lumiukko

Was in Deutschland „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist hier der Film „Lumiukko“. Jedes Jahr an Heiligabend wird er im öffentlichen Fernsehen ausgestrahlt und für viele Finnen ist er fester Bestandteil des Tages.

Ich kannte die Geschichte zuerst als Buch. Vor einigen Jahren streifte ich in der Adventszeit durch die Kinderabteilung einer deutschen Buchhandlung, auf der Suche nach einem Geschenk. Ich sammelte eine Handvoll Bücher ein und versank mit ihnen in einem weichen Sessel mit riesigen Ohren. Es waren allesamt schöne Bücher, aber „Der Schneemann“ von Raymond Briggs war mit Abstand das Schönste. Ich schlug die erste Seite auf und konnte gar nicht anders als es mir ganz in Ruhe bis zum Ende anzusehen. Eine ganze, richtige Geschichte, die komplett ohne Wörter auskommt. Mit kleinen, feinen Buntstiftzeichnungen, die so gut sind, dass sie einen sowohl froh, als auch traurig machen können.

Ich hatte bis dahin schon oft von DEM Weihnachtsfilm in Finnland gehört, in dem es um einen Schneemann gehen sollte, aber es brauchte noch ein paar Jahre bis ich die zwei in Einklang brachte. Und letztes Jahr in der Weihnachtszeit, da sah ich ihn mir endlich einmal an. Das Buch hatte ich seither nicht mehr angesehen, es war ja wie gesagt ein Geschenk gewesen. Aber der Film trug deutlich dessen Handschrift und funktionierte auch ganz genauso. Nur Bilder und Musik, kein einziges Wort. Mal abgesehen von einem Lied, das von einem Jungen gesungen wird. Und was für ein schönes Lied.

Jedes Jahr im Dezember wird der Film ausserdem in unserem Stadttheater vorgeführt. In Begleitung des Sinfonieorchesters. Und als ich Anfang November Karten dafür buchen wollte, da waren die insgesamt vier Veranstaltungen schon fast komplett ausverkauft. Aber ich ergatterte noch zwei in der ersten Reihe. Da sie eben fast als einziges noch frei waren, dachte ich mir, dass die erste Reihe hier vielleicht nicht die Beste ist. Aber das war sie. Wir sassen direkt vorm Orchester (einen Orchestergraben in dem Sinne hat unser Theater nicht) und hatten sowohl die Musiker, als auch den Film genau im Blick. Und der etwa achtjährige Junge, der nicht nur unglaublich niedlich aussah, sondern mit einer wunderschönen, klaren Stimme „Avaruus“ sang, der stand genau vor uns.

Pauline, die den Film zum allerersten Mal sah, war auch begeistert. Und sie bewunderte den Jungen. Für seine schöne Stimme und den Mut sich vor ein ausverkauftes Theater zu stellen und zu singen. Ausserdem sah sie immer wieder rüber zur Harfenistin, die sie an ihre beste Freundin erinnerte. Wir stellten auch fest, dass es gar nicht mal so einfach ist immer punktgenau zum Film zu spielen. Lichtschalter an – aus – an – aus, das muss man erstmal treffen. Aber das Orchester hat das ziemlich gut gemacht. Hach, es war so ein Abend wie man ihn nur jedem im Advent wünschen kann. So wohlig.

Also, falls ihr den Film noch nicht kennt und mal 25 Minuten übrig habt, dann schaut ruhig mal:

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4 Antworten zu lumiukko

  1. Karen schreibt:

    Weisst du, was das Fräulein Maus diesen Advent auf der Harfe übt?! Genau. <3

    (Der grosse Herr Maus und seine Mit-Klavierschüler haben den "Schneemann" mal als Konzert aufgeführt. War auch sehr schön.)

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