Wie sozusagen alle in Finnland fahren wir dieses Wochenende in den Urlaub. Wie alle haben wir ein Kind dabei. Wie die allermeisten bleiben wir im Lande. Und wie wirklich alle fahren wir natürlich in ein Sommerhäuschen. 2 Wochen Südlappland. Wandern, saunieren, grillen und Mücken erschlagen. Herrlich.
wenn du deinem Besuch mittags zum Nachtisch Kaffee und Kuchen anbietest.
(Dir fällt es erst auf wenn der Besuch aus Deutschland ist und komisch kuckt.)
muss ich jeden Tag mindestens einmal ganz kurz und leise weinen.
Vor lauter Glück und Liebe.
Wenn ich das Räupchen sehe.
Kitschig, aber wahr.
“Berufskrankheit”, Teil 2
Veröffentlicht 29. Juni 2009 Von Mäusen und Schmetterlingen Leave a CommentSprach meine Mama zu mir: “Immer wenn ich eure Bettwäsche sehe, muss ich an Aspergillus denken”.
(Zum Glück bezog sie sich aufs Muster.)
Beim Abendessen etwas Senf am Finger entdecken und ‘oh Babykacke’ denken.
Die Ökologenmütter-im-Stadtteil-K.-Krabbelgruppe ist seit gestern vollständig. Drei Mädchen innerhalb von 16 Wochen, die Mütter zwei Mausforscherinen und eine ehemalige Mausforscherin, jetzt Insektenforscherin. Willkommen kleine Alva! Senni und Lumi stossen heute Nachmittag schonmal mit einem Schlückchen Milch auf dich an.
ging am Wochenende in Erfüllung. Schwatzend neben der liebsten Freundin spazieren und jede von uns schiebt einen Kinderwagen vor sich her. Das zwischen uns laufende Mäusemädchen, das sich links und rechts an den Wagen festhielt, machte die Sache perfekt.
Dein Leben begann fast auf den Tag vor sechseinhalb Jahren in Bielefeld im Dienste der Wissenschaft. Als deine Arbeit dort bereits im zarten Alter von ein paar Tagen beendet war, suchte sie dich für uns aus und erstellte dir einen richtigen Reisepass. Dann bist du den ganzen langen Weg mit uns nach Finnland gefahren und bliebst bis heute Morgen bei uns.
Du warst ein ganz besonders hübsches Meerschweinmännchen. Und überhaupt warst du ganz besonders. Manchmal hast du wahrscheinlich gedacht, dass du ein Hund bist. Wenn man deinen Namen rief, dann kamst du sofort angeflitzt. Wenn wir uns am Esstisch niederliessen, dann brauchte man nicht lange auf dich warten. Du stelltest dich auf die Hinterbeine und wolltest etwas abhaben. Wir haben immer gern unser Müsli und Brot mit dir geteilt und einmal hast du sogar ein Stück Thüringer Kloss gegessen. Nur mit Banane konnte man dich jagen. Wenn wir vom Einkaufen nach Hause kamen und die vollen Tüten auf dem Boden abgestellt haben, hast du sie sofort erklommen und nach Leckerein durchwühlt. Dein absoluter Favorit war die Gurke. Es war ein Ritual, dass du jeden Morgen nach dem Aufstehen ein Stück bekamst, sozusagen als Vorspeise. Hatten wir einmal versäumt pünktlich welche nachzukaufen, dann hast du den Ersatz, etwa eine Möhre, Paprika oder Tomate, und uns mit Verachtung gestraft. Nach unserem Frühstück bekamst du dein eigentliches und auch das wusstest du genau. Sobald sich jemand vom Frühstückstisch erhob hast du Alarm geschlagen. Auch wenn das wenige Sekunden nach dem Setzen war weil man vielleicht etwas vergessen hatte. Dein Abendbrot hast du immer auf einem Menschenschoss eingenommen. Einer von uns hat sich auf den Boden gesetzt, du bist uns auf die Beine gesprungen und hast angefangen zu essen. Dabei wurdest du gestreichelt und hast genüsslich geschnurrt. Du warst sehr agil, zutraulich und neugierig und ich bin mir ziemlich sicher, dass es dich nie gestört hat ein Einzelmeerschwein zu sein. Manchmal hast du dich ja auch mit deinen zwei Meerschweinfreunden aus Turku getroffen. Ja, du warst auch ein Reiseschwein. Du bist mit uns kreuz und quer durch Finnland gefahren und es hat immer Spass gemacht dich dabei zu beobachten wie du strategisch, aber sehr vorsichtig ein neues Gebiet ergründet hast.
Ich weiss, dass ich dich sehr vermissen werde. Ich werde nie wieder ein Stück Gurke abschneiden können ohne an dich zu denken und immer wenn ich Löwenzahn sehen werde wird es mir leid tun, dass du ihn nicht mehr essen kannst. Es war so schön mit dir, machs gut mein kleines Fellbündel.
Ich habe von einer Französin gehört, die ihrem Baby den Kosenamen “Helmut” gegeben hat. Weil es immer so röhrende Bäuerchen macht und sie das an deutsche Männer auf dem Oktoberfest erinnert…
Gerade musste ich nochmal im Kalender nachzählen, aber es stimmt. Das Räupchen wird heute 5 Wochen alt. Himmel, übermorgen kommt sie wahrscheinlich in die Schule… Diese 5 Wochen waren wundervoll, aufregend und sind wie der Wind verflogen. Und weil ich immernoch keine Zeit zum schreiben habe, erzähle ich mit den lang versprochenen Bildern (bei Klick grösser):
Erstes Kennenlernen im Kreissaal:
Ein Winteranzug in einer Babyschale fährt nach Hause:
Das erste mal in der Zeitung:
Das erste Bad:
Der erste Ausflug:
Das berühmte Smily abgeholt und gleich ins Herz geschlossen:
Das erste Sonnenbad auf dem Balkon (und gleichzeitig der erste und letzte Tag mit Nuckel):
Der erste Krabbelversuch
:
Der erste Sport (ganz wichtig in Finnland!):
Der erste Einkauf:
Täglich ein bisschen hiervon:
Und ein bisschen hiervon:
Und ansonsten einfach immer nur süss ausgesehen:
Gerade sind Oma und Opa (meine Schwiegereltern) aus Deutschland zu Besuch und ich beobachte ein interessantes Phänomen an mir, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Wann immer Oma sich dem Räupchen widmet tobt die Eifersucht in mir. Ich muss mich sehr zusammennehmen um ihr nicht das Kind zu entreissen, fest an mich zu drücken und “MEINS” zu rufen. Und gerade sind die drei zusammen spazieren und theoretisch könnte ich eine Mütze voll Schlaf nehmen, aber ich wälze mich schlaflos hin und her und komme vor Sehnsucht fast um (der Iso war auch schon öfter allein mit ihr spazieren und ich konnte wunderbar schlafen).
Als Verhaltensforscher finde ich das unheimlich spannend und beobachte mich selbst erstaunt. Ich frage mich ob es anderen auch so geht, was der evolutionäre Hintergrund ist, wie man das untersuchen könnte und ob es genauso wird wenn meine eigenen Eltern kommen?
Das Räupchen hat auch noch andere Kosenamen:
Milchschnitte, Quarktasche, Spuckliesel, Jammerläppchen, Pupsi, Schnarchebär, Grunzeschweinchen, Nies-Ede, neunköpfige Raupe und süsse Maus.
Nachtrag:
Headbanger und Grinsebacke
Ist sie auch schon. Jedenfalls theoretisch. Sie entleert sich nämlich vorzugsweise wenn die Windel gerade ab ist. Also müssten wir ihr eigentlich nur regelmässig die Windel abnehmen und sie auf’s Klo setzen
Ja. Aber ein 3 Wochen altes Baby, welches 2 Nächte hintereinander jeweils 5,5 Stunden am Stück schläft ist nicht nur erholsam, sondern auch unheimlich. Jedenfalls hat sich die junge Mutter jedesmal furchtbar erschrocken und gedacht das Kind verhungert
(Bevor jetzt irgendwo Neid aufkommt, das Räupchen schläft dafür tagsüber nicht. Sie ist nicht wirklich müde aber auch nicht richtig munter und muss deshalb immer wieder bitterlich weinen. Die Arme!)
















