Was ich dieses Wochenende gemacht habe?

Dem Schnee beim Schmelzen zugesehen.

IMG_0424IMG_0427IMG_0426IMG_0428

18 cm down, 63 to go…

Veröffentlicht unter Suomi | 2 Kommentare

Osterferien, Tag 9

Frohe Ostern! Ich hatte mich ja sehr gefreut, dass wir es endlich – zum ersten Mal seit Paulines Geburt – geschafft hatten zu Ostern in Deutschland zu sein. Zum ersten Mal könnte sie Ostereier draußen suchen, in einem großen Garten mit unzähligen super Verstecken. Da wo ich schon als Kind selbst schon gesucht hatte. Nun, das klappte auch. Aber da wir bei 3 Grad und zunächst  Regen, dann dichtem Schneetreiben mit roten Nasen um die Wette zitterten, waren wir alle froh als schließlich alles gefunden war. (Bis auf das obligatorische letzte Ei, das liegt jetzt immer noch richtig gut versteckt alleine da draußen und friert.)

312A1FBC-B88B-40CD-ABD6-53A2D3D7A03BJetzt sind die Ostereier im Rucksack verstaut und fliegen morgen mit uns zurück nach Hause.

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Früher, Mutterland, Räupchen, Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 8

Woran man übrigens merkt, dass der Iso inzwischen auch in Deutschland angekommen ist:

Als wir den Rummelplatz verließen war allen Familienmitgliedern schlecht. Vater und Kind weil sie vielleicht einmal zu viel mit einem zu wilden Gerät gefahren waren und Mutter weil sie… ähem… in der Zwischenzeit vermutlich zu viel gegessen hat.

Veröffentlicht unter Ausgeflogen | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 7

Alles Liebe zur Goldenen Hochzeit, Mama und Papa!

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Ausserdem | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 6

Gründonnerstag. Eine Tradition die meine Eltern wohl schon immer pflegen, die aber bisher komplett an mir vorbei gegangen ist, ist am Gründonnerstag etwas Grünes zu essen. Als nun meine Mama deshalb gestern schon für heute grüne Bohnen ankündigte, freute ich mich sehr. Pauline aber verzog das Gesicht und meinte, sie würde lieber einen Frosch essen. So bekam sie also Frösche kredenzt. Gummifrösche.

Sonst ist heute nichts weiter passiert, wir haben diverse Vorbereitungen getroffen, ein paar Minuten in der Sonne gesessen und kurz darauf dicke Hagelkörner bewundert. Es scheint April zu werden.

5A0EEB2A-1667-4EF3-BE0F-CB6194C76176

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Mutterland, Räupchen | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 5

Regentag. Deshalb habe ich heute nur den obligatorischen Einkaufsbummel gemacht und das obligatorische Petit Four gegessen. Nomnom.

53058292-64EF-4BED-AA74-534F75DCF310

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Mutterland | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 4

Heute waren wir im (was es nicht alles gibt) Thüringer Kloßmuseum. Ostern steht vor der Tür und es galt für das große Familienessen Klöße im Werksverkauf zu besorgen. Bei der Gelegenheit konnte man gleich mal vorkosten und sich zur Geschichte des Kloßes informieren.

Das Museum ist klein, aber fein und am Besten hat mir die Ausstellung der Klöße aller Art gefallen.

So ein Kuschelkloß Klaus musste dann natürlich mit uns kommen. Den können wir zu Hause neben die Kuschelbratwurst stellen :)

Und weil ich derzeit (völlig untypisch für mich, es muss am Frühling liegen) eine ganze Menge Hummeln im Hintern habe, waren wir am Nachmittag noch im Park spazieren. Ich finde den hat der Herr Goethe ziemlich schön geplant. Und es gab wieder Blüten zu bewundern.

F1370A31-5E5F-4C40-96A1-D23E039FAD0B

Am späten Abend sprach ich noch mit meinen Eltern über alte Zeiten. Ich liebe das, man muss nur warten bis man unter sich ist, denn für nicht-Dabeigewesene ist das in der Regel sterbenslangweilig.

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Mutterland, Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 3

Ein perfekter Urlaubstag. Am Vormittag mit Mama durch den Wald gestiefelt. Dort stehen riesige Buchen und ich weiß ganz genau wie sich ihre Rinde anfühlt, denn ich bin schon mit meiner Kindergartengruppe hier herum gestreunt. Es war übrigens nicht annähernd so trostlos wie es vielleicht auf dem Bild erscheint, denn die Vögel sangen was das Zeug hält und drei Spechte hämmerten um die Wette.

BEB51736-05DB-42A7-B1CD-F31BBA66E078Nach dem Essen drei Stunden Mittagsruhe und danach folgerichtig drei Stück Kuchen. Schließlich ein Spaziergang zum örtlichen Supermarkt, wo ich die Ostersüßigkeiten und das Teeregal erst inspizierte und dann leerkaufte. Mit Kräutertee ist es in Finnland eher schwierig. Bemerkenswert war, dass ich auch 16 Jahre nach meinem Wegzug einige der Kunden und 90% der Belegschaft kenne. Während Abi- und Studienzeiten habe ich hier jeden Freitagnachmittag und Samstag an der Kasse gesessen. Den Abend habe ich dann mit neuerworbenen Süßigkeiten und einer Zeitschrift in der großen Eckbadewanne ausklingen lassen. An Fische habe ich nichtmal da gedacht.

Pauline hatte vermutlich auch einen perfekten Ferientag. Sie saß mit der geliebten Cousine auf dem Sofa, aß Gummibärchen und daddelte an diversen Geräten. Ich tat in regelmäßigen Abständen meinen Unmut kund, aber davon ließ sich keiner beeindrucken. Nun denn, warum soll sie nicht auch mal einen Tag so verbringen wie sie es mag?

 

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Mutterland, Räupchen | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 2

Heute gar nichts weiter gemacht als die Sonne und den Frühling zu genießen. Vormittags mit dem Großneffen Würfeltennis spielend (hat er sich ausgedacht, Tennis mit Plüschwürfel und wer zwei mal eine 6 schlägt bekommt einen Punkt – ich habe natürlich 9:2 verloren) und Nachmittags auf einem Ostermarkt, sowie einer Terrasse, auf der der Schwesternrat tagte (große Ereignisse, Schatten usw.). Außerdem den 5 Monate alten, neuen Großneffen kennengelernt. Er hat die gleichen entzückenden Grübchen wie sein großer Bruder. Kein einziges Foto gemacht. Dann muss es eins von gestern tun, aber schließlich bin ich auch heute wieder begeistert Blumen! Bienen! rufend durch den elterlichen Garten gehüpft.

250376C1-5B45-46B8-8AB7-C136F298FF72

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Mutterland | Kommentar hinterlassen

Osterferien, Tag 1

Eigentlich gibt es in Finnland gar keine Osterferien. Aber Feste soll man feiern wie sie fallen und so haben wir Pauline schon wieder von der Schule freistellen lassen um schon wieder nach Deutschland zu fahren.

Von 75 zu 0 Zentimetern Schnee in weniger als 4 Stunden. Nach über 3 Monaten ununterbrochen Schnee fühlt sich das erstmal ziemlich merkwürdig an. Kann einem ganz schön ans Herz wachsen…

Deutschland empfing uns überaus liebenswürdig, es gab gar keine Situation, die Züge waren überpünktlich und nachdem wir den Tag mit -12 Grad begonnen hatten, konnten wir den Nachmittag im T- Shirt (!) auf der sonnigen Terrasse meiner Eltern verbringen. Aaaah!

Veröffentlicht unter Ausgeflogen | Kommentar hinterlassen

Hupsi

Das war jetzt eine lange, stille Zeit. Sicher könnt ihr alle das Wort ‚Schneefluff‘ nicht mehr sehen, was? Aber manchmal fehlt es einfach an Zeit und Muse. Vor allem Muse. Mal schauen, was in den letzten 6 Wochen so los war:

Pauline war zwei Mal krank. Das zweite Mal ziemlich heftig und so hat sie ihre Skiferien fast komplett im Bett verbracht, die Ärmste. Der Iso, der sich extra Urlaub genommen hatte um ganz viel mit ihr zu unternehmen, hockte also auch die ganze Woche zu Hause, machte Wadenwickel und kochte Tee.

Auch ich war zwei Mal krank (direkter Zusammenhang). Das zweite Mal ziemlich heftig, ich bin eine geschlagene Woche lang nur zwischen Bett und Sofa hin und her getorkelt. So schlecht ging’s mir nicht mehr seit der Grippe vor 15 Jahren. Vielleicht war’s wieder eine. Und ich bin noch immer schlapp. Über eine Woche nach dem letzten Fiebertag brauche ich immer noch 10 Stunden Schlaf pro Nacht, ich huste und belle und schniebe und schnaube.

Ich war zwei Mal in der Fischforschungsstation im Norden (kein direkter Zusammenhang). Wenn es dort noch ein paar Zentimeter schneit, dann wird es schwierig hinzufinden.

IMG_0311

Beim ersten Mal haben wir wieder Fische mit Mikrochips markiert. Ah herrlich, zwei lange Tage in einer sehr kalten, feuchten und dunklen Halle, die Hände immer wieder in 0.8°C warmes Wasser tauchen. Beim zweiten Mal dann echte Feldarbeit, draussen also mit den Füssen in 0.5°C warmen Wasser. Zum Glück mit Gummistiefeln und zwei Paar Wollsocken, das war in Ordnung. Beim Schneeschippen ist uns sogar so warm geworden, dass wir kurz die Jacken ausziehen mussten. (Gestatten, Pinni, Biologin. Zu meiner Arbeit gehörte unter anderem schon Schnee schippen um zu Fischen durchzudringen, Kaffeefilter rund schneiden um Raupen ein behagliches Zuhause zu schaffen oder Kabelbinder zu Stachelhalsbändern für Mäusemännchen winden.) Wie bei jedem Besuch haben wir ausgiebig beklagt, dass die Forschungsstation so verdammt weit weg ist. Aber schön ist es da halt schon.

IMG_0309

Im Fluss lagen lauter weisse Knöpfe.

IMG_0314

Dies ist nicht die Forschungsstation, sondern eine alte Mühle daneben.

Des weiteren hatten wir ein Wochenende lang Besuch und das war so toll, weil wir uns endlich Zeit nehmen MUSSTEN um Skier und Schlittschuhe zu fahren und weil die Sonne schien und überhaupt! Freunde zu Besuch!

Dann habe ich allen Zweitsemestern beigebracht wie man Fische seziert und Fischparasiten in allen möglichen und unmöglichen Organen finden kann. Das ist insofern bemerkenswert, als ich bisher selbst nur Fischaugen seziert hatte und mich entsprechend nur in dieser Region auskannte. Vielleicht ist es in Wahrheit mit allen Lehrern so, die tun immer nur ganz weise. Allerdings, die Übung macht’s! Schon bei der vierten Gruppe brauchte ich nur noch lässig mit einem halben Auge durch’s Mikroskop zu schauen und konnte sofort sagen: Ist ein redhead, ja. (zum Beispiel)

IMG_0303

Redhead, oder auch Camallanus lacustris, aus dem Darm eines Barsches. Man kann die Mikroskopansicht an die Wand werfen. Hübsch sind die ja.

Ausserdem hat Pauline ihr Zimmer gründlichst ausgemistet und quasi ihr gesamtes Spielzeug aussortiert. Letzten Sonntag dann haben wir also die Barbies, die Ponys, das gesamte Playmobil, die Bausteine, die Puppen und vieles mehr auf dem Fussboden einer Turnhalle ausgebreitet und verkauft. Alles weg. Uff, ich dachte eigentlich das würde erst in ein paar Jahren passieren, aber offensichtlich kann man auch mit fast 9 Jahren dem Spielalter entwachsen. Den Schreibtisch hätten wir übrigens auch gleich noch aussortieren können, denn Hausaufgaben macht das Kind neuerdings so:

DSCF6585

Und schliesslich haben wir noch ein verlängertes Wochenende in Helsinki verbracht. Vor einigen Wochen stellten wir fest, dass Pauline in diesem Jahr einen neuen Reisepass braucht. Eigentlich erst im Herbst, aber wie wir so darüber sprachen ging uns auf, dass man sich um solche Angelegenheiten eigentlich nur in den Schulferien kümmern kann. Denn man muss ja zur Botschaft und die wiederum hat nur Werktags zwischen 9 und 12 geöffnet. Also in den Skiferien. Das artet dann übrigens ganz schnell mal in den teuersten Pass der Welt aus, aber wenn man schon mal in der Hauptstadt ist, kann man ja auch gleich noch dort ein bisschen Urlaub machen.

Ich denke es war vor 14 Jahren als ich das erste Mal vom Heureka, dem Wissenschaftsmuseum in Vantaa las. Und seither wollte ich da gern mal hin. Ich würde sagen, es war allerhöchste Zeit, denn es war noch viel toller als ich es mir vorgestellt hatte. Es gibt so viel zu sehen und vor allem auch anzufassen. Alles ist super aufbereitet und erklärt. Hach! Paulines Lieblingsausstellungsstück war dies hier:

DSCF6597

Vater und Tochter fuhren unermüdlich abwechselnd…

DSCF6620

… ich habe gekniffen fotografiert.

Auch begeistert war sie von der Ideenwerkstatt, wo man sich unter anderem ein Auto bauen

DSCF6623

und dann Wettfahren lassen kann

DSCF6624DSCF6626

Meine Lieblingsattraktion waren selbstverständlich die Basketball spielenden Ratten. Oi (blinkende Herzchenaugen)!!!

DSCF6615

Dann haben wir noch Münzen mit unseren Köpfen drauf prägen lassen, ein Focaultsches Pendel bewundert und vieles mehr. Irgendwann nach etlichen Stunden haben wir Eltern schlapp gemacht und zum grossen Verdruss des Kindes zum Aufbruch geblasen. Ich würde sagen dieses Museum hat alles richtig gemacht.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Suomenlinna. Zum einen wollte ich der Familie mal zeigen wo ich mich immer herum treibe wenn ich mit der liebsten Freundin in Helsinki bin, zum anderen soll es dort besondere Pokemons geben und wir haben seit letztem Herbst eine begeisterte Spielerin in der Familie. Es war an diesem Tag allerdings sehr kalt (er fiel in den Zeitraum, den man in Deutschland wohl Russenpeitsche nannte) und so hielt der Handy-Akku nicht länger als 20 Minuten. Wir Menschen nur unwesentlich länger. Aber schön war’s trotzdem.

DSCF6637DSCF6638DSCF6641

Und ausserdem kann man ja zurück am Festland quasi direkt von der Fähre in die Sauna steigen. Und dann neben dem vereisten Hafenbecken schwimmen.

DSCF6650

Die nicht zu verachtende Strecke zwischen Schwimmbecken und Sauna war dieses Mal übrigens besonders interessant. Wir erinnern uns? Russenpeitsche. Eigentlich waren es nur -14 Grad, aber der Wind hat es sich viel kälter anfühlen lassen. Spaziere da mal nass im Badeanzug herum. Pauline war nicht das einzige Kind, dass äh… zu Tränen gerührt war. (Und dennoch war sie begeistert.)

Am dritten Tag schliesslich der Besuch in der Botschaft, wo man immer auf den einen oder anderen kuriosen Landsmann trifft. Pauline hat zum ersten Mal Fingerabdrücke und eine Unterschrift hinterlassen. Spannend. Schliesslich erledigten wir noch den obligatorischen Besuch im schwedischen Möbelhaus, wo sich das grosse Kind ein grosses Bett aussuchte.

IMG_0302

Ausserdem noch eine neue Decke und ein neues Kissen. Wie gesagt, das war nicht gerade der günstigste Pass.

So, jetzt wisst ihr Bescheid! Dieses Wochenende stand übrigens endlich nochmal im Zeichen des Wintersports. Aktuelle Schneehöhe: 70 cm. GROSSARTIG!

 

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Ausserdem, Räupchen, Suomi | Kommentar hinterlassen

Schneefluff

Manchmal, wenn es kalt genug ist und es einzelne Schneekristalle schneit und wenn es dazu noch absolut windstill ist, dann schichten sich die Sternchen, wo auch immer sie fallen, vorsichtig übereinander und es gibt Schneefluff.

D790EC7C-08A9-4807-BEFF-8AE6B1653DD4

Und manchmal schieben sich dann plötzlich die Schneewolken vor die Sonne und machen Märchenwaldlicht:

45B19221-D694-4504-8C56-27077096B585

Die Fotos entstanden letzten Mittwoch bei einem Homeoffice-Mittagspausenspaziergang, als ich eigentlich gerade in der 400 km entfernten Forschungsstation ankommen sollte. Aber am Vorabend, meine Tasche stand schon fertig gepackt im Flur, schrieb mir der Chef, er hätte zum ersten Mal seit 20 Jahren Fieber und wüsste nun auch nicht. Am Mittwochmorgen verschoben wir die Fahrt dann auf den Donnerstag und am Donnerstag auf nächste Woche. Das traf sich jedoch ganz gut. Denn Pauline verletzte sich im Hort beim Turnen den Daumen. Die Hortdamen schickten sie nach einem Telefonat mit uns nach Hause und gaben die Empfehlung zum Arzt zu gehen. Da es dann schon nach 16 Uhr war, rief ich also in der Notaufnahme an. Das ist jetzt neu, muss man machen bevor man hinfährt (von richtigen Notfällen abgesehen, natürlich) und ich verstehe das auch. Was bis zum nächsten Tag warten kann, muss nicht unnötig die Zeit von Leuten, denen es wirklich schlecht geht in die Länge ziehen. Nach ausgiebigem Telefonat mit vielen, vielen Fragen der Krankenschwester, sowie Rücksprache ihrerseits mit der Patientin hiess es dann: Kühlen, Schmerztabletten und am nächsten Tag zur Schulschwester. Nun ist Paulines Schulschwester aber nur zwei Mal pro Monat in der Schule, da es sich um eine kleine Aussenstelle einer grösseren Schule handelt und sich eine eigene Schwester für 100 Schüler wohl nicht lohnt. Auch verständlich, aber leider ist jeder zweite Freitag eben immer genau nicht der Tag an dem man sie bräuchte. Wir hätten nun zur grossen Schule fahren können, aber ich entschied mich direkt für das Ortsteilgesundheitszentrum. Da hatte ich (zum Glück) auch schon seit Jahren nicht mehr angerufen und war erfreut, dass man nicht mehr stundenlang in der Warteschleife warten muss, sondern sich einfach zurückrufen lassen kann („drücken sie die 1!“). Nach einer halben Stunde kam der Rückruf und wir hatten einen Arzttermin. Bei einer sehr jungen Ärztin, die sich fast sicher war, dass nichts gebrochen ist, aber nur fast und deshalb telefonisch Rücksprache mit einer anderen Ärztin hielt. Die empfahl: Schmerztabletten, weiter kühlen und wenn es in einer Woche noch weh tut, dann zum Röntgen gehen. Das fand ich ein bisschen seltsam und guckte vielleicht auch so, jedenfalls während die Ärztin das Rezept für 100 (!?!) Schmerztabletten ausstellte, überlegte sie sich, dass wir doch besser gleich zum Röntgen gehen sollten, bzw fahren, denn Röntgen gibt es nur im Gesundheitszentrum in der Innenstadt, neben dem Krankenhaus. Doch erst legte eine Krankenschwester noch einen Verband an, instruierte mich sogleich im Verbinden und gab uns noch eine Ersatzbinde mit. Dann also Röntgen und wieder nach Hause. Denn das Röntgenbild wurde zur Ärztin geschickt und die wollte sich nur melden wenn wir noch einmal zum Gipsen vorbei kommen müssten. Ich hörte nicht wieder von ihr und so war es also doch nur eine Prellung. Gut!

Am Freitag dann war ich dann aber wirklich richtig froh nicht in der Forschungsstation zu sein, denn nach wie vor beginnt der Iso sehr früh am Morgen zu arbeiten und wenn ich nicht da bin, dann ist Pauline morgens allein zu Haus. Nicht nur hatte sie am Freitag Namenstag, nein sie wachte auch (traditionell) mit über 39 Grad Fieber, fürchterlichen Kopf- und Halsschmerzen und Schwindel auf. Und einem Riesendurst. Das angereichte Wasser erbrach sie direkt wieder und ich fand das wäre für eine Achtjährige doch alles ziemlich doof gewesen, so ganz allein. Ich mutmasste, dass sie sich wohl am Vortag im Gesundheitszentrum die Grippe eingefangen hätte (und beschloss direkt nun wirklich nie wieder zum Arzt zu gehen), sah im Geiste schon die ganze Familie siechend im Bett liegen und mich auch diese Woche nicht in die Forschungsstation fahren. Aber nach einem Tag, an dem es ihr wirklich schlecht ging, war sie gestern nur noch blass und müde und heute war als wäre nichts gewesen. Der Daumen genas gleich mit. Alles gut!

Veröffentlicht unter Räupchen, Suomi | Kommentar hinterlassen

Woche des Wetters

Letzten Montag:
-15 °C und ein heftiger Wind, der es sich noch viel kälter anfühlen lässt. Ich öffne kurz den Mund um Luft zu holen, als der Wind hineinfährt und es sich einen Moment lang so anfühlt als würden mir augenblicklich alle Zähne ausfallen. Hatte ich so auch noch nicht. Dafür scheint so eine Art Sonne und ich mache den allerersten Spaziergang auf dem See des Winters. Schlittschuhe müsste man dabei haben.

IMG_0259

Am Dienstag
-24 °C, immer noch Wind, keine Sonne. Dafür ist alles komplett eingezuckert und sieht traumhaft schön aus. Nur bisschen frisch.

Mittwoch dann
-4 °C und Schneesturm. Den ganzen Tag lang fegt und schneit es. Morgens kommt man noch einigermassen mit dem Fahrrad durch, auch wenn es doppelt so anstrengend ist und doppelt so lange dauert. Auf dem Heimweg muss ich fast die komplette Strecke schieben. Dafür haben wir den halben Meter geknackt, aktuelle Schneehöhe 53 cm. YAY! Zu Hause angekommen sehe ich, dass der Wind etwa eben so viel unter unsere Autoüberdachung geweht hat.

IMG_0263

Hier ist die Hälfte schon geschafft. Ein Hoch auf die finnischen Monsterschneeschieber (nicht die kleinen da im Hintergrund, die waren nur für die Feinheiten).

Und Donnerstag
+4 °C und Regen. 28 Grad wärmer als vor 48 Stunden… Ich habe schon einiges an Glätte erlebt, aber DAS! Strassen und Gehwege sind mit einer zentimeterdicken Eisschicht bedeckt und als Clou schwimmt oben drauf eine Schicht Wasser. Selbst Pauline mit den absolut nicht rutschigen Winterschuhen liegt nach dem ersten Schritt aus dem Haus auf dem Po. Und als sie versucht wieder aufzustehen auf den Knien. Das Fahrrad lasse ich gleich stehen und eiere zur Bushaltestelle. Aber es scheint, dass selbst finnische Buse heute nicht zurecht kommen und nach 20 Minuten warten muss ich mich eben zu Fuss auf den abenteuerlichen Weg machen. Im Prinzip kann man nur auf den Schneehaufen an den Wegesrändern vorwärts kommen. Genau, da wo die ganze Hundekacke liegt. Schlittschuhe müsste man dabei haben.

Schliesslich am Freitag
+1 °C und Regen. Der Spass geht weiter. Ich war am Vortag allerdings so schlau meinen Laptop mit nach Hause zu nehmen und verlasse das Haus nicht. Ich gucke nicht mal raus.

Und dann Samstag
+0,5 °C Schnee, Regen und Schneeregen. Es ist ekelhaft und nass und finster und grau und widerlich. Als einzige Ausflugsmöglichkeit fällt mir der Supermarkt ein. So wie dem Rest der Einwohner unserer Stadt auch, dort ist so voll als wäre morgen Mittsommer.

Sonntag
-1°C und ab und an etwas Schnee, der gnädig die vereisten Wege und Strassen, die braunen Strassenränder und die kahlen Äste bedeckt. Der Winter geht endlich weiter.

IMG_0265

Veröffentlicht unter Suomi | Kommentar hinterlassen

Glückstage

Auch dieser Sonntag machte seinem Namen alle Ehre. Dieses Mal ohne Schnee, dafür mit gerade zufrierendem Meer in der Hauptstadt. Das Wasser schwappte zäh wie Brei durch den Hafen.

Manchmal muss man Traditionen etwas anpassen, und so verschoben wir das Freundinnenwochenende von November auf Januar. Aber sonst war alles gleich. Viel viel Reden und spazieren. Eigentlich ist Suomenlinna gar nicht so riesig, aber tatsächlich entdecken wir bei jedem Besuch neue Ecken und Wege. Und natürlich waren wir wieder schwimmen und aßen unfassbar gut. Am Sonntag, kurz vorm Abschied, als die Sonne wieder hinter den finsteren Wolken verschwand, entdeckten wir noch ein Café mit Tortenbufet. TORTENBUFET!

Eins dieser wunderbaren Wochenenden, von denen man ewig zehren kann.

 

Veröffentlicht unter Ausgeflogen, Suomi | 5 Kommentare

Licht!

In Mittelfinnland wurden im Dezember genau null Stunden Sonnenschein aufgezeichnet. Den letzten richtigen Sonnentag gab es Mitte November. Deshalb habe ich gestern, am letzten Ferientag, ausserordentlich gern den Wecker gestellt (denn wer bis um 12 schläft, hat die Hälfte des Tageslichtes verpasst).

Der ganze Wald hat geleuchtet.

DSCF6532DSCF6530DSCF6537

Pauline fand das mit dem Wecker und unsere Pläne nicht ganz so toll. Aber trotz -7 °C und eisigem Wind, der die gefühlte Temperatur auf -14 °C sinken liess und uns die geplante ausgiebige Pause nicht gewähren liess, und trotz völlig vereister Loipen, die ihr ein dickes blaues Knie bescherten, hat sie am Ende des Tages genauso glücklich gegrinst wie wir. Und war (zu Recht) stolz, die 10 Kilometer geschafft zu haben.

Den grössten Spass hatte sie übrigens in der Nähe einer Quelle:

DSCF6534

Das in der Mitte ist die Loipe. Wir Eltern hatten hauptsächlich Kopfkino.

Zu Hause wartete dann die heisse Sauna auf uns. Das war ein phänomenaler Ferienabschluss.

Veröffentlicht unter Räupchen, Suomi | Kommentar hinterlassen