Kindergeburtstag

  • Als ich das Räupchen am Tag vor der Feier vom Kindergarten abholte, nahm ich mir vor als Aufwärmübung einen kleinen Schnack mit ihren Freundinnen zu halten. Die eine zeigte mir auch gleich ein Bild von einer Fledermaus, das sie für’s Räupchen gemalt hatte. Ich fand das Bild grossartig und lobte sie daher überschwänglich für diese tolle leppäkertto. Woraufhin 5 kleine Mädchen in ein Riesengegiggel ausbrachen. “Mama” japste das Räupchen irgendwann “LEPAKKO! Leppäkertto ist doch der Marienkäfer!” Ach ja richtig, das fing also schon mal gut an. (Als sich bei der Feier alle am Tisch niederliessen und das Räupchen einen Marienkäfer auf ihrem Teller entdeckte, rief sie gleich “Wisst ihr noch wie meine Mama gestern Marienkäfer statt Fledermaus gesagt hat?” Haaahaaaa!)
  • Während wir uns an den letzten Geburtstagen immer frei genommen hatten, wünschte sich das Räupchen in diesem Jahr in den Kindergarten zu gehen. (Und das war auch gut so. Tatsächlich bin ich von 9.00 bis 16.30 ohne Pause durch die Wohnung gewirbelt um alles vorzubereiten. Ich habe lediglich um 11.49 kurz innegehalten. (Und gegen 15.00 ist mir mal kurz schlecht geworden.)) Als der Iso jedenfalls das Räupchen vom Kindergarten abholte, bekam er “Macht euch auf das Schlimmste gefasst!” mit auf den Weg. Die Mädchen waren wohl den ganzen Tag schon total aufgeregt und überdreht, laut und quirlig und anweisungsresistent gewesen.
  • 17.00 Uhr (!) purzelten dann sechs kleine Mädchen in unsere Wohnung. Direkt neben der Wohnungstür ist das Kinderzimmer und dort wurde direkt die Kiste mit den Instrumenten in Beschlag genommen. Für einen Moment bereute ich die nicht vorher weggeräumt zu haben, tatsächlich hatten sie aber einen Mordsspass damit. Und es blieb das Einzige was in den zwei Stunden aus irgendeinem Schrank geräumt wurde. (Beim nächsten Mal vielleicht Ohropax besorgen.)
  • Als nächstes entdeckten sie den gedeckten Tisch. Und ich wurde Zeuge wieviel so kleine Mädchen eigentlich essen können. Das Räupchen isst ja in der Regel etwa 3 Bissen von jeder Mahlzeit. Wenn sie aufgeregt ist gern auch weniger (ihr Geburtstagsfrühstück bestand aus 1 Löffel Müsli). Hier aber wurde ausdauernd gemampft und gefuttert (und dabei gekichert) und selbst das Obst war in kürzester Zeit verschwunden.
  • Man könnte fast neidisch sein darüber welch unendlichen Spass 4-6jährige mit quasi nichts haben können. Und eigentlich braucht es auch gar keine Spiele oder Anleitungen, die können sich total gut allein amüsieren.
  • Topfschlagen, das habe ich jetzt schon mehrfach bemerkt, kommt überhaupt nicht gut bei finnischen Kindern an. Aber Schatzsuche! Die geht immer. Das war dann auch der Moment an dem ich daran dachte Baldrianpillen zu verteilen. Hui!
  • Der allergrösste Spass aber war 25 Luftballons durch draufhüpfen oder Kochlöffel reinbohren zum Platzen zu bringen (Idee von den Kindern). Ich habe das Lachen jetzt noch im Ohr. Kurz bange wurde mir jedoch als alle Luftballons zerfetzt am Boden lagen und eine rief: “Kommt, wir gucken was wir noch kaputt machen können!”
  • Und zack waren 2 Stunden um. Beim Abschied wurde dann der Kulturunterschied deutlich. Das überglückliche Räupchen wollte alle ihre Freundinnen küssen. Die aber bogen angeekelt ihren Kopf so weit zurück wie es nur ging. :-)
  • Als der Iso das Räupchen heute vom Kindergarten abholte, erzählte man ihm, dass die sieben Mädchen heute immer noch total überdreht und aufgeregt waren. Und viel von der Feier erzählt haben. Und beim Mittagsschlaf sind alle sofort eingeschlafen.
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Fünf

Eine ganze Handvoll Jahre…

fünf

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Phew!

Übermorgen hat das Räupchen ja Geburtstag und hat für den Nachmittag ihre Freundinnen aus dem Kindergarten eingeladen. Ich bin einigermassen aufgeregt. Mein erster (auszurichtender) Kindergeburtstag. Auf Finnisch.

Und weil wir die komischen Ausländer sind (vermutlich tue ich den Eltern unrecht, aber der gemeine Finne hat durchaus Berührungsängste mit Ausländern) möchte ich natürlich alles besonders gut und richtig machen. Ich habe ewig an dem kurzen Einladungstext gefeilt, habe alte Einladungen rausgekramt und als Vorlagen genommen, um nur ja jedes Wort korrekt zu schreiben.

Heute feierte ein anderes Mädchen aus Räupchens Kindergartengruppe Geburtstag. Beim allgemeinen Abholtumult sagte eine Mutter zum Iso, dass man sich ja übermorgen schon wieder sehen würde. Um 3. Aber nein, korrigierte sie der Iso, die Feier beginne doch erst um 5, es sei ja schliesslich ein Arbeitstag. Und erzählte mir nachher die Episode mit der Zusatzbemerkung, dass man als Mutter von Zwillingen wohl ein bisschen durch den Wind sei. Ich grinste mir eins und ging das Bad putzen.

Wie ich so mit der Klobürste in der Toilette stocherte wollte mir das aber nicht aus dem Sinn. Wie kam sie bloss auf um 3? Hatte ich am Ende was Falsches aufgeschrieben? Hatte ich womöglich von der alten Einladung, die an einem Wochenende statt fand, nicht nur brav alle Worte kopiert, sondern auch noch die Uhrzeit? Ich liess die Klobürste fallen und lief ins Arbeitszimmer. Dort lag noch der Zettel mit meiner Textversion. Und dann wurde mir siedend heiss. 15 – 17 Uhr.

Zurück im Bad traktierte ich die Dusche mit Badreiniger und überlegte fieberhaft was schlimmer wäre. Eine Geburtstagsfeier an einem Arbeitstag, die um 15 Uhr beginnt und allen Eltern grosse Umstände bereitet oder eine Geburtstagsfeier ausrichtende Mutter, die ganz offensichtlich enorm durch den Wind ist. Ich entschied mich für letzteres und verschickte eilig ein paar SMS. Alle antworteten, dass die neue Uhrzeit viel besser passt… So weit so gut, mir ist das trotzdem oberpeinlich, denn siehe erster Abschnitt.

Und auch jetzt noch, Stunden später, wird mir abwechselnd kalt und heiss. Dann nämlich wenn ich mir ausmale, dass A. heute nicht Geburtstag gehabt hätte. Oder die Mutter von E. und S. vielleicht ihre Töchter 2 Minuten später abgeholt hätte. Und nichts gesagt. Dann hätten hier alle übermorgen um 15 Uhr vor der Tür gestanden. Das Räupchen selbst wäre als einzige noch im Kindergarten gewesen und nichts wäre fertig gewesen. Dann hätte ich uns definitiv zu komischen Ausländern gemacht.

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rush-hour

rushhour

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Fahrrad fahren

Heute morgen dann ein Kind, dass sich weigerte sich anzuziehen, weil ich nicht erlauben wollte, dass es mit dem Fahrrad in den Kindergarten fahren darf. Eigentlich hätte ich gar nichts dagegen, denn die 3 km Berg- und Talbahn zum Kindergarten sind nicht unbedingt ein grosser Spass mit 17 kg extra hinten auf dem Fahrrad. Aber eben, Berg- und Talbahn. Immerhin hat sie das ja gestern erst gelernt. Bergauf ist sie noch zu langsam und bleibt unweigerlich irgendwann stecken und bergab traut sie sich noch nicht. ”Aber das macht doch nichts, ich kann doch schieben!” Mhhh.

Abgesehen davon ist der Weg zum Kindergarten aber ideal, weil er nur auf Rad/Fusswegen entlangführt und auf Strassen, an denen zwei mal am Tag ein Auto fährt. Deshalb erlaubte ich es nach einigem hin- und her doch noch unter der Bedingung, dass sie es sich unterwegs nicht noch einmal anders überlegen dürfe UND dass sie das Fahrrad selbst schieben müsse. Dann flog sie in ihre Sachen und wir fuhren los. Das war schon irgendwie cool gemeinsam mit der Tochter Fahrrad zu fahren. Natürlich haben wir eine halbe Ewigkeit gebraucht, weil wir eben einen Teil der Strecke gelaufen sind, aber sie hat sich tapfer durchgekämpft. Bergab wollte ihr das schwere Rad immer davon rollen, bergauf zog es sie nach hinten und unentwegt stiessen ihr die Pedalen in die Waden. Ich musste mich mächtig zusammenreissen nicht doch zu helfen. Das letzte Stückchen fuhr sie dann sogar bergab und schliesslich kamen wir an. Dass im gleichen Moment eine Erzieherin ankam, sofort die Situation erfasste und sie ausführlich lobte, habe ich ihr sehr gegönnt. Wir sind beide fast geplatzt vor stolz.

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:-)

Heute morgen bin ich einen Marathon gerannt. Gefühlt jedenfalls. Aber jetzt kann sie’s!

radler

Am Nachmittag konnte ich schon entspannt daneben stehen als sie wild durch den hiesigen Kinderverkehrspark kurvte und immer wieder rief “Ich liebe Fahrrad fahren!”.

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Es schneit

Gern würde ich jetzt ‘April April’ sagen.

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