Ich habs getan

Noch auf dem Weg zur deutschsprachigen Spielgruppe hier in der Stadt gratulierte ich mir zur erfolgreichen Integration. Sollte ich denn nicht eigentlich zu einer normalen finnischen Spielgruppe gehen wenn ich endlich so richtig richtig dazugehören will? Wieder mal bisschen Finnisch sprechen und mal wieder neue Finnen kennenlernen? Und eigentlich wollte ich auch überhaupt nie zu so einer „Zusammenrottung“ der Deutschen im Ausland gehen. Einer der Gründe warum ich hier bin ist, auch wenns vielleicht komisch klingt, dass ich mit Finnen oft besser zurecht komme als mit meinen eigenen Landsleuten. Und so wäre ich auch fast vor der Tür wieder umgekehrt. Aber dann dachte ich wieder an das Räupchen und dass es ihm vielleicht irgendwann gut täte auch mal mit anderen ausser Mama und Papa Deutsch zu sprechen. Mir selbst vielleicht auch? Und eigentlich schliessen sich ja Zusammenrottung und Integration nicht unbedingt aus. Und Wurzeln sind nunmal tief verankert, das muss man auch nicht unbedingt aufgeben. Also sind wir dann doch durch die Tür gegangen. Und hatten zwei richtig schöne Stunden. So nett, dass wir sicher bald wieder gehen.

Idiotisch

Ich war heute für 2 Stunden in der Stadt. Mit dem Bus. Mit 10er Rabattfahrkarte. Wäre ich mit dem Auto gefahren und hätte im Parkhaus geparkt, dann hätte es nichtmal die Hälfte gekostet. Benzin inklusive.

Sonntagsspaziergang

Mit Sonne. Und einigen Premieren.

  (endlich sehen was überall los ist)

    (endlich auf den Spielplatz)

 

(und endlich eine längere Rutschbahn als von Papas Knie bis Hüfte)

Orientierungsgenie

Ich habs nicht so mit Orientierung. Wahrscheinlich fehlt mir das Grundbedürfnis immer zu wissen wo ich mich geographisch gesehen gerade befinde. Und wie ich wieder dahin zurück komme wo ich hergekommen bin. Und wie weiter, dort wo ich hin will. Wenn jemand bei mir ist lasse ich mich grundsätzlich lenken. Und wenn ich dann mal allein wohin muss, wo ich eigentlich schon 20 mal mit jemandem war, dann steh ich da und weiss nicht wo lang. Der Iso erklärt schon immer grundsätzlich wenn ich allein losgehe. Ich konzentriere mich eben lieber aufs Quatschen. Oder träume so vor mich hin und schau mir die Häuser an, die Bäume, die Menschen. Wenn überhaupt kann ich mich an solchen Dingen orientieren. So wie letztens auf dem Spaziergang. Ich wollte einen Weg, den ich eine Woche zuvor so aufs geradewohl gelaufen war (ich leb nun doch lange genug in dem Stadtteil um immer irgendwann zu wissen wo ich bin) nun in entgegengesetzer Richtung gehen. Der war nämlich schön, der Weg. Natürlich hatte ich an jeder Weggabelung wieder dieses leicht flaue Gefühl im Magen. Hier? Oder doch dort? Ach, dort sitzt ja das blaue Monster im Fenster, also hier. Und nun? Hier müsste jetzt irgendwo dieses uralte Wohnmobil auf dem einsamen Parkplatz stehen. Ach, da isses ja. Hm, aber jetzt weiss ich wirklich nicht weiter. Geh ich mal hier lang. Achja, dort hinten, ist das nicht? Jaja, das ist das kleine eckige Haus mit der Minisprungschanze im Garten. Und wenn jetzt noch der Zaun kommt, an dem ich vor Jahren mal einen Igel gesehen hab, dann kann ichs nicht mehr verfehlen.

Wer braucht schon Haargel?

Heute so lange mit dem Räupchen um den Löffel gerungen bis der Brei in hohem Bogen in meine Haare flog. Und dann grinst sie noch so.

Versprecher des Tages

Ricolasalat.

Reisefetzen

  • Ich war durchaus aufgeregt auf meiner ersten Reise allein mit dem Räupchen.
  • War gar nicht nötig. Ging alles gut, vor allem Zug fahren.
  • Junge (etwa 3 Jahre) im Zug: „Kuck mal Mama, das Baby hat schwarze Augen.“
  • Mutter des Jungen (etwas später) seufzt und sagt: „Geniesse diese Zeit. Bald ist sie gross und… naja… .“
  • Das Räupchen hat sich zwischen den Mäusekindern und deren tollem Spielzeug sehr wohl gefühlt. Das stimmt mich zuversichtlich für den Kindergarten.
  • Wenn drei Kinder herumwuseln kommt man nicht gross zum Unterhalten. Man kann auch nicht auf „wenn sie dann im Bett sind“ warten. Jedenfalls nicht mit dem Räupchen, das derzeit alle paar Minuten Alarm schlägt bis Mama endlich neben ihr liegen bleibt. 
  • Und trotzdem, beziehungsweise ERST RECHT, war es so schön.
  • Ich hab so gerne mit dem Mäuseknäbchen „Rabumm“ gesungen.
  • Und der fürsorglichen Puppenmama Mäusemädchen beim detailgetreuen Wickeln zugeschaut.
  • Es wird Zeit den Kinderwagen auf das Sitzteil umzubauen. Das Räupchen hebt ständig den Kopf um zu sehen was draussen los ist. Als dann im Bus andere Kinder neben dem Wagen alberten, war das Motivation genug auch die Hände einzusetzen und sich in den Sitz zu ziehen. Das stolze Grinsen werde ich nie vergessen.
  • Irgendwie ziehen alle meine Freunde nach Turku. Aber schön wenn man dann mal da ist und Zeit hat alle zu treffen.
  • Als das Räupchen und die Katze sich jeweils auf allen vieren Nase and Nase gegenüberstanden, habe ich sehr bedauert nicht die Kamera im Anschlag zu haben.
  • Das Räupchen hat sich einen Zahn mitgebracht. Links unten.
  • Leider auch eine doofe Erkältung.
  • Ich mir auch.
  • Auf der Rückfahrt habe ich einen Elch vom Zug aus gesehen. Zum ersten mal ein Männchen, wunderschön mit einem riesigem Schaufelgeweih.
  • Als das Räupchen nach 5 Tagen seinen Papa wiedersah, war es völlig aus dem Häuschen. Es lachte laut und strahlte, die Augen leuchteten und die Arme und Beine ruderten aufgeregt herum. Das war sehr rührend.

Tasche gepackt

Die Babysachen in Grösse 74 darin, die fahren jetzt auf Besuch zu ihren eigentlichen Besitzern. Das Räupchen und ich fahren mit. Und freuen uns riesig auf ein paar Tage mit der Mäusefamilie!

Fairer Deal

„Du bekommst das Papier und Mama die Schokolade.“

Rückwärts vorwärts

Wenn man was Wunderschönes sieht und all seine Kraft mobilisiert um es zu erreichen, sich dann aber stattdessen immer weiter entfernt, dann kann man schonmal zur Wutraupe mutieren.

Hoch im Norden

Selbst zur Mittagszeit und bei runtergeklappten Verdeck schafft es die Sonne nicht mehr in den Kinderwagen zu scheinen. Der Iso schlug vor mit Spiegeln zu arbeiten. Ich nehme mir erstmal fest vor nicht ständig das Vitamin D zu vergessen.

Kein Tag wie jeder andere

In der Nacht hat es geschneit und am Morgen alles in dieses besondere Licht getaucht. Das Räupchen war nur zwei mal aufgewacht und ich sowas wie ausgeschlafen. Beim ausgedehnten Spaziergang kam die Sonne raus und brachte alles zum leuchten. Der Schnee knirschte unter den Schuhen und den Kinderwagenreifen und der Frost biss frech in die Ohren. Das Essen beim Thailänder war so lecker und in der Sauna lag ich lange ganz allein, hab meinen Atem gehört und in der Ferne das Räupchen und den Iso kichern. Vom Sofa aus dann der erste Film seit Räupchens Geburt und dazu meinen Lieblingscocktail. Danke!

Preisverdächtig

Gäbe es einen Preis für den wohlüberlegtesten Spruch, den ein todmüdes und halbschlafendes Elternteil nachts zu seinem nicht schlafen wollenden Baby (diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei, aber das war ja auch nicht normal) sagt, ich würde uns nominieren:

Iso: „Du kannst ja ruhig weinen, aber bitte nicht so laut!“
Pinni: „Mensch Räupchen, kannst du nicht einfach mal schlafen so wie alle anderen Babies auch?“

Elvis lebt

Dachte ich heute Morgen beim Blick in den Spiegel.

Baaaabaaabaaababaabaabaaaaaaba

Räupchens Wort zum Sonntag. Mit ernster Miene vorgetragen. In Endlosschleife. Sehr süss.

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