Aus dem Häuschen

Heute Morgen, die Familie war gerade aus dem Haus, betrat ich unser Gärtchen. Ich sah meinen Hauch, aber die Sonne wärmte so sehr, dass ich trotzdem keine Jacke brauchte. Prüfend schaute ich auf die Stellen, in denen ich im Herbst die Krokus- und Schneeglöckchenzwiebeln vergraben hatte, und begann auf einmal zu quieken:

krookukset

Wie ein Frosch hüpfte ich aufgeregt hin und her und tatsächlich: überall weisse Spitzen. ÜBERALL!!! Ich setzte umgehend eine Textnachricht mit dieser wunderbaren Neuigkeit ab und wartete ungeduldig auf die Rückkehr der Familie zum Mittagessen. Kinder, rief ich dann (denn Pauline hatte eine Freundin mitgebracht), ich habe etwas ganz grossartiges im Garten entdeckt. Die beiden Mädchen, die schon seit gestern Geheimagenten spielen und überall auf der Suche nach verdächtigen Hinweisen sind, schauten mich voller Erwartung und Begeisterung an. Was denn, was denn? Die Krokusse kommen raus! Aha. Enttäuscht wandten sie sich ab. Ich bestand dann darauf die Nachspeisen-Heissgetränke gemeinsam mit dem Iso auf der Terrasse einzunehmen. Seit dem Fund am Morgen schon kribbelte es in meinen Händen, ich wollte in den Gartenmarkt fahren und Blumen kaufen und einpflanzen und die Terrassenmöbel aus dem Winterschlaf aufwecken, all das. Aber wenigstens doch ein bisschen da draussen sitzen. Der Iso war skeptisch, nahm sich aber einen dicken Pullover und eine Sitzunterlage und kam. Er bewunderte einigermassen gebührend meine (MEINE!) Krokusse und fragte dann ob ich wüsste, dass es in der Nacht -12°C werden sollen. Ach was, winkte ich ab, das sind Frühblüher, die können das ab. Minus zwölf, fragte er ungläubig. Und dann wurde ich unruhig und begann zu googeln. Auf deutschsprachigen Seiten fand ich zu solchen Temperaturen nichts, das hätte ich mir ja auch denken können. Dann suchte ich auf finnisch und fand auch nichts, aber viele, sehr viele Einträge, dass Hasen sämtliche Krokusse aus sämtlichen Gärten gefressen hätten. Hasen!?! Dem aufmerksamen Bologneser  (haha Autokorrektur) Blogleser wird der Hasenköttel oben auf dem Bild aufgefallen sein. Das ist etwa einer der ca. 8745 Hasenköttel in unserem wirklich nicht sehr grossem Garten. Oh nein, meine Krokusse! Die Familie hatte dann Mitleid mit mir und machte allerlei Vorschläge: Vogelschrecke, Nachtwache, Hasenzaun… Nun, wir werden sehen. Allerdings frage ich mich jetzt generell welchen Sinn es eigentlich machen würde Blumen und Gemüse anzupflanzen. Als wir später in der Saunapause auf der Terrasse standen und ich noch einmal halb verzückt halb besorgt die Krokusse beäugte, hörten wir die erste Amsel. Ach Frühling!

Eben beim ins Bett bringen las ich Pauline noch ein Kapitel vor und hörte mich dies hier lesen:

Sally rede den ganzen Tag von ihren Krokussen, sodass man ganz verrückt im Kopf werden könne. Gunnvald solle nur froh sein, dass er zum Laufenüben in der Stadt sei.

Tse!

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3 Antworten zu Aus dem Häuschen

  1. Kathrin schreibt:

    Das war hier vor ein paar Wochen genauso; sehnsüchtig habe ich fast täglich Runden durch den Garten gedreht und nach den ersten Spitzen der Schneeglöckchen Ausschau gehalten. Nun sind sie schon fast verblüht und ich erfreue mich an den ersten Tulpen.
    Haben die Krokusse den Frost und den Hasen-Hunger bis jetzt überlebt?
    Liebe Grüße

  2. Pingback: Mai | Pinni

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