Nummer auf die letzte Seite meines Sozialversicherungsausweises geschrieben, damit ich nicht noch einmal irgendwo Geld holen würde. Und da steht sie immer noch.

Als wir wieder abfuhren, war unser Moskwitsch voll bis unters Dach. Mein Vati musste ganz vorsichtig fahren, damit wir nicht aufsetzen. Wir hatten die herrlichsten Sachen dabei. Man kann das belächeln oder oberflächlich finden. Aber nur wenn man damals in unseren Schuhen gesteckt hat.

Ich habe mal ein kleines Streitgespräch mit einem finnischen Kommunisten geführt, der meiner Meinung nach die DDR mit ein wenig zu verklärten Augen sieht. Er hat zwar selbst einige Jahre dort gelebt, ist aber während dieser Zeit beispielsweise regelmässig nach Westdeutschland gefahren um sich Bücher zu kaufen. Und er hätte jederzeit wieder nach Hause fahren können. Das ist ein gar nicht mal so kleiner und unwichtiger Unterschied zu den vielen DDR Bürgern, die das nicht konnten. Von denen sich manche so eingeengt gefühlt haben, dass sie ihr Leben für die Freiheit auf’s Spiel gesetzt haben. Von denen manche nicht anders konnten als ihre Meinung zu sagen und die dann ihre Arbeit, ihr Schaffen verloren haben. Im Gefängnis landeten. Ausgewiesen wurden. Oder denen man die Kinder weggenommen hat.

Wenn ich erzähle aus welchem Land ich komme, werde ich manchmal gefragt ob ich froh bin, dass alles so gekommen ist. Was für eine Frage! Es gab zwar auch etliche gute Dinge in der DDR, aber mal abgesehen davon, dass es mit unserem Land stetig bergab ging und viele Menschen unerträglich ungerecht behandelt wurden, frage ich mich manchmal für mich persönlich wie gut ich das alles als Erwachsene ausgehalten  hätte. Ich bin – ganz der Vater – ein extrem freiheitsliebender Mensch. Vorschriften und Verbote aller Art nehmen mir, sofern ich sie nicht moralisch oder mit Vernunft nachvollziehen kann, die Luft. Ebenso wenig kann ich mit Hierarchien anfangen. Es hätte wohl noch einige Jahre gedauert bis sich mein Gehirn von der ausdauernden Wäsche erholt hätte, aber irgendwann hätte ich mich vielleicht nicht mehr nach einem FDJ-Hemd gesehnt, sondern ein Streichholz daran gehalten. Und damit hätte ich laut meine Meinung gesagt. Natürlich bin ich froh.

Das Wie ist eine andere und schwieriger zu beantwortende Frage. Aber es gab auch keinen Leitfaden.

Und jetzt ist der Mauerfall schon länger her als es die Mauer jemals gab. Es ist interessant, dass sie in unseren Köpfen zu Teilen immer noch steht. Die Mauer an sich gehört natürlich auch nicht vergessen. Aber den Graben, den sie einmal quer durch’s Land gezogen hat, den könnten wir langsam mal auffüllen und sorgfältig verdichten.

Sommerurlaub, Tage 10-14

Die letzten Urlaubstage waren so voller Familie, dass ich einfach mal genoss und das Internet Internet sein liess. Jetzt also nachgereicht.

Tag 10: Grosse Doppelgeburtstagsfeier. Erst gab es einiges vorzubereiten. Ich bekam die schönen Aufgaben wie Brombeeren für den Kuchen zu pflücken. Dann wurde gefeiert. Bei unseren Familienfeiern kommen immer einige Leute zusammen und deshalb finden die nach Möglichkeit im Garten statt. Feier für Feier kommt es dann wie es kommen muss – kaum hatten wir uns an der Kaffeetafel niedergelassen begann es sintflutartig zu schütten. Das kleinste Familienmitglied, keine zwei Jahre alt, bekam meine alten, roten Gummistiefel an die Füsse (sie passten gerade noch so) und sprang begeistert in den Pfützen. Auch sonst liess sich, glaube ich, niemand die Laune verderben. Vom Wetter jedenfalls. Ein Geburtstagskind lag leider im Krankenhaus. Hatte aber immerhin Appetit und konnte am Nachmittag mit Kuchen und am Abend – keine Feier in Thüringen ohne – mit Rostbratwurst versorgt werden. In meiner Funktion als Bratwurstkurier wurde ich dann zum ersten Mal in meinem Leben geblitzt. Wäre das nach 23 Jahren Führerschein auch erledigt.

Tag 11: Gelegenheit für einen ausgiebigen Bummel durch meine Heimatstadt. Zunächst allein, weil man sonst wie ein Maulwurf herumläuft, später noch gemeinsam mit einer Freundin. Dabei musste ich leise kichernd an die kürzlich geschriebene, perfekte Zusammenfassung eben jener Stadt durch Frau Nessy denken:

„Hübsche Stadt. Ein bisschen truschig, ein bisschen alternativ, mit jungen Eltern, Kindern in Lastenrädern und erstaunlich vielen Hutverkaufsstellen. Dazu Kulturtouristen und Jugendgruppen.“

Die letzten Spaziermeter führten mich zum (kein Witz) bisschen alternativen Kino, wo ich gemeinsam mit Schwester 2 und ihrem Sohn „Yesterday“ sah. Was für eine verrückte und lustige Idee für einen Film.

Tag 12: Meine Tante 2. Grades (das habe ich jetzt nachgeschlagen, sonst nenne ich sie nicht so vornehm) hat Pauline und mich zum Brunch eingeladen. Nach vielen Jahren treffen wir dort auch ihre Töchter wieder (meine Grosscousinen, Paulines… ach ich weiss nicht), mit denen ich als Kind oft gespielt habe, tauschen Neuigkeiten aus und schlemmen mit Blick auf das Apoldaer Schloss. Mit kugelrundem Bauch fahren wir weiter auf einen Besuch ins Krankenhaus. Dann Abkühlung im Pool und lustiger Spieleabend auf der Terrasse von Schwester 1.

Tag 13: Oje, schon der letzte Tag. Wir wollten doch noch so viel machen. Aus dem Plan, beispielsweise, Pauline mit der deutschen Freibadkultur vertraut zu machen wird nun nichts mehr. Ich spaziere im Regen zum Supermarkt und kaufe endlich die essentiellen, in Finnland (so jedenfalls) nicht erhältlichen Dinge: Kräutertee, Müsli, Puddingpulver und Hirschhornsalz. Der Iso hat noch Blutwurst bestellt, mit spitzen Fingern greife ich ins Regal. Zum Mittagessen brät mir meine Mama meine geliebten Quarkkäulchen. Danke! Ein Abschiedsbesuch im Krankenhaus. Ein Abschiedsabendessen mit Schwester 2. Dann muss ich leider die halbe Nacht noch das Buch aus der hiesigen Bibliothek zu Ende lesen.

Tag 14: Heimreise. Tschüss Familie, tschüss Heimat, tschüss Sommer. Es war wunderbar.

Sommerurlaub, Tage 8 + 9

Heute Kontrastprogramm zu gestern. Den ganzen Tag außer Haus. Am Morgen Großeinkauf für eine Geburtstagsparty. Dann Fahrt nach Jena. Kein Deutschlandbesuch für Pauline ohne Planetarium. Kein Jenabesuch für mich ohne ein Essen und einen Mocktail im Stilbruch. Ersteres war wieder unglaublich toll und beeindruckend. Ich kann das betriebsälteste Planetarium der Welt gar nicht genug ans Herz legen. Letzteres war heute ein wenig enttäuschend. Aber in Erinnerungen schwelgen – zu Studienzeiten war ich hier sehr oft mit wunderbaren Freunden – war trotzdem schön und Pauline konnte kaum glauben, dass ihre liebste Freundin hier auch schon öfter Essen war, womöglich schon auf dem gleichen Stuhl saß. Wir schauten auch noch kurz in der ForscheFuchs Ausstellung vorbei, die ebenfalls sehr toll ist, bevor es weiter ging zu einem Krankenhausbesuch. Dann war es 20 Uhr und wir fuhren immer noch nicht nach Hause, sondern besuchten das donnerstägliche Treffen meiner Mama, ihrer Schwester und ihrer Cousine. Dort endete der Tag sehr lustig mit nun also fünf Frauen zwischen 10 und 70, die zu sehr lautem HipHop tanzten.

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Hier wollten wir eigentlich auch noch hoch, aber es war beim besten Willen nicht auch noch in den Tag zu quetschen. Beim nächsten Mal…

Sommerurlaub, Tage 5-7

Hm, gar nicht so einfach mit dem Reisetagebuch wenn man jeden Tag das Gleiche macht und das hauptsächlich nichts ist. Gestern haben wir aber tatsächlich einmal Haus und Hof verlassen und ein paar der Unternehmungen, die wir uns so während der Anreise überlegt hatten, gemacht.

Als Kind fand ich Kunstmuseen tödlich langweilig. Eigentlich auch noch lange danach. Bei Pauline und ihrer Cousine ist das nicht so und ich finde es großartig wie ich über meine Tochter langsam einen Zugang finde. Wir waren im Neuen Museum in Weimar.

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Im Anschluss, und dafür muss man Kinder/Jugendliche einfach lieben, haben wir ganz stilvoll auf einer Bank einen Berg Pommes gegessen. Und waren dann noch ein bisschen einkaufen. In der Schreibwarenabteilung eines Kaufhauses beobachtete ich fasziniert viele Eltern und Kinder, die mit langen Listen hektisch durch die Reihen streiften. Füller, Hefte, Malkasten, Ordner… Den obligatorischen Großeinkauf am Ende der Sommerferien hatte ich schon ganz vergessen. Als Kind fand ich das super, heute als Elter bin ich eigentlich ziemlich froh, dass es in Finnland deutlich unkomplizierter läuft.

Sonst noch: mit wechselnden Familienmitgliedern Mahlzeiten einnehmen, quatschen, schwimmen und Gesellschaftsspiele spielen. Eben gemeinsam Zeit verbringen und dafür sind wir ja hauptsächlich hier.

Oopera

Jedes Jahr im Sommer verwandelt sich das sonst eher verschlafene Städtchen Savonlinna, in dem jeder jeden kennt, in eine quirlige Stadt mit vielen internationalen Gästen und ungezählten Veranstaltungen. Freilichtrestaurants schiessen aus den Böden, die tollsten Geschäfte öffnen ihre Tore, es herrscht geschäftiges Treiben. Seit ich von den Opernfestspielen in Savonlinna gehört habe, es muss etwa 15 Jahre her sein, wollte ich gern mal dort hin. Opernmusik ist für mich so ziemlich die schönste Musik die ich mir vorstellen kann. Jedenfalls live. Und eine Oper im Burghof einer mittelalterlichen Burg, das stellte ich mir grossartig vor. Wie es mit solchen Musikfestspielen aber ist, ist das eine recht elitäre Veranstaltung mit saftigen Eintrittspreisen. Und so musste ich einen runden Geburtstag abwarten um mir frech eine Karte wünschen zu können.

Eigentlich bekam ich zwei ganze Tage in Savonlinna geschenkt und das war eins der besten Geschenke überhaupt. Der Iso hatte sich gedacht: wenn schon elitär, dann richtig, und so wohnten wir fürstlich.

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Ausblick vom Bett. Ging grad so.

Wir kamen Nachmittags in Savonlinna an und machten uns gleich, immer am See entlang, auf in Richtung Burg. Der Iso hatte auch in einem der besagten Restaurants einen Tisch reserviert. Es waren 30 Grad und die Atmosphäre fast mediterran. Es war perfekt. Nach dem Essen brachten wir Pauline zurück ins Hotel. Sie ist dann jetzt gross genug 5 Stunden allein in einem Hotelzimmer zu verbringen. Jedenfalls mit Malzeug, einem Film und einer Tüte Chips ausgestattet. Beim nächsten Mal sollten wir vielleicht noch bedenken, dass so ein durchklimatisierter Raum in kurzer Hose und T-Shirt zwar im ersten Moment recht angenehm ist, auf Dauer aber echt kalt. Und die Klimaanlage etwas hochstellen. Oder zumindest dem Kinde erklären wie das geht, denn sie hat sich gedacht: es soll weniger kalt werden, also drücke ich auf Minus. Als das nichts brachte, durchwühlte sie den Koffer und als sie keine Socken fand, wickelte sie sich eben meine, für alle Fälle mitgebrachte, Strickjacke um die Füsse. Und so ging’s dann.

Vorfreudig aufgeregt liefen wir zurück zur Burg und reihten uns ein in die Menge bunter und ausgelassener Leute (die alle deutlich älter als wir waren).

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Am Eingang verteilte eine freundliche Dame ein Faltblatt mit Informationen. Nachdem der Iso eines gegriffen hatte, schlug ich ein Zweites aus, aber die Dame sagte: Nimm mal, damit kann man sich gut Luft zufächern. Kurz darauf war ich wirklich dankbar für mein Faltblatt. Obwohl ich mich damit als Erstling outete, alle Frauen um mich herum hatten natürlich richtige Fächer dabei! Übrigens, das Opernfestival mag etwas elitär sein, aber gleichzeitig findet es eben immer noch im pragmatischen Finnland statt. Und da bekommt man schon lange vorher eine Info-Email, in der es auch den Punkt Kleiderordnung gibt. Das gibt es hier eigentlich zu ziemlich jeder Veranstaltung und ich finde das grossartig. Was da stand war: Es gibt keine Kleiderordnung. Man solle bedenken, dass finnische Sommernächte in der Regel kalt sind und sich warm anziehen und man solle bedenken, dass es in einer mittelalterlichen Burg mit unebenen Böden stattfindet und sich deshalb bequeme Schuhe anziehen. Gibt es etwas sympathischeres? Zwei Tage vorher dann gab es eine weitere Email in der stand, dass es aufgrund der anhaltenden Hitzewelle sehr warm im überdachten Burghof ist und man sich bitte luftig kleiden und unbedingt eine Flasche Wasser mitbringen soll. Der Iso ging also in kurzer Hose und er war nicht der Einzige, beide hatten wir besagte Wasserflasche in der Hand.

Und dann ging es los. Tosca. Aufgeführt von Gastkünstlern aus Italien, vom Festival Puccini. Boah. Was soll ich sagen! Opern klingen auf italienisch richtig schön. Und den Sängern nimmt man ihre Geschichte ab, die sind mit Leib und Seele in ihrer Rolle und so habe ich das noch nie erlebt. Es dauerte gar nicht lange bis ich mit Gänsehaut auf meinem unglaublich unbequemen Stuhl sass und die Tränen rannen. So schön! Und dann noch die Kulisse, die Atmosphäre. Ein paar Tauben flatterten herum…

Nach dem ersten Akt war Pause und der Iso führte mich an einen für uns reservierten Tisch, auf dem kühles Wasser, Gebäck und frische Erdbeeren parat standen. So königlich habe ich mich selten gefühlt. In der zweiten Pause war dann Zeit in der Burg herum zu spazieren. Sagte ich schon, dass die Atmosphäre grossartig war?

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Im dritten Akt war dann ein bisschen der Wurm drin, aber ach, die Musik hat alles wieder wett gemacht. Merkwürdig fand ich, dass der Dirigent nachdem Cavaradossi für sein E lucevan le stelle wohlverdient tosenden Applaus bekam, selbigen aufforderte die Arie noch einmal zu singen. Ich meine, einen Film hält man doch auch nicht an, spult zurück und guckt sich eine besonders schöne Stelle noch einmal an. Das macht doch die ganze Geschichte kaputt, oder? Aber wer weiss, dachte ich dann, vielleicht will er die schief gelaufenen Dinge wieder gut machen. Meine Freundin berichtete mir aber später, dass es in Turandot am Tag zuvor auch so war und sie dann in der Zeitung gelesen hätte, dass das in Italien Gang und Gäbe sei. Nun, wenn das so ist. Und dann war es leider schon zu Ende.

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Als wir nach 22 Uhr aus der Burg spazierten war es immer noch so warm wie in Italien. Und ich wäre am liebsten zurück ins Hotel getanzt.

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Übrigens hatte ich gedacht, dass das so ein einmal-im-Leben-Ding ist, genau wie damals vor der Heissluftballonfahrt. Aber schon hatte ich das Programmheft für nächstes Jahr in der Hand. Hmmm, Fledermaus vielleicht :)

Am nächsten Morgen trafen wir besagte Freundin, die seit einigen Jahren in Savonlinna wohnt und sich mit Saimaa Ringelrobben befasst. Als Pauline vorher wissen wollte wen wir da treffen, erzählte ich, dass ich diese Freundin vor genau 18 Jahren getroffen habe. 18! Als ich zum ersten Mal in Finnland war und wir gemeinsam in der Lieblingsforschungsstation unsere Diplomarbeit machten. Nachdem wir die wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht hatten, fragten wir sie nach einem Strandtipp. Geht doch nach Sulosaari, sprach sie. Dort kann man seinen eigenen Badefelsen finden. Und übrigens gibt es dort auch ein Pfannkuchencafe. Und so machten wir es.

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Fussgängerbrücke zur Insel.

Dieser Nachmittag war der krönende Abschluss unserer kleinen feinen Reise. Ich habe selten so gute Pfannkuchen gegessen und noch nie einem so allerliebsten Cafe auf einer allerliebsten Insel.

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Und noch nie bin ich von Felsen aus schwimmen gegangen. Oi.

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Hier auf diesen Felsen, da sprudelte ich über vor Glück. Danke, für das schöne Geschenk!

Osterferien, Tag 9

Frohe Ostern! Ich hatte mich ja sehr gefreut, dass wir es endlich – zum ersten Mal seit Paulines Geburt – geschafft hatten zu Ostern in Deutschland zu sein. Zum ersten Mal könnte sie Ostereier draußen suchen, in einem großen Garten mit unzähligen super Verstecken. Da wo ich schon als Kind selbst schon gesucht hatte. Nun, das klappte auch. Aber da wir bei 3 Grad und zunächst  Regen, dann dichtem Schneetreiben mit roten Nasen um die Wette zitterten, waren wir alle froh als schließlich alles gefunden war. (Bis auf das obligatorische letzte Ei, das liegt jetzt immer noch richtig gut versteckt alleine da draußen und friert.)

312A1FBC-B88B-40CD-ABD6-53A2D3D7A03BJetzt sind die Ostereier im Rucksack verstaut und fliegen morgen mit uns zurück nach Hause.

Herbstferien, Tag 12 & 13

Gestern Nachmittag wurden wir zum Bahnhof gebracht und konnten die Sache mit dem Abschied schon mal üben. Kaum in Leipzig aus dem Zug gestiegen, fragte ich Pauline ob sie eigentlich Trabis kennt. Haben wir diese Wissenslücke nun auch geschlossen.

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Wir teilten uns ein Schweineohr im Hotelbett, machten uns anschließend schick und fuhren mit der Straßenbahn zur Hochzeitsfeier meiner urältesten Freundin. Wir beiden haben unsere gesamte Kindergarten- und Schullaufbahn gemeinsam bestritten und deshalb tonnenweise gemeinsame Erinnerungen. Mal von Skype abgesehen hatten wir uns jetzt aber seit über 10 Jahren nicht mehr gesehen. Ihre Eltern, die immer offene Arme und Ohren für mich hatten und mich zu unzähligen tollen Ausflügen und in Urlaube mitgenommen hatten, hatte ich noch viel länger nicht gesehen. Trotzdem erkannte mich die Mama sofort und nahm mich freudig quiekend fest in die Arme. Und erzählte dann, dass das Brautpaar und dessen kleiner Sohn auf dem Weg zur Party einen Autounfall hatten (Gott sei Dank nur Blechschaden, dafür aber wohl enorm) und sich deshalb verspäten würden. So kam es, dass die Party mit über 2 Stunden Verspätung begann, als die armen Brautleute schon komplett fertig mit den Nerven waren und die Gäste, unter ihnen viele Kinder, müde und sehr hungrig. Mir tat das alles unendlich leid.

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Heute wurde der Sohn des Brautpaares 1 Jahr alt und auch getauft. So trafen wir uns alle, wenn auch nicht ausgeschlafen so immerhin erfrischt, morgens in der Kirche wieder. Gegen das anschließende Kaffee trinken sprach sich Pauline, die sich bei beiden Veranstaltungen unendlich gelangweilt und dennoch mit Engelsgeduld ausgeharrt hatte, vehement aus und da uns das Wetter bei unseren Alternativplänen (Völkerschlachtsdenkmal oder Zoo) einen Strich durch die Rechnung machte, gingen wir eben in den Bahnhofspromenaden ein wenig bummeln und fuhren dann zurück zu meinen Eltern. Ich fand unseren Ausflug aber trotz allem toll. Auf der Zugfahrt las ich in einer Zeitschrift über den Begriff Heimat. Menschen (und Autos :) ) wieder zu sehen, die einen ein großes Stück Kindheit begleitet haben, fühlt sich sehr wohlig und wie Heimkommen an.

Als Rucksäcke noch Campingbeutel hiessen

„Mama, wann hast du dein erstes Handy bekommen?“ fragte Pauline neulich. Mit 24. Als wir nach Finnland zogen und schon damals hier keiner mehr einen Festnetzanschluss hatte. Als ich ein Kind war hatten wir nicht mal den. Zum Telefonieren bin ich in eine Telefonzelle gegangen und wenn die kaputt war, was öfter vorkam, dann auf die Post. Dort gab es ein kleines fensterloses Kabuff mit einem schwarzen Telefonapparat. Man musste der Postfrau hinterm Schalter die Nummer aufschreiben, dann ins Zimmerchen gehen und abheben und wenn sich der andere Teilnehmer meldete, hat sie ihren Apparat aufgelegt. Oft telefoniert habe ich aber nicht. Wen wollte ich auch anrufen, sonst hatte auch niemand ein Telefon. Nur manchmal meine Mutti auf Arbeit. Die Nummer weiss ich noch: 3498.

Ich weiss nicht mehr wie wir darauf kamen, neulich sprachen der Iso und ich über Appell in der Schule. Wie sich alle Schüler nach Klassen sortiert auf dem Schulhof (bei mir) oder in der Turnhalle (bei ihm – „Hattet ihr eigentlich eine Turnhalle?“, fragt er dann) aufstellten, ich mich vor meiner Klasse positionierte, die Hand zum Pioniergruss erhoben, und laut die Losung „Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit!“ rief. Und alle „Immer bereit!“ leierten. Wie ich dann zum – den Namen habe ich jetzt tatsächlich vergessen – Obergruppenratsvorsitzenden ging und „Ich melde, die Klasse 1 ist zum Appell angetreten!“ sagte. Und mich schliesslich wieder vor die Klasse stellte und sie zum „Rührt euch!“ aufforderte.

(Einmal, als frisch gebackener Jungpionier, habe ich Abends ganz lange im Bett geübt, bis ich endlich das Wort „Pionierorganisation“ aussprechen konnte.)

„Musstest du auch jeden Abend duschen?“, fragte Pauline kürzlich genervt. Und ich muss grinsen. Wir hatten gar keine Dusche. Wir hatten nicht mal ein Badezimmer. Wir haben uns in der Küche gewaschen, mit Waschlappen und einem Stück Seife. Im Winter trug man die Waschschüssel ins Wohnzimmer, das war nämlich der einzige beheizbare Raum. Das war doof, da stand man unter Beobachtung und musste sich wirklich waschen. Sonst konnte man einfach den Waschlappen, das Handtuch und die Zahnbürste ein wenig nass machen, dann Runden in der Küche laufen und Minuten abzählen. Sonntags durften wir die Badewanne im Bad der Grosstante benutzen, die mit uns im Haus wohnte. Mit Kohle hat man den Badeofen erhitzt und dann die ganze Familie nacheinander durch das Wasser geschleust. Die Tante hatte zwar das Bad, aber dafür kein Wasser in der Küche und kam zur Badezeit gerne vorbei ihren Abwasch zu erledigen. Im Waschbecken natürlich, nicht in der Wanne. Danach gab es „warmes Käsebrot“ vorm Fernseher.

Das Fernsehbild war schwarzweiss und die Fernbedienung war ich. Manchmal fing das Bild an zu flackern, dann musste man auch aufstehen, sich vor den Apparat stellen und einmal fest mit dem Fuss aufstampfen. Dann ging’s wieder.

 

Opa

Vorgestern ist mein Opa gestorben. Seit einiger Zeit hat er sich schon gewünscht zu gehen und deshalb möchte ich mich auch für ihn freuen. Dennoch ist das mit dem Abschied nicht ganz leicht.

Bei meinem letzten Deutschlandbesuch zu Weihnachten hat er mich nicht mehr erkannt. Aber als wir am 1. Weihnachtsfeiertag seinen 95. Geburtstag feierten, rief er plötzlich meinen Namen. Ich sah auf und er winkte mir fröhlich zu. Genauso werde ich ihn in Erinnerung behalten, mit seinem Schalklächeln im Gesicht.

Opa hat es geliebt Scherze zu machen. Ich habe Opas Scherze geliebt.

Als Kind habe ich oft die Ferien bei meinen Grosseltern verbracht. Opa hat mir immer aufmerksam zugehört, er hat sich sehr für meine Zeichnungen interessiert, hat mit mir stundenlang Schach gespielt und das Grösste waren unsere Schwimmstunden im Fass. Im Garten gab es ein Regenfass und da stiegen wir im Sommer abwechselnd rein um uns abzukühlen. Opa stoppte die Sekunden, die ich es mit dem Kopf unter Wasser aushielt und ich wurde jeden Tag besser.

Gleich neben dem Regenfass war der Eingang zum Luftschutzbunker, den er selbst gegraben hatte. Mein Opa erzählte mir viel vom Krieg. Der Krieg, das habe ich schon als Kind verstanden, hat sein ganzes spätere Leben stark beeinflusst. Und zwar nicht nur weil ihm im Krieg beide Füsse erfroren sind und amputiert werden mussten.

Erst vor zwei Jahren erzählte er mir wie er nach der Amputation den Arzt aufsuchte um kriegsuntauglich geschrieben zu werden und heimkehren zu können. Der Arzt aber sagte er würde ihn nicht untauglich schreiben, denn als Schutzschild oder Wurfgeschoss wäre er doch noch gut.

Nach dem Krieg wurde er mit seinen offensichtlichen Wunden allerorts als Verbrecher beschimpft und einmal nahm ihn ein Strassenbahnfahrer aus ethischen Gründen nicht mit. Einen Mann ohne Füsse.

1945 sah er seine geliebte Stadt Dresden in Flammen aufgehen. Später starb seine noch junge Frau an Krebs und liess ihn mit 3 Söhnen zurück.

Opa war zäh und hat immer weiter gemacht. Bis fast zuletzt hat er sich standhaft geweigert einen Rollstuhl zu benutzen und sich mit schlecht sitzenden Prothesen herumgequält. Man nannte ihn störrisch, aber anders wäre er vielleicht nie bis hier hin gekommen?

In den sechziger Jahren war er zur Kur und traf dort meine Oma. Der Klassiker. Meine Oma ist auf den Tag genau 5 Jahre jünger als mein Opa . Genau genommen ist er also gar nicht mein Opa, aber daraus hat er nie auch nur den geringsten Unterschied gemacht. Er mochte Kinder sehr gern.

Am allermeisten liebte mein Opa aber die Sonne und seinen Garten, durch den er sich noch bis vor wenigen Jahren glücklich gewühlt hat.

Meine Lieblingserinnerung ist diese: Wenige Tage vor meiner Einschulung reisten meine Grosseltern bei uns an. Ich erzählte ihm von  meinem dringensten Wunsch, nämlich dass an meiner Zuckertüte oben noch mehrere kleine Zuckertüten hängen sollten. Er verriet mir einen Trick wie ich diesen Wunsch verwirklichen könnte. Und zwar sollte ich jeden Abend im Bett meine Hände mit den Handflächen aufeinander legen und dann drei mal zwischen den Daumen hineinpusten. Ich verfolgte dieses Ritual mit grosser Ernsthaftigkeit und was soll ich sagen? Es hat geklappt.

Ruhe in Frieden, lieber Opa.