Weihnachten bei Biologen

Auf Arbeit wird ja auch jedes Jahr festlich geschmückt.

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Eine besinnliche Woche im Advent

Montag: 8 Uhr fährt das Uniauto mit dem Chef drin vor. Ich nehme meinen Rucksack, steige ein und dann fahren wir zum ich weiss nicht wievielten Male in diesem Jahr die 400 km in die Fischforschungsstation. Wir sind beide etwas grummelig, denn diese Fahrt wäre eigentlich nicht nötig gewesen und wir hätten beide durchaus eine Menge andere Dinge zu tun. Dank Wintertempolimit (80) zuckeln wir also 6 Stunden durch die Gegend. Immerhin wird es immer winterlicher je östlicher und nördlicher wir kommen und alles sieht so schön aus. Kaum angekommen vermessen wir eben noch einmal die 420 Fische in der eiskalten Fischhalle, tauen uns danach in der Sauna wieder auf und sitzen dann noch bis fast Mitternacht in der Küche und malen Graphen in den Computer. Wir stellen fest, dass uns dieser ausserplanmässige Besuch richtig gute und interessante Daten beschert hat und sind versöhnt.

Dienstag: 8 Uhr lassen wir uns zur Besprechung nieder. Wenn wir schon mal da sind. Zwei Stunden später sammeln wir die 420 Fische ein um sie nach draussen zu bringen und nun endlich das Experiment zu starten. Und dann läuft es, wie es dort eben immer so läuft. Das Quad springt plötzlich nicht mehr an. Einer holt sein Privatauto, aber da sitzen noch zwei Hunde drin. Eine Minute später spaziere ich mit zwei grossen, aber ausserordentlich gut erzogenen Jagdhunden an der Leine zwischen Fischbecken umher. Gerade wollen wir die Fische in die Becken giessen, da reisst der Techniker die Tür des Wohnwagens, in dem die ganze Technik steht, auf und ruft: Halt! Ich muss eben noch ein technisches Problem beheben.

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11:28 Hellste Stunde des Tages.

Aber irgendwann sind die Fische da wo sie hinsollen, wenig später sitzen wir wieder im Auto und ich vertreibe mir die Zeit mit dem Korrekturlesen von zwei Bachelorarbeiten. Die Familie, soeben auf dem Rückweg von der Turnhalle, liest mich an der Uni auf und um 19 Uhr lassen wir uns am Abendbrotstisch nieder.

Mittwoch: Aus diversen Gründen, unter anderem weil der Bautenzug meiner Gangschaltung gerissen ist und ich weder Zeit noch Lust habe zu laufen, arbeite ich zu Hause. Nebenbei noch die eine oder andere Weihnachtssache erledigen wäre schön, aber ich komme nicht dazu. Immerhin schaffe ich es im mittäglichen Schummerlicht eine halbe Stunde lang frische Luft zu schnappen. Kurz vor 18 Uhr fahren wir mit dem Auto die 200 Meter bis zur Schule. Weihnachtsfeier. Die Drittklässler, die seit wenigen Wochen Blockflöte lernen, flöten uns etwas vor, wir singen gemeinsam Weihnachtslieder, ein paar Jungs erzählen Witze und die Mädchen haben wieder Tanzaufführungen vorbereitet. Fünf Minuten nachdem das Buffett eröffnet wurde stehen wir, noch kauend, wieder auf. Pauline muss noch zur Generalprobe für die Weihnachtsshow des Gymnastikvereins, sage ich entschuldigend zur Lehrerin. Ach ja, sagt sie und lacht, da müsste ich eigentlich auch gerade sein. Der Iso rast mit Pauline ans andere Ende der Stadt, ich laufe nach Hause, setze mich an den Schreibtisch und starre eine Stunde lang die zu schreibenden Weihnachtskarten an.

Donnerstag: 8 Uhr verlasse ich das Haus, fahre im schwersten Gang in die Uni und fange endlich an mein Manuskript zu überarbeiten. Denke, tippe, mache. 15 Uhr springe ich auf und fahre im schwersten Gang zur Fahrradwerkstatt. Von dort laufe ich an’s andere Ende der Innenstadt und lasse mir eine Grippeschutzimpfung verpassen. Als ich um 16 Uhr aus dem Ärztehaus komme piept mein Handy: Dein Fahrrad ist fertig. Eine grossartige Werkstatt habe ich da aufgetan! Ich laufe also zurück und fahre, aaaah so leicht, nach Hause. Dort steht freundlicherweise das Abendessen parat. Dann springe ich wieder auf und bastele Pauline mithilfe von Haarspray, einem Haarnetz und einer Menge Haarnadeln einen Dutt auf den Kopf. Wir steigen ins Auto und fahren zur Weihnachtsshow. Unterwegs schaue ich bedauernd in Richtung Stadtkirche. Dort fängt gleich das Weihnachtskonzert des Lieblingschors, zu dem ich doch jedes Jahr gehe, an. Bei der Weihnachtsshow ist bereits Pause. Gern hätte ich mir alles angesehen, aber das war beim Besten willen nicht zu schaffen. Ich zahle 10 Euro Eintritt um mir die letzte halbe Stunde anzusehen. Die ist allerdings wirklich sehr sehenswert. Paulines Klassenlehrerin sehe ich über die Bühne schweben. Und die Männergruppe, die wirklich sehr lustig sind. Als letztes sind die 9-10 Jährigen dran. Fünfzig Glitzermädchen aus 5 Mannschaften, die gemeinsam eine richtig schöne Aufführung machen. Dann habe ich einen Ohrwurm: Maailma on kaunis…

Freitag: Um 7 Uhr versuche ich das arme Kind aus dem Bett zu pelzen. Morgen kannst du ausschlafen, höre ich mich sagen und dann schlage ich mir die Hand vor den Mund. Äääh, am Sonntag. Nach der Uni habe ich einen Termin beim Optiker. Dort verbringe ich 1,5 Stunden und verprasse meine üppige Steuerrückzahlung für meine erste Gleitsicht(!)brille. Herrje. Noch im Brillenladen fühle ich mich zunehmend matschig, vermutlich die Impfung. Aber wo ich doch schonmal im Einkaufszentrum bin, erledige ich noch eben die letzten Weihnachtseinkäufe. Gegen 20 Uhr bin ich zu Hause und gehe ohne Umwege ins Bett.

Samstag: 6:45 Uhr klingelt der Wecker. Frühstück und erneutes Frisurenbasteln. Ich fühle mich noch matschiger. Der Iso fährt Pauline zur Turnhalle und macht den Wocheneinkauf. Ich erledige Dinge, die schon die ganze Woche über liegen geblieben sind. Als er zurückkommt, klatschen wir uns ab und ich fahre zur Turnhalle. Dort zahle ich 5 Euro Eintritt und sehe mir Paulines Wettkampfauftritt an. Super.

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Und dann! Dann fahren wir nach Hause, ich backe einen Mohnstollen und während ich ihn genüsslich kaue, geniesse ich den Gedanken für dieses Wochenende nirgends mehr hin zu müssen. Und dann wird mir endlich wieder weihnachtlich zu Mute.

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Was in Deutschland „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist hier der Film „Lumiukko“. Jedes Jahr an Heiligabend wird er im öffentlichen Fernsehen ausgestrahlt und für viele Finnen ist er fester Bestandteil des Tages.

Ich kannte die Geschichte zuerst als Buch. Vor einigen Jahren streifte ich in der Adventszeit durch die Kinderabteilung einer deutschen Buchhandlung, auf der Suche nach einem Geschenk. Ich sammelte eine Handvoll Bücher ein und versank mit ihnen in einem weichen Sessel mit riesigen Ohren. Es waren allesamt schöne Bücher, aber „Der Schneemann“ von Raymond Briggs war mit Abstand das Schönste. Ich schlug die erste Seite auf und konnte gar nicht anders als es mir ganz in Ruhe bis zum Ende anzusehen. Eine ganze, richtige Geschichte, die komplett ohne Wörter auskommt. Mit kleinen, feinen Buntstiftzeichnungen, die so gut sind, dass sie einen sowohl froh, als auch traurig machen können.

Ich hatte bis dahin schon oft von DEM Weihnachtsfilm in Finnland gehört, in dem es um einen Schneemann gehen sollte, aber es brauchte noch ein paar Jahre bis ich die zwei in Einklang brachte. Und letztes Jahr in der Weihnachtszeit, da sah ich ihn mir endlich einmal an. Das Buch hatte ich seither nicht mehr angesehen, es war ja wie gesagt ein Geschenk gewesen. Aber der Film trug deutlich dessen Handschrift und funktionierte auch ganz genauso. Nur Bilder und Musik, kein einziges Wort. Mal abgesehen von einem Lied, das von einem Jungen gesungen wird. Und was für ein schönes Lied.

Jedes Jahr im Dezember wird der Film ausserdem in unserem Stadttheater vorgeführt. In Begleitung des Sinfonieorchesters. Und als ich Anfang November Karten dafür buchen wollte, da waren die insgesamt vier Veranstaltungen schon fast komplett ausverkauft. Aber ich ergatterte noch zwei in der ersten Reihe. Da sie eben fast als einziges noch frei waren, dachte ich mir, dass die erste Reihe hier vielleicht nicht die Beste ist. Aber das war sie. Wir sassen direkt vorm Orchester (einen Orchestergraben in dem Sinne hat unser Theater nicht) und hatten sowohl die Musiker, als auch den Film genau im Blick. Und der etwa achtjährige Junge, der nicht nur unglaublich niedlich aussah, sondern mit einer wunderschönen, klaren Stimme „Avaruus“ sang, der stand genau vor uns.

Pauline, die den Film zum allerersten Mal sah, war auch begeistert. Und sie bewunderte den Jungen. Für seine schöne Stimme und den Mut sich vor ein ausverkauftes Theater zu stellen und zu singen. Ausserdem sah sie immer wieder rüber zur Harfenistin, die sie an ihre beste Freundin erinnerte. Wir stellten auch fest, dass es gar nicht mal so einfach ist immer punktgenau zum Film zu spielen. Lichtschalter an – aus – an – aus, das muss man erstmal treffen. Aber das Orchester hat das ziemlich gut gemacht. Hach, es war so ein Abend wie man ihn nur jedem im Advent wünschen kann. So wohlig.

Also, falls ihr den Film noch nicht kennt und mal 25 Minuten übrig habt, dann schaut ruhig mal:

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Winterfest

Es muss im Februar gewesen sein, da rutschte mein Fahrrad mal wieder auf dem vereisten Radweg davon und begrub mich unter sich. Ich begann unflätig zu fluchen, stand auf (und sah mich hektisch um – so finnisch ist man dann schon nach all den Jahren), rieb mir das schmerzenden Knie, trat gegen das blöde Fahrrad, dann gegen das blöde Eis und humpelte, das Fahrrad schiebend und weiter schimpfend wie ein Rohrspatz, die letzten 2 km nach Hause. Denn in dem Moment hatte ich mir geschworen erst wieder Fahrrad zu fahren wenn die letzten Schneeflocke geschmolzen wäre. Und noch etwas schwor ich mir, denn mir war klar, dass ich womöglich nicht mehr lange mit nur einem Riesenschreck und einem Riesen-blauem Fleck davon kommen würde: Bevor ich das nächste Mal im Winter Fahrrad fahre, schaffe ich mir Winterreifen mit Spikes an.

Nun habe mir auch im Jahre 2003, als ich mit Influenza darniederlag und es mir wirklich, wirklich, richtig schlecht ging, also da habe ich mir auch geschworen mich von nun an jedes Jahr impfen zu lassen. Und wie oft habe ich das seither gemacht? Genau. Nie.

Denn wenn ich etwas richtig gut kann, dann ist das prokrastinieren. Abend für Abend auf dem Sofa liegen und missmutig daran zu denken was alles zu tun wäre. Zu überlegen, dass ich doch endlich mal mit den Fotobüchern anfangen sollte, mit denen ich 3 Jahre im Rückstand bin oder, dass ich endlich mal das tolle Futterhäuschen aufhängen sollte, das ich vor 2 Jahren geschenkt bekam. Am nächsten Abend fällt einem außerdem noch ein, das man schon wieder ewig nichts mehr ins Blog geschrieben hat und am übernächsten, dass bald Winter ist und man Spikereifen braucht und dann, dass im Winter immer Grippewelle ist. Und dann wird einem vor lauter zu erledigenden Dingen ganz schwindelig.

Der Iso predigt mir seit 23 Jahren To-do-Listen. Das mag ein schönes Konzept sein, ich habe auch schon mehrmals welche geschrieben. Die nehme ich dann mit auf’s Sofa und lese sie mir immer wieder durch.

Weil ich mir aber langsam selbst auf den Geist gehe, habe ich mir nun das 3-Punkte-System ausgedacht. To-do-Listen, ja. Aber zusätzlich muss ich, und zwar bevor ich mich auf’s Sofa fallen lasse, täglich 3 Dinge davon erledigen. Also, nicht etwa ein ganzes Fotobuch erstellen, Winterreifen aufziehen und dann einen Blogeintrag darüber schreiben, klar. In realistischem Maße. Eine Seite im Fotobuch erstellen, im Internet recherchieren wie man ein Vogelhaus aufhängen könnte, wenn man keinen Ast zur Verfügung hat (die Bäume sind alle zu groß) und mal raus gehen und gucken welche Größe die Fahrradreifen haben. Zum Beispiel. Dann hat man vielleicht 30 Minuten aufgewendet, ist überall einen Schritt weiter gekommen und kann danach auf dem Sofa – weil man nun nicht mehr über den Berg zu erledigender Dinge nachdenken muss – ein Buch lesen. Und Montags hat man frei.

Ich mach das jetzt seit September. Vorsichtshalber habe ich niemandem davon erzählt, falls ich nämlich – und das hätte mich auch nicht überrascht – nicht länger als eine Woche durchhalte. Aber es klappt. Manchmal ist es vielleicht schon Schlafenszeit, bevor ich überhaupt Zeit hätte mit irgendeinem Listenpunkt anzufangen. Dann versuche ich mich an 3 Dinge zu erinnern, die ich an dem Tag schon gemacht habe, und die vielleicht auch zählen könnten. Zum Beispiel fällt mir ein, dass ich eine Maschine Wäsche gewaschen, mit dem Kind Heimatkunde gelernt und für die Familie Abendbrot gemacht habe und gehe dann schlafen. Vielleicht veralbere ich mich so selbst, indem ich Dinge an den Haaren herbei ziehe, aber theoretisch könnten die ja auf der Liste stehen. Außerdem lag ich nicht jammernd auf dem Sofa.

Und: ein Fotobuch steht im Regal, das Zweite ist fast fertig. Das Vogelhäuschen hängt (an einem Laternenpfahl für Gräber), macht Blau-, Kohl- und Weidenmeisen satt und mich glücklich. Das Fahrrad fährt sich mit insgesamt 722 Spikes sehr gut auf 3 mm Schnee (ausserdem ist es geputzt und generalüberholt – nicht durch mich, aber ich habe die Werkstatt ausfindig gemacht und das Fahrrad hingebracht) und der Termin für die Grippeschutzimpfung ist in zwei Wochen. Unter anderem.

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Oh, beach please!

Vorhin stolperte ich über diesen Spruch und er entsprach genau meiner Meinung. Ich setzte mich also an den Computer und klickte mich seufzend durch die Urlaubsfotos. Wieder und wieder und wieder. Hach! Wollt ihr eigentlich auch noch welche sehen?

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Ein Zoobild, aber trotzdem ein Prachtkerl. Mit Prachtnase :)

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Lieblingspark.

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Oh, mountains please!

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Und beach!

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Lustiges Kerlchen.

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Noch einer.

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Ein Kind geht durch Mangroven.

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Oh, rainforest please!

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Der sieht jetzt natürlich auf dem Bild winzig aus.

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Man muss aber bedenken wie gross dort die Blätter sind.

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Der hier hat auch nur gerade so auf’s Bild gepasst.

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Affenperspektive. Mir wird jetzt noch ganz zittrig.

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Bananas please!

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Aus der Reihe: Lustige Strassenschilder. (In den Arabischen Emiraten. In Australien.)

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Ach, November!

Trotz Urlaub ist es wie jedes Jahr. Das Einzige, was mich interessiert, ist essen und schlafen…

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Njam?!?

In Mozarts Requiem letzten Mittwoch war es ganz und gar wunderbar. Gänsehautüberschauert verliessen wir die Kirche und schauten noch kurz in einem kleinen Laden vorbei. Die Freundin inspizierte das Eis im Kühlregal, drehte sich plötzlich zu mir um und fragte: Ist DAS das, was ich denke? Mein Blick folgte ihrem Zeigefinger und besah sich die Eispackung. Ich blinzelte kurz, las noch mal und sagte dann entschieden: Nein! Sicher nicht!

Nun sind wir beide lange in Finnland genug um zu wissen, dass die Finnen Lakritze über alles lieben und es alle möglichen Süssspeisen mit Lakritze gibt. Da wäre Lakritzeis, Lakritzsosse für Eis, Lakritzschokolade, Lakritzkuchen und Lakritzschnaps. Neben tonnenweise einfach nur Lakritze, natürlich. Wir sind auch beide lange genug in Finnland um zu wissen, dass die Finnen Blauschimmelkäse über alles lieben und gern an jegliches Essen geben. Er kommt standardmässig auf Pizzas, an Aufläufe, Sossen, Salate, Dips, Suppen und herzhaftes Gebäck. Zeige mir ein finnisches Restaurant, dass nicht mindestens ein Gericht mit Blauschimmelkäse hat. Im Übrigen findet das meine Zustimmung, ich liebe Blauschimmelkäse auch. (Lakritze kann mir gestohlen bleiben.) Ich habe mir sogar schon angesehen wie finnischer Blauschimmelkäse hergestellt wird.

Aber beides zusammen?

Ich runzelte die Stirn, nahm doch vorsichtshalber mal die Eispackung aus dem Regal und las mir die Zutaten durch. Und dann war es doch das was die Freundin dachte.

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Wegen Schockzustand konnte ich kein scharfes Foto machen.

Natürlich mit lustigen Kühen, wie auf allen Produkten dieser Firma. Und laktosefrei. Finnischer geht’s nun wirklich nicht.

 

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Wie so’n Faschingskostüm

Das dachte ich gestern Morgen, als ich kurz vorm Verlassen des Hauses nochmal in den Spiegel sah. Die leicht gebräunte Nase, die zwischen Mütze, Schal und all den Schichten warmer Sachen herauslugte, war das Einzige, das mir bekannt vorkam.

Es fühlt sich an als hätten wir einen Zeitsprung gemacht. Von Sommer- auf Winterkleidung, draussen liegt Schnee (oder lag, heute regnet es), die Bäume sind kahl und die Geschäfte sind voller Weihnachten. Weihnachten!

Vielleicht ist das der Grund, warum es sich so anfühlt als wären wir nicht drei Wochen fort gewesen, sondern ein halbes Jahr. Oder weil wir so unfassbar viel Tolles erlebt haben. Oder weil sich inzwischen so viel aufgetürmt hat.

Das Wieder-Einleben, nämlich, fällt schwer. Wir haben Jetlag und sind müde, müde, müde. Und überrollt von den Trillionen Dingen, die erledigt werden müssen. In der Schule, auf Arbeit und zu Hause. Man kann nicht mal in Ruhe Geburtstag haben.

Aber heute Abend! Da setze ich mich in eine Kirche und lausche Mozarts Requiem. Und wenn ich nicht ausversehen einschlafe, dann laufe ich danach bestimmt wieder im richtigen Takt.

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Herbstferien 2018, Tag 21

Der eigentlich letzte richtige Urlaubstag war gestern. Seit heute Morgen, gerade als die Hähne im Dorf anfingen zu krakeelen, sind wir auf der Rückreise. Die 5-stündige Autofahrt zurück nach Kuala Lumpur war ein Klacks im Vergleich zu Mittwoch (es lag lediglich ein Baum auf der Straße, aber so, dass man ihn umkurven konnte). Von dort ging es weiter nach Singapur, wo wir die Nacht im Flughafenhotel verbringen. Den Pool mit Blick auf den Tower haben wir nur von außen besichtigt. Stattdessen habe ich mich im Zimmer in die Badewanne gelegt und die letzten drei Wochen Revue passieren lassen. Einundzwanzig grandiose Tage voller Familienzeit, Abenteuer, Erholung und Glück. Morgen gen Norden und Schnee.

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Herbstferien 2018, Tag 20

Ich würde vielleicht nicht unbedingt sagen, dass ich unter Höhenangst leide, aber ein zunehmendes Unbehagen in luftigen Höhen war in den letzten Jahren zu verzeichnen. So gesehen war dieser Urlaub mit Riesen-Riesenrad, wilder Himmelsbrückeh in den Bergen und Fernsehturms mit Glasboden so eine Art Kontakttherapie. 

Heute habe ich gesehen wie Affen so wohnen. Wir sind einen Baumwipfelpfad gelaufen. Nun sind Baumwipfel im Regenwald hoch. Sehr hoch. Und der Pfad besteht aus superschmalen, ziemlich langen Hängebrücken, die bei jedem Schritt lustig auf- und abwippen. Ich erinnere mich gut daran wie ich mal als Kind im Zoo eine Ewigkeit fasziniert vor einem Affengehege stand und mich nicht sattsehen konnte. Ich wünschte mir sehnlichst auch so ein Äffchen zu sein und locker flockig herumturnen und mich von Ast zu Ast schwingen zu können. Heute dann wollte ich kein Affe mehr sein. Puuuuh.

Der Baumwipfelpfad scheint hier die Hauptattraktion zu sein. Gestern war er, wie jeden Donnerstag, geschlossen. Das fanden wir zunächst etwas schade, heute bemerkten wir aber, dass das unser Glück war. Gestern begegneten wir viel mehr Tieren als Menschen. Heute war das umgekehrt. Zum Glück schlugen wir später noch einen anderen Wanderweg ein und schlagartig war der ganze Rummel vorbei. Und wir sahen Gibbons (neidlos) in den Bäumen turnen und Argusfasane am Boden stolzieren. Die Blutegel haben wir dann heute auch mitgenommen. Im wahrsten Sinne des Wortes, ähem.

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Herbstferien 2018, Tag 19

Im Regenwald ist alles gigantisch. Die Schmetterlinge so groß wie meine Hand, die Ameisen wie mein kleiner Finger, die Warane wie ein Kleinkind und die Bäume wie… ja wie Riesen. Wir sind 5 km gewandert und haben einen Gipfel von sagenhaften 344 Metern erklommen. Danach waren wir fix und fertig und hatten gefühlt jeder 10 Liter ausgeschwitzt. (Übrigens haben wir zu Hause den ersten Schnee der Saison verpasst). Aber es war so toll und aufregend. Einfach da zu stehen, in diesem grünen Dickicht und dem Wald zuzuhören. Es ist unglaublich laut und das sind alles Tiere. Um Ecken zu biegen und aufgeregt darauf zu warten was nun wieder kommt. Wir haben außerdem noch etliche Bananenhörnchen gesehen (habt ihr schon mal einen schöneren Tiernamen gehört?) und das Allercoolste war der gar nicht mal so kleine Skorpion. Großartig!

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Herbstferien 2018, Tag 18

Uff, ich brauche Urlaub. Auf der 5-stündigen Autofahrt heute bin ich um ein paar Jahre gealtert. Zunächst etwa 1,5 Stunden durch das Autobahnwirrwarr im Großraum Kuala Lumpur. Hui. Dann weiter auf der Autobahn durch die kurvigen Berge. Hui. Dann ein Stück entspannt und die letzte Stunde nochmals kleine, sehr kurvige, wilde Straßen. Hui. Und das alles mit hohem Verkehrsaufkommen und lauter scheinbar todeshungrigen Malaysiern. Aber auch spannend. Am besten hat mir das Straßenschild mit dem Elefanten drauf gefallen. Wir sind um Kühe und Hühner gekurvt. Und wurden mancherorts sehr neugierig beäugt. Einen Großteil der Strecke sind wir übrigens durch Ölpalmenplantagen gefahren. Die sehen sehr hübsch aus und ihr ökonomischer Wert ist unübersehbar. Im Vergleich zu Langkawi sahen die Dörfer unterwegs ziemlich wohlhabend aus und auch die Infrastruktur war meines Erachtens nach für Malaysia ausgezeichnet. Aber wenn man sich vorstellt, dass weite Teile dieser Plantagen vorher Regenwald waren und was die Rodungen, die Monokultur und der massive Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln für Auswirkungen haben, dann wird einem schwer ums Ökologenherz. Bis heute wusste ich gar nicht, dass Malaysia eins der führenden Länder in der Palmölproduktion ist. Jetzt sind wir am Nationalpark Taman Negara, in dem immerhin der wohl älteste Regenwald der Welt geschützt wird. Gesehen haben wir noch nichts, wir kamen gerade so vorm Dunkelwerden an, aber die Geräuschkulisse auf dem Weg zu einem Restaurant war vielversprechend.

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Herbstferien 2018, Tag 17

Weil wir uns heute Morgen auf kein anderes Ausflugsziel einigen konnten, versuchten wir noch einmal unser Glück mit dem Fernsehturm. Von einer anderen U-bahn-Station aus war der Eingang auch gut zu finden und wir mussten auch nur 1 km an stark befahrenen Straßen entlang spazieren. Es ist erstaunlich um wie viel voller, lauter und chaotischer Kuala Lumpur im Vergleich zu Singapur wirkt. Singapurs Strategie Autos von den Straßen zu bekommen, indem Auto fahren sehr teuer ist und der öffentliche Nahverkehr richtig gut ausgebaut und ziemlich preiswert, scheint aufzugehen. Noch im Wald dröhnte uns der Straßenlärm in den Ohren. Auf dem Fernsehturm war es richtig toll. Obwohl die Sicht heute nicht die Beste war, war der Ausblick sehr beeindruckend. Wir sahen deutlich wo wir gestern herumgeirrt waren und weil wir uns am Morgen mit sämtlichen Sehenswürdigkeiten beschäftigt hatten, entdeckten wir sie fast alle über die Stadt verteilt. Das Besondere am Menara Fernsehturm sind die zwei Glasboxen, die über die (übrigens offene) Aussichtsplattform heraus ragen. Also, die sind ganz aus Glas, auch der Boden. Ich war mir vorher sicher, dass ich dort niemals drauf treten und lediglich als Fotograf fungieren würde, aber dann habe ich mich doch getraut. Wow! Und am Abend waren sogar noch Lust und Kraft übrig um funkelnde Wolkenkratzer zu gucken. Morgen früh heißt es wieder Tasche packen und weiter zur letzten Station. Auf dem Lande ist es wohl nicht so mit dem Internet. Wenn ihr nichts von mir hört, stellt euch uns einfach mitten im Regenwald vor. Dem ohne Straßenlärm.

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Herbstferien 2018, Tag 16

Das Gute an ausgedehnten Urlaubsreisen, auf denen man viel Zeit hat viel zu sehen, ist: wenn mal ein Murkstag kommt, an dem nichts so läuft wie gedacht, dann ist es auch nicht weiter schlimm. Aus dem Besuch des Fernsehturms heute wurde jedenfalls nichts, weil wir ihn schlicht und einfach nicht fanden. Das ist so bizarr wie es sich anhört, denn erstens ist er eins der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kuala Lumpur und zweitens ist so ein Fernsehturm auch nicht zu übersehen. Wir sahen ihn auch, standen quasi davor. Er ist aber von einem großen Stück geschützten Regenwald umringt, den wir durchlaufen wollten. Dieses Naturschutzgebiet hat nur zwei Eingänge und der, den wir ansteuerten, war geschlossen. Der andere war irgendwo… 2 km entfernt, wo genau, keine Ahnung. Könnte man ausschildern, muss man aber offensichtlich nicht. Wir liefen also eine ganze Weile durch die flirrende Hitze an einer stark befahrenen Straße entlang und als das aussichtslos schien, kehrten wir um und liefen eine noch stärker befahrene Straße entlang. Dann kippte die Stimmung meiner zwei Reisegefährten und wir taten das einzig Richtige. Wir fuhren zurück ins Hotel, nahmen den Fahrstuhl in die 30. Etage, sprangen in den Pool auf der Dachterrasse und genossen gut gekühlt den Ausblick von dort. Am Abend, so dachten wir uns, könnte man sich ja noch einmal in das Getümmel draußen stürzen und sich die wohl glitzernde und funkelnde Stadt anschauen. Aber dann stellte sich heraus, dass wohl irgend etwas mit Paulines und meinem Mittagessen, wir hatten uns ein Gericht geteilt, nicht ganz in Ordnung war. Und ach, so ein Hotelbett kann auch sehr bequem sein. Ich liebe meine Reisegefährten dafür, dass wir zusammen so gemütlich sein können. Alles kann, nichts muss.

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Herbstferien 2018, Tag 15

Wie sagte der Iso vorhin so treffend: Wie kann denn schon wieder ein Tag vorbei sein? Irgendwie vergeht die Zeit  in Asien doppelt so schnell. Wir haben wieder als erstes das Wahrzeichen der Stadt, die Petronas Türme, besucht. Sie galten bis zur Fertigstellung des Burj Khalifas als höchste Wolkenkratzer der Welt, wobei das wohl nicht ganz stimmte. Aber große Häuser jedenfalls. Man kann dort hoch fahren und die Aussicht genießen, aber weil auch noch der nahegelegene Fernsehturm auf dem Plan steht, haben wir uns das geschenkt. Stattdessen haben wir uns den dazugehörigen Park angeschaut, Pauline hat sich zwischen die einheimischen Kinder gemischt und sich im großen Wasserbecken erfrischt und wir waren auf Wunsch zweier Damen im angeschlossen Shoppingtempel. Und dann war der Tag, wie gesagt, auch schon um.

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